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Kulturnachrichten

Sonntag, 18. August 2019

Iran schickt Dokumentarfilm ins Oscar-Rennen

Der Iran schickt einen Dokumentarfilm ins Oscar-Rennen für den besten fremdsprachigen Film. Die für die Auswahl zuständige Cinema-Stiftung entschied sich für den Film "Auf der Suche nach Farideh" der Regisseurin Asadeh Mussawi und ihres Kollegen Kurosch Attaei. Er handelt vom Leben der des Mädchens Farideh, das als Baby von ihren leiblichen Eltern im Nordosten des Iran ausgesetzt worden ist. Das Kind wurde von einem niederländischen Ehepaar adoptiert. 40 Jahre später will Farideh ihre Wurzeln erkunden und fliegt in den Iran. Dort trifft sie auf drei Familien, die behaupten, ihre leiblichen Eltern zu sein. Der Iran hat in der Oscar-Kategorie für den besten ausländischen Film bereits zweimal gewonnen. Beide Male gewann der Regisseur Asghar Farhadi: 2012 mit dem Film "Nader und Simin - Eine Trennung" und 2016 mit "Salesman".

Cem Özdemir erhält Ignatz-Bubis-Preis

Der langjährige Grünen-Parteichef Cem Özdemir ist in der Frankfurter Paulskirche mit dem Ignatz-Bubis-Preis ausgezeichnet worden. Der Politiker erhielt den mit 50 000 Euro dotierten Preis für "außergewöhnliches Engagement und ein stets zukunftsorientiertes Handeln zum Aufbau einer friedlichen Welt mit Offenheit und Toleranz", hieß es in der Begründung. Özdemir sagte in seiner Dankesrede, Bubis und der rechtsradikale Brandanschlag auf das Haus einer türkischen Familie in Solingen hätten ihn 1993 in die Politik geführt. Dass Bubis damals deutliche Worte fand, habe ihn tief beeindruckt. Der Preis wird seit 2001 alle drei Jahre vergeben und ehrt Menschen oder Organisationen, deren öffentliches Wirken "im Sinne der von Ignatz Bubis vertretenen Werte gekennzeichnet" sei. Bubis (1927-1999) war Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Frankfurt und seit 1992 Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Kulturrat fordert Freifahrten auch für Ehrenamtliche

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, fordert Freifahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln auch für ehrenamtlich engagierte Menschen. Hintergrund ist ein aktueller Vorstoß, nach dem Soldaten der Bundeswehr in Uniform ab 1. Januar nächsten Jahres kostenlos Zug fahren können. "Die vielen Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich und freiwillig engagieren, haben wie die Soldatinnen und Soldaten Anerkennung und Respekt verdient", betonte Zimmermann. Bürgerschaftliches Engagement sei "gelebte Demokratie" und leiste einen "unverzichtbaren Beitrag" zum gesellschaftlichen Zusammenhalt, so Zimmermann weiter.

Streit um Arnautoff-Wandgemälde in San Francisco

13 große Wandgemälde des russischen Künstlers Victor Arnautoff, die seit über 80 Jahren in der George Washington High School in San Francisco hängen, haben eine heftige Debatte ausgelöst. Kritiker stoßen sich an der Darstellung über das Leben des ersten US-Präsidenten George Washington vor allem an der Abbildung von Sklaven und getöteten Ureinwohnern. Einige Schüler hatten bekundet, die Bilder von schwarzen und indigenen Unterdrückten zu sehen, sei für sie traumatisierend. Arnautoff (1896-1979), der die Fresken 1936 schuf, habe als Künstler der Neuen Sachlichkeit die Gesellschaft in realistischer und kritischer Weise dargestellt, sagt Robert Cherny, Historiker und Experte für Arnautoffs Kunst. Ein Entschluss der Schulbehörde im Juni, die "Life of Washington"-Fresken zu übermalen, hatte Proteste ausgelöst. Daraufhin stimmte das Gremium nun mit knapper Mehrheit dafür, die Malereien zu erhalten, sie aber abzudecken. Zu den Verfechtern der Wandfresken gehört unter anderem der afroamerikanische Schauspieler und Aktivist Danny Glover, der als Jugendlicher die Schule besucht hatte. Die umstrittenen Darstellungen seien eine mahnende Erinnerung an die Unterdrückung von Menschen, sagte er dem Sender KPIX.

Erstmals Ausstellung mit Frühwerk von Fritz Overbeck

Zum ersten Mal sind in einer großen Ausstellung die Frühwerke von Fritz Overbeck (1869-1909) im Overbeck-Museum Bremen-Vegesack zu sehen. Der Landschaftsmaler, der zu den Mitbegründern der Künstlerkolonie Worpswede gehört, verdanke seinen bis heute anhaltende Ruhm seinem Umzug nach Worpswede und der ersten Ausstellung im Kreis der Worpsweder Künstlerkollegen im Jahr 1895, sagte Museumsdirektorin Katja Pourshirazi zur Eröffnung. Seine Künstlerlaufbahn habe aber an der renommierten Düsseldorfer Kunstakademie begonnen, wo er sich in der Meisterklasse von Professor Eugen Dücker zum Landschaftsmaler habe ausbilden lassen, so Pourshirazi. Die weitgehend unbekannten Werke, die in dieser Zeit entstanden, sind nun erstmals in einer umfassenden Ausstellung zu sehen. Die Ausstellung steht im Zusammenhang mit dem 150. Geburtstag von Fritz und Hermine Overbeck in diesem Jahr und dauert bis zum 3. November.

2,5 Millionen Euro für Sanierung von Fuggerschloss

Für die Instandsetzung des Fuggerschlosses Mickhausen im Landkreis Augsburg werden knapp 2,5 Millionen Euro aus dem Entschädigungsfonds zur Verfügung bestellt. Das gab Bayerns Kunstminister Bernd Sibler bekannt. Der CSU-Politiker bezeichnete den einstigen Herrensitz der Fugger als "wesentliches Zeugnis Augsburger Renaissancearchitektur". Der imposante Hauptbau ist symmetrisch um einen Innenhof herum angelegt. Drei der vier Flügel entstammen weitgehend dem 16. Jahrhundert, nahezu vollständig erhalten sind die Türen aus dem späten 17. Jahrhundert und Stuckprofile in den Zimmern aus derselben Zeit. Laut Mitteilung muss das ganze Baudenkmal restauriert werden, da das Dach in einem maroden Zustand ist. Eigentümerin ist die Hermann Messerschmidt Kulturerbe-Stiftung.

Jane Fonda gedenkt ihres toten Bruders Peter

Der amerikanische Schauspieler Peter Fonda, der durch den Kult-Film "Easy Rider" berühmt wurde, ist tot. Am Freitag verstarb er in seinem Haus in Los Angeles an den Folgen von Lungenkrebs, wie die Familie des Schauspielers mitteilte. Seine ältere Schwester Jane Fonda gedachte ihres jüngeren Bruders auf Facebook. "Es fällt mir schwer zu verstehen, dass mein kleiner Bruder - mein Mitverschwörer, Mitüberlebender, Verwahrer der Familiengeschichte - gegangen ist. Ich bin so dankbar, dass wir in den letzten Wochen, Tagen und Stunden wieder vereint waren und eine Heilung des Herzens erfahren haben.", schrieb die 81jährige dort. Auch Ex-Berlinale-Chef Dieter Kosslick erinnerte sich auf Deutschlandfunk Kultur an den Schauspieler: "Er war ein großartiger Typ."

Maxim-Gorki-Theater eröffnet neue Spielstätte

Das Maxim-Gorki-Theater in Berlin hat eine dritte Spielstätte eröffnet. Der sogenannte "Container" auf dem Vorplatz des Theaters ist am Samstag Abend von Berlins Kultursenator Klaus Lederer und Intendantin Shermin Langhoff eingeweiht worden. Bis Ende 2020 soll der Maxim-Gorki-"Container" mit Repertoire-Stücken und Premieren bespielt werden. Das Gebäude bietet Platz für knapp 200 Zuschauerinnen und Zuschauer. Die anderen beiden Spielstätten des Theaters sind wegen Renovierungsarbeiten immer mal wieder geschlossen. Zum Auftakt wurde "Herzstück" von Heiner Müller in der Regie von Sebastian Nübling gezeigt. Das Stück stellt die Frage, was Arbeit für den Menschen eigentlich bedeutet und was sie mit ihm macht.

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