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Dienstag, 07.04.2020
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 3. Januar 2020

Staatsoper in Prag wird nach drei Jahren wiedereröffnet

Nach knapp dreijähriger Renovierung wird die Staatsoper in Prag an diesem Sonntag wiedereröffnet. Zu einem Galakonzert am Abend werden der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis, Ungarns Regierungschef Viktor Orban und zahlreiche geladene Gäste aus Kultur und Gesellschaft erwartet. Die tschechische Regisseurin Alice Nellis und der deutsche Dirigent Karl-Heinz Steffens führen mit ausgewählten Opernarien durch die wechselvolle Geschichte des Hauses. Zu hören sein werden unter anderem Passagen aus Richard Wagners "Tannhäuser", Leos Janaceks "Jenufa" und Hans Krasas "Verlobung im Traum". Die Aufführung wird auf eine Videoleinwand im Freien übertragen. Die Generalsanierung des Hauses kostete umgerechnet knapp 51 Millionen Euro - ursprünglich waren rund 36 Millionen Euro veranschlagt worden.

Die Spinne des Jahres 2020 jagt ohne Netz

Die Gerandete Jagdspinne (Dolomedes fimbriatus) ist die Spinne des Jahres 2020. Sie überwältige ihre Beutetiere frei jagend ohne Fangnetz und lauere an Ufern stehender Gewässer Insekten, Kaulquappen und kleinen Fischen auf. Das zum Jahresende in Österreich gekürte Tier sei zugleich die deutsche und europäische Spinne des Jahres, bestätigte Christoph Hörweg vom Naturhistorischen Museum in Wien. Die Wahl von 83 europäischen Arachnologen sei deswegen auf die Jagdspinne gefallen, weil die Art durch die Verbauung von Ufern, die Beseitigung von Röhricht- und Schwimmblattvegetation, das Austrocknen von Mooren und die Verkleinerung entsprechender Wasserlebensräume gefährdet sei.

Buhrow verteidigt Entschuldigung für "Umweltsau"

In der Debatte um das "Umweltsau"-Lied des WDR hat Intendant Tom Buhrow den Vorwurf zurückgewiesen, vor rechten Kreisen eingeknickt zu sein. Der WDR habe durchaus die Mechanismen der rechten Mobilisierung im Internet erkannt, sagte der Chef des größten ARD-Senders dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Daneben habe es aber auch eine echte, nicht gesteuerte Empörung von ansonsten wohlmeinenden Hörern gegeben. In dem Lied des WDR-Kinderchors hatte es unter anderem geheißen: "Meine Oma ist 'ne alte Umweltsau." Dies hatte rund um den Jahreswechsel einen Shitstorm im Internet ausgelöst. Buhrow hatte umgehend für das Lied um Entschuldigung gebeten. Daraufhin wurde ihm vorgehalten, er spiele rechten Aktivisten in die Hand, die die Empörungswelle im Internet großenteils künstlich erzeugt hätten.

Veganismus: Britisches Gericht schafft Präzendenzfall

Ein britischer Richter hat ethisch motivierten Veganismus als philosophischen Glauben eingestuft und damit eine Präzedenzentscheidung gefällt. Sie fiel im Rahmen eines laufenden Verfahrens vor einem Arbeitsgericht in Norwich. Der überzeugte Veganer Jordi Casamitjana hatte gegen seine Kündigung bei einer Tierschutzorganisation geklagt. Er argumentiert, sein Arbeitgeber habe ihn gefeuert, weil er als ethisch motivierter Veganer Bedenken dagegen geäußert habe, dass der Rentenfonds der Organisation möglicherweise auch in Unternehmen investiert, die Tierversuche nutzen. Sein Arbeitgeber wirft dem heute 55-Jährigen dagegen grobes Fehlverhalten vor. Nach der Grundsatzentscheidung muss das Gericht nun noch darüber befinden, ob der Arbeitgeber den Veganer wegen dessen Überzeugungen benachteiligt hat. Ethisch motivierte Veganer verzichten neben tierischen Lebensmitteln auch auf Wolle und Leder und meiden Produkte, bei deren Herstellung Tierversuche eingesetzt werden.

Kongolesischer Maler Roger Botembe gestorben

Roger Botembe, der wohl bekannteste Maler der Republik Kongo, ist im Alter von 60 Jahren gestorben. Das meldeten kongolesische Medien und die Zeitung "taz". Botembes Malstil nannte er selbst "Transsymbolismus", Grundlage seiner Kunst waren Masken, auch die Sonne spielte eine wichtige Rolle. Roger Botembe studierte an der Kunstakademie von Kinshasa aus und stellte in Kinshasa, Abidjan und Brüssel aus. 1992 hatte er genug verdient, um ein eigenes "Atelier Botembe" zu gründen, das 14 Jahre lang Fluchtpunkt für junge Künstler aus Kinshasa war.

Mehr provokante Schülerfragen Bergen-Belsen

Der Leiter der Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen, Wagner, beklagt eine Zunahme provokanter Fragen von Schülern. Mitunter zweifelten die Jugendlichen etwa die Zahlen der NS-Opfer an, sagte er der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Zudem beobachte er eine Verschiebung der "Grenzen des Sagbaren". Das habe es zwar auch früher schon gegeben. Das Ausmaß aber sei neu. Als eine der Ursachen für die Entwicklung sieht Wagner das Erstarken der AfD. Er gehe davon aus, dass die Schüler "von Lehrern oder anderen gewissermaßen angespitzt" worden seien, so Wagner. Im Konzentrationslager Bergen-Belsen kamen zwischen 1940 und 1945 rund 20.000 Kriegsgefangene und mehr als 50.000 Häftlinge ums Leben. Hier starb auch Anne Frank im Frühjahr 1945 mit 15 Jahren.

Ermittlungsverfahren gegen französischen Autor

Die Pariser Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen den prominenten französischen Schriftsteller Gabriel Matzneff wegen Vergewaltigung Minderjähriger eingeleitet. Auslöser war das am Donnerstag erschienene Buch "Le Consentement" (deutsch: Das Einverständnis), in dem die Verlegerin Vanessa Springora dem Literaten vorwirft, sie als 13-Jährige verführt zu haben. Der lange Zeit von der französischen Literaturwelt gefeierte Matzneff hatte in der Vergangenheit keinen Hehl aus seinem Hang zu minderjährigen Mädchen und Jungen gemacht. Am Wochenende hatte der heute 83-Jährige Springoras Vorwürfe als "ungerechte und exzessive Angriffe" zurückgewiesen und erklärt, seine Beziehung zu dem Mädchen sei von "Schönheit" geprägt und eine "außergewöhnliche Liebe" gewesen.

Keine Bürgerbefragung wegen Opernsanierung

In der Debatte um die milliardenschwere Sanierung der Stuttgarter Oper hält die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer nichts von einer Bürgerbefragung. Die Entscheidung über das mehrjährige Bauprojekt in der Innenstadt müssten letztlich die Politiker fällen, sagte die Grünen-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. "Ich halte die Sanierung der Oper als Thema für eine Bürgerbefragung nicht für geeignet", sagte Bauer. Nach den Plänen von Stadt und Land könnten die Sanierung der Oper und der Bau eines Übergangsgebäudes mehr als eine Milliarde Euro kosten. Die Bauarbeiten sollen fünf Jahre bis sieben Jahre dauern und nicht vor 2025 beginnen.

"Marriage Story" ist Golden Globe Favorit

Fünf Wochen vor der Oscar-Verleihung wird an diesem Wochenende ein großes Staraufgebot bei den Golden Globes erwartet. Die Auszeichnungen des Verbands der Auslandspresse gelten auch als Barometer für die Oscar-Gala Anfang Februar.
Als Favorit geht das Beziehungsdrama "Marriage Story" mit sechs Nominierungen ins Rennen. Das Mafia-Epos "The Irishman" von Martin Scorsese und Quentin Tarantinos "Once Upon a Time in Hollywood" haben jeweils fünf Gewinnchancen. Auch der Thriller "Joker" mit Joaquin Phoenix und das Drama "Die zwei Päpste" mit Jonathan Pryce und Anthony Hopkins haben gute Gewinnchancen. Damit dominiert der Streaming-Riese Netflixmit seinen Produktionen "Marriage Story", "The Irishman" und "Die zwei Päpste".

Germanist Hansgerd Schulte gestorben

Der Germanist und ehemalige DAAD-Präsident Hansgerd Schulte ist tot. Das bestätigte die Familie Deutschlandfunk Kultur. Schulte hatte den deutsch-französischen akademischen Austausch maßgeblich geprägt. 1932 in Simmern geboren, machte er Abitur in beiden Ländern und studierte in Freiburg und Paris Germanistik und Romanistik. 1963 wurde er als Leiter an die neu eingerichtete Außenstelle des DAAD berufen. Ab 1969 lehrte Hansgerd Schulte als Professor an der Sorbonne. Dort richtete er den deutsch-französischen Studiengang in Literatur und Landeskunde ein, die Études Franco-Allemandes, die auch von vielen deutschen Studierenden besucht wurden. Sein Forschungsschwerpunkt war die moderne und die zeitgenössische deutsche Literatur.

Panikattacke im Vatikanischen Museeum

Weil ein Stück Marmor von der Decke gefallen ist, hat eine Touristin in den Vatikanischen Museen in Rom eine Panikattacke bekommen. Die Frau aus den USA habe den Terroranschlag vom 11. September 2001 auf die Twin Towers in New York überlebt und habe deshalb einen Schock erlitten, berichteten die italienischen Nachrichtenagenturen Ansa und Adnkronos unter Berufung auf die Einsatzkräfte. Der Marmor habe sich im Eingang des Museens gelöst. Niemand sei verletzt worden. Die Vatikanischen Museen mit der Sixtinischen Kapelle gehören zu den meistbesuchten der Welt.

Kunstmäzen plant Cobra-Museum in Antwerpen

Der flämische Kunstmäzen und Unternehmer Fernand Huts plant ein Museum für Werke der Künstlerbewegung Cobra in seiner Heimatstadt Antwerpen. Grundlage der vollständig neuen Dauerschau solle seine eigene Sammlung mit Bildern von Karel Appel, Pierre Alechinsky, Corneille, Asger Jorn, Christian Dotremont und anderen Cobra-Mitgliedern sein, berichtete die Zeitung "De Morgen". Die Pläne sollten 2020 realisiert werden. Cobra ist eine Avantgarde-Kunstbewegung aus den Jahren 1948 bis 1951. Ihr gehörten Künstler aus Dänemark, Belgien und den Niederlanden an.

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