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Interview | Beitrag vom 19.08.2019

Stadtführung mit MüllsammelnTouristen sollen Berlin sauberer machen

Rona Tietje im Gespräch mit Stephan Karkowsky

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Das Foto zeigt einen vermüllten Park in Berlin. (dpa / picture alliance / Paul Zinken)
Müll im Park - das ist in Berlin Standard. Jetzt will der Bezirk Pankow Touristen als Helfer gewinnen. (dpa / picture alliance / Paul Zinken)

In Berlin gibt es nun Stadtführungen, die Touristen nicht mit Geld, sondern mit einem kleinen Arbeitseinsatz vergüten sollen. Konkret: Sie sollen Müll sammeln. Ziel ist ein nachhaltiger Tourismus, der Besucher und Berliner zusammenbringt.

In Barcelona und Amsterdam gab es bereits ähnliche Aktionen, nun setzt auch Berlin auf müllsammelnde Touristen. Die Idee: Die Stadtführung ist kostenlos, dafür engagieren sich die Besucher hernach, beispielsweise in der Grünflächenpflege - und heben auf, was andere liegengelassen haben.

Rona Tietje, Stadträtin für Jugend, Wirtschaft und Soziales im Bezirk Pankow, will auf diese Weise für das Thema "nachhaltiger Tourismus" sensibilisieren. Viele Besucherinnen und Besucher hätten ja auch Interesse daran, sich einzubringen, sagt sie im Deutschlandfunk Kultur.

Touristen sollen nicht die Stadtreinigung ersetzen

Der Tourismus werde von den Berlinern inzwischen eher kritisch gesehen, so Tietje. Die negativen Seiten stünden "sehr stark im Fokus". Mit den Führungen, die auch Berlinern offen stehen, sollen beide Seiten jetzt ins Gespräch kommen: "Der Gedanke ist, dass man in den Austausch kommt und miteinander redet statt übereinander", erklärt Tietje.

"Wenn man sich kennenlernt, dann ist es immer leichter, als abstrakt zu sagen: Tourismus ist doch eigentlich eine ganz tolle Sache", meint Tietje. Sie versichert zudem, dass die Touristen nicht die Stadtreinigung ersetzen sollen.

(ahe)

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