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Kompressor | Beitrag vom 16.07.2014

StadtplanungBauen in Krisenländern

Kai Vöckler über die Ausstellung "Architecture of Peace" in München

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Das Titanic-Besucherzentrum im nordirischen Belfast (dpa / picture alliance / EPA)
Das Titanic-Besucherzentrum im nordirischen Belfast (dpa / picture alliance / EPA)

Die Pinakothek der Moderne eröffnet eine Ausstellung über Städte, die mit Krisen, Krieg und Teilung umgehen mussten. Nach Meinung eines der Kuratoren eröffnen sich der Stadtplanung besonders hier neue Möglichkeiten.

Oftmals herrsche in diesen Städten großer Wohnungsmangel aufgrund von Kriegsschäden und vieler einströmender Flüchtlinge, sagte Kai Vöckler, einer der Kuratoren der Ausstellung, im Deutschlandradio Kultur. "Daraufhin entsteht ein gigantischer Bauboom, der zumeist unreguliert erfolgt." Beispielsweise habe Priština im Kosovo nach der Ankunft der NATO 1999 seine Einwohnerschaft binnen eines Jahres verdoppelt.

In solchen Situationen gebe es "enorme Probleme mit zugebauten Fluchtwegen, die Feuerwehr kommt nicht mehr durch, man baut dem Nachbarn die Fenster zu, wo es dann heftige Konflikte gibt, unsichere Statik, weil man mal eben Häuser noch mal um drei, vier Stockwerke erweitert". Um das wieder geradezurücken, brauche man Jahrzehnte, so Vöckler, der selbst für ein Planungsprojekt in Priština verantwortlich ist.

Die Ausstellung zeigt außerdem, wie Stadtplanung in geteilten Städten wie Nikosia oder Belfast zur Wiedergewinnung des inneren Friedens beitragen kann, sagte Vöckler. In Belfast etwa habe man die Innenstadt durch Einkaufsmöglichkeiten und kulturelle Angebote aufgewertet, "so dass ein Raum entstanden ist, wo sich beide Seiten – Katholiken wie Protestanten – treffen und gemeinsam auch jetzt Public Viewing bei der Weltmeisterschaft machen und dergleichen, so dass dieser Raum neutraler wird und nicht mehr aufgeladen ist mit den kriegsbezogenen Inhalten".

 

 

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Zur Website der Ausstellung:

Bauen für den Frieden (Deutschlandradio Kultur, Fazit, 15.7.2014)

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