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Dienstag, 20.04.2021
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 8. Dezember 2020

Staatsballett Berlin reagiert auf Rassismusvorwürfe

Das Staatsballett Berlin will sein Programm überarbeiten. "Überholte und diskriminierende Aufführungsweisen sollen aufgedeckt werden, heißt es auf der Website. "Wir sind uns bewusst, dass das Ballettgenre People of Color im Laufe seiner Geschichte marginalisierte." Die Compagnie wolle auch ein Spiegel der Gesellschaft sein. Das Repertoire müsse Diversität abbilden. Im Oktober hatte die Ballerina Chloé Lopes Gomes den Vorwurf des Rassismus gegen ihre Trainingsleiterin erhoben.

Besondere Oscar-Gala im April geplant

Die nächste Verleihung des wichtigsten Filmpreises der Welt, soll von drei erfolgreichen Produzenten ausgerichtet werden: Steven Soderbergh, Stacey Sher und Jesse Collins. Das teilte die Oscar-Akademie in Los Angeles mit. Es seien neue Ansätze und Konzepte gefragt. Die 93. Oscar-Gala soll nicht wie gewohnt im Februar, sondern am 25. April stattfinden und live über die Bühne des Dolby Theatre gehen.

Knapp 2,5 Millionen Euro für Werk-Ensemble "Balthus à Chassy"

Der Schätzwert vor der Auktion in Paris lag bei 1,5 Millionen Euro. Der Hammer für das Werk-Ensemble "Balthus à Chassy" fiel aber erst bei 2.476.380 Millionen Euro. Zu den Käufern der 150 angebotenen Zeichnungen, Aquarelle, und Skizzen des umstrittenen französischen Malers Balthus gehört das Centre Pompidou. Die Arbeiten des 2001 gestorbenen Künstlers entstanden größtenteils auf seinem Schloss Chassy in Burgund. Sie gehören zur Sammlung von Frédérique Tison, Modell und Muse von Balthus, der einem breiten Publikum vor allem durch seine erotischen Bilder bekannt ist.

Rundfunk zieht Konsequenzen aus Sachsen-Anhalt

Die öffentlich-rechtlichen Sender wollen vor das Bundesverfassungsgericht ziehen.
Das kündigten Deutschlandradio, ARD und ZDF unabhängig voneinander an. Auslöser ist die fehlende Zustimmung Sachsen-Anhalts zur Gebührenanhebung.
Weil die bedarfsgerechte Finanzierung ab 2021 nicht mehr gesichert sei, habe man beschlossen, Verfassungsbeschwerde einzureichen. Ohne ausreichende, unabhängig ermittelte Finanzierung sei dies unausweichlich.

Leipziger Buchpreis für Johny Pitts

Der britische Essayist, Schriftsteller und Fotograf Johny Pitts erhält den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2021. Er wird für sein Buch "Afropäisch. Eine Reise durch das schwarze Europa" ausgezeichnet, wie die Leipziger Messe mitteilte. Das im September erschienene Buch verknüpft Reportagen und literarische Essays zur Suche nach postkolonialer Identität. In ihrer Begründung schreibt die Jury: "Pitts Versuch, aus dem Disparaten ein kohärentes Bild zusammenzusetzen, ist eine von Hoffnung und Melancholie getragene Bricolage. "Afropäisch" ist ein großes, auf fruchtbare Weise unfertiges Werk, das sein Autor, so ist es zu hoffen, fortsetzen wird. Es wäre uns allen, und Europa, zu wünschen." Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung zählt zu den wichtigsten Literaturpreisen in Deutschland. Sie soll am 26. Mai zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse verliehen werden.

Jugendliche lesen in Corona-Zeiten mehr

Das Medienverhalten von Jugendlichen hat sich in der Corona-Krise verändert. Das geht aus der sogenannten JIM-Studie 2020 hervor, wie börsenblatt.de berichtet. Danach lesen 35 Prozent der 12- bis 19-Jährigen täglich oder mehrmals pro Woche gedruckte Bücher - und zwar in ihrer Freizeit. Auch wenn der Anteil dieser Vielleser fast unverändert ist, so wurde 2020 deutlich länger gelesen als im Vorjahr. Beim E-Book gibt es einen leichten Anstieg der Nutzungszahlen. Dennoch nähme die elektronische Publikation beim Lesen immer noch keinen relevanten Stellenwert ein, konstatiert die Studie. Deutlich zeigt die Studie geschlechtsspezifische Unterschiede: Während 42 Prozent der Mädchen regelmäßige Leserinnen sind, greifen bei den Jungs lediglich 28 Prozent häufig zum Buch. Auch ist der Anteil an Nichtlesern bei Jungen mit 20 Prozent doppelt so hoch wie bei den Mädchen. Mit zunehmendem Alter nimmt die Leseaktivität merklich ab.

Jean-Michel Jarre plant virtuelles Notre-Dame-Konzert

Der Elektropop-Pionier Jean-Michel Jarre will am Silvesterabend in Paris ein Konzert als Avatar geben. Dabei wird Jarre in der virtuellen Kulisse von Notre-Dame auftreten, wie die Stadt Paris und seine Plattenfirma mitteilten. Das Konzert soll um 23.25 Uhr beginnen und rund 45 Minuten dauern. Es werde auf diversen Plattformen übertragen. Jarre will dabei live in einem Studio nahe Notre-Dame performen. Jarre hatte bereits im Sommer als Avatar ein virtuelles Konzert in Paris gegeben. Notre-Dame war im Frühjahr 2019 bei einem Brand schwer beschädigt worden. Die Sicherungsarbeiten dauern noch an. An Heiligabend soll aber erstmals der Chor der Kathedrale ein Konzert in dem Jahrhunderte alten Gebäude geben.

Twitter-Highlights 2020: Drosten, Corona, Netflix

Der Virologe Christian Drosten ist im Corona-Jahr 2020 zum Star bei Twitter geworden und verzeichnet deutschlandweit das größte Wachstum an Followern, wie aus dem Jahresrückblick des US-Unternehmens für Deutschland hervorgeht. Die Pandemie war in diesem Jahr das zentrale Thema für die Nutzer des Dienstes. So belegt der Hashtag #corona Platz eins der Liste der am meisten verwendeten Schlagwörter bei Twitter. Danach folgen die Hashtags #bts für die gleichnamige südkoreanische Boyband sowie #nintendoswitch für das in diesem Jahr populärste Videospiel "Animal Crossing". Die wichtigste Bewegung war Twitter zufolge die internationale Menschenrechtsbewegung «Black Lives Matter» (#blacklivesmatter). Auf den nächsten Rängen folgen #stayathome, sowie #fridaysforfuture. Der Tweet mit den meisten Likes war nach Angaben des Unternehmens eine Trauermeldung zum Tod von "Black Panther"-Star Chadwick Boseman. Der Marken-Account, der in Deutschland die meisten Follower bei Twitter dazugewonnen hat, war der Streaming-Dienst Netflix.

Freispruch für Rapper Kollegah

Gangster-Rapper Kollegah ist vom Vorwurf des unerlaubten Waffenbesitzes freigesprochen worden. Vor dem Amtsgericht Viersen hatte er erklärt, er wisse nicht, wie die von der Polizei entdeckte Waffe, vermutlich ein Schreckschussmodell, in seinen Wagen gekommen sei. "Da hat wohl jemand dem Boss eins auswischen wollen", sagte der 36-Jährige. Der Wagen habe eine Woche lang defekt auf einem öffentlichen Parkplatz gestanden - mit dem Schlüssel auf einem der Reifen. Er habe repariert werden sollen. Der Schlüssel sei später genauso verschwunden gewesen wie die Waffe. Zwischendurch habe ein Unbekannter die Waffe im Wagen deponiert, fotografiert und das Bild im Internet hochgeladen. Dann habe ein anonymer Anrufer der Polizei einen Tipp gegeben. Weil diese Version von Kollegah alias Felix Blume nicht zu widerlegen war, hatte auch die Staatsanwältin schließlich Freispruch beantragt.

Welfenschatz vor oberstem US-Gericht

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat vor dem obersten Gericht der USA ihren Anspruch auf den in der NS-Zeit verkauften Welfenschatz bekräftigt. Nach einer Anhörung vor dem Supreme Court in Washington erklärte Präsident Hermann Parzinger, die Stiftung habe dabei vorgetragen, warum der Fall ihrer Ansicht nach nicht vor ein US-Gericht gehöre. Neben den juristischen Argumenten habe die Stiftung betont, dass sie sich seit mehr als zwei Jahrzehnten der umfassenden Provenienzforschung und einer gerechten Lösung von NS-Restitutionsfällen verpflichtet fühle. In dem Rechtsstreit geht es um die Rückgabe des Schatzes an die Nachfahren jüdischer Kunsthändler, die in den USA vor Gericht gegangen sind. Sie gehen davon aus, dass die Objekte ihren Vorfahren von den Nazis nur scheinbar legal weggenommen wurden. Die Stiftung ist überzeugt, dass es sich nicht um einen NS-verfolgungsbedingten Zwangsverkauf handelt. Das Land Berlin hat den Schatz zu national wertvollem Kulturgut erklärt. Damit ist eine Ausfuhr nur noch mit Genehmigung der Bundesregierung möglich.

Goethe-Institut: weniger Deutschschüler weltweit

Wegen der Corona-Pandemie haben in diesem Jahr rund 20 Prozent weniger Schüler die Kurse des Goethe-Instituts besucht. Einen Teil der Verluste habe es aber durch digitale Angebote ausgleichen können, teilte das Institut mit. Bisher sei die Einrichtung glimpflich durch die Krise gekommen. Dies sei auch auf die Digitalisierungsstrategie der vergangenen Jahre zurückzuführen, sagte Präsidentin Carola Lentz. Weltweit hat das in München ansässige Goethe-Institut 157 Niederlassungen. Der Etat für 2020 wird auf 417 Millionen Euro beziffert, rund 293 Millionen Euro kommen aus Zuwendungen des Auswärtigen Amts.

Grütters will mehr Geld für Kultur in der Corona-Krise

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat sich für neue Milliarden-Hilfen für die Kultur in der Corona-Krise ausgesprochen. Die CDU-Politikerin sagte der Deutschen Presse-Agentur, es werde vermutlich mindestens doppelt so viel Geld benötigt. Der Bund hatte im Sommer für die Kultur ein eigenes Programm in Höhe von einer Milliarde Euro aufgelegt. Dieses sei eine Antwort auf die Schließungen im Frühjahr gewesen, aber der jetzige, deutlich längere Kultur-Lockdown sei dabei nicht "eingepreist" worden, betonte Grütters. In der aktuellen Corona-Krise sind Kulturschaffende auf Unterstützung von Bund und Ländern angewiesen.

Deutsche Grundschüler in Mathe nur Mittelmaß

Grundschüler in Deutschland sind in Mathematik und in den Naturwissenschaften nur mittelmäßig gut. Das geht aus der in Berlin vorgestellten Studie "Trends in International Mathematics and Science Study" (TIMSS) hervor, an der Deutschland seit 2007 teilnimmt. Zwar liegen die Kompetenzen der Viertklässler mit 518 Punkten über dem internationalen Mittelwert von 501 Punkten. Im Vergleich zu den teilnehmenden OECD-Staaten sind die Werte jedoch in beiden Bereichen unterdurchschnittlich. Der Studie zufolge erreichten wie in den Jahren zuvor etwa sechs Prozent der deutschen Schüler in Mathematik die höchste Kompetenzstufe. In den EU-Staaten waren es 9,4 Prozent und in den OECD-Staaten 11,5 Prozent. Bei den Naturwissenschaften waren etwa sieben Prozent sehr gut. Das entspricht in etwa dem Niveau in den EU-Staaten und ist etwas niedriger als in den OECD-Staaten. An der Studie haben weltweit 58 Staaten mit mehr als 300.000 Schülern teilgenommen. In Deutschland wurden für den internationalen Vergleich 4.900 Schüler aus 203 Schulen in die Untersuchung einbezogen.

Nolan kritisiert geplantes Filmmodell von Warner

Der britische Regisseur Christopher Nolan hat die geplante gleichzeitige Veröffentlichung von Filmen des Unternehmens Warner Bros. in Kinos und einem Streamingdienst 2021 scharf kritisiert. "Es ist eine einseitige Entscheidung, die das Studio getroffen hat", sagte Nolan der Nachrichtenagentur AP. "Und es ist keine gute Geschäftsentscheidung". Das Filmstudio hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass seine für 2021 vorgesehen Filme, darunter ein neuer "Matrix"-Film und "In the Heights" in den USA gleichzeitig im Streamingdienst HBO Max und in Kinos starten würden. Deshalb gab es Bedenken, dass es um die Zukunft der Kinos nicht gut bestellt sei. Nolan ist einer der wichtigsten Regisseure des Filmunternehmens. Er ist der erste Filmemacher von Warner Bros., der sich öffentlich zu der Angelegenheit geäußert hat. Jeder seiner Filme seit "Insomnia" von 2002 ist bei Warner Bros. gelaufen, darunter seine Batman-Trilogie.

"Dänischer James Dean" Klaus Pagh gestorben

Der dänische Schauspieler und Theaterdirektor Klaus Pagh ist gestern im Alter von 85 Jahren gestorben. Das teilte seine Familie mit. Seine jahrzehntelange Karriere begann für den Dänen Mitte der 50er Jahre. Mit Filmen wie "Mädchen im gefährlichen Alter" baute er sich dank seines ähnlichen Aussehens den Ruf einer dänischen Version des US-Schauspielers James Dean auf. Zum Schauspieler ließ er sich dann Anfang der 60er Jahre am Theater in Odense ausbilden, auch in Aalborg stand er daraufhin auf der Bühne. Obwohl er größere Bekanntheit mit seinen Filmrollen erlangte, blieb Pagh auch dem Theater treu: In Kopenhagen leitete er im Laufe der 80er und 90er Jahre mehrere Theater, darunter das renommierte ABC Teatret und das Aveny Teatret.

Kein Weihnachtsgottesdienst im Englischen Garten

Der für Heiligabend geplante ökumenische Weihnachtsgottesdienst in München mit Kardinal Reinhard Marx und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm ist abgesagt worden. Er werde nicht, wie bisher vorgesehen, im Englischen Garten stattfinden. Das teilten die Erzdiözese München und Freising sowie die bayerische Landeskirche mit. Da mit einer sehr hohen Teilnehmerzahl zu rechnen sei, lasse sich ein solcher Gottesdienst mit Blick auf das aktuelle Infektionsgeschehen derzeit nicht durchführen. Die ökumenische Vorbereitungsgruppe arbeite jedoch weiter an einem alternativen Konzept, hieß es.

Anne-Sophie Mutter sammelt Spenden für Musiker

Stargeigerin Anne-Sophie Mutter möchte mit Auftritten in Gottesdiensten auf die Lage freiberuflicher Musiker in Zeiten der Corona-Pandemie aufmerksam machen und Spenden sammeln: "Musik ist ein Refugium, eine Quelle der Kraft, des Trostes sowie leuchtender Hoffnung und tiefer Gemeinschaftserlebnisse", sagte die Geigerin. "Bitte unterstützen Sie diejenigen, die Ihnen dieses Geschenk machen und wegen Corona in Existenznot geraten sind. Helfen auch Sie bitte mit, dass die Deutsche Orchesterstiftung Nothilfe leisten kann." Mutter wird am Dritten Adventssonntag die Evangelische Messe im Hamburger Michel musikalisch gestalten.

Nobelvorlesung von Louise Glück veröffentlicht

Auf der Webseite der Nobelstiftung ist die Vorlesung der diesjährigen Literaturnobelpreisträgerin Louise Glück nachzulesen. Sie halte die Auszeichnung für eine Ehrung zurückhaltender literarischer Stimmen, sagte die US-Amerikanierin. "Ich glaube, dass die Schwedische Akademie mit meiner Auszeichnung die intime, private Stimme ehrt, die durch öffentliche Äußerungen manchmal verstärkt oder erweitert, aber niemals ersetzt werden kann», schrieb die 77 Jahre alte Poetin. Sie selbst habe sich immer zu einsamen menschlichen Stimmen in der Lyrik hingezogen gefühlt, etwa zu William Blake und Emily Dickinson. Die Online-Verleihung des Literaturnobelpreises findet am Donnerstag in Stockholm statt.

Mysteriöse Metallsäule auch in den Niederlanden

Nach den USA, Großbritannien und Rumänien ist nun auch in den Niederlanden eine Metallsäule mitten in der Landschaft entdeckt worden. Die Forstverwaltung geht davon aus, dass sie unbemerkt am Wochenende aufgestellt wurde. Wanderer hätten den mattsilberfarbenen Obelisk am Sonntag in der Nähe des Kiekenberg-Naturschutzgebiets in Friesland gefunden. Zur ersten, hochglänzenden Säule im US-Bundesstaat Utah hat sich inzwischen ein anonymes Künstlerkollektiv bekannt.

Komponist der Filmmusik für den kleinen Maulwurf ist tot

Der tschechische Komponist und Musikpädagoge Vadim Petrov ist nach langer Krankheit im Alter von 88 Jahren gestorben. Das berichtet die Agentur CTK unter Berufung auf Petrovs Sohn. Überall, wo die Zeichentrickserie "Der kleine Maulwurf" gesehen wird, ist auch Petrov bekannt, denn er schrieb die Musik. Insgesamt soll er rund 1400 Stücke komponiert haben, von Symphonien über Kammermusik bis hin zu Liedern und Chansons. Für seine Filmmusik erhielt Petrov nationale und internationale Auszeichnungen.

Bob Dylan verkauft Rechte an seinen Songtexten

Bob Dylan hat die Rechte an seinen Songtexten an den US-Konzern Universal Music verkauft. Dies betrifft mehr als 600 Lieder, darunter „Blowin‘ in the Wind“, „The Times They Are A-Changin‘“ und „Like a Rolling Stone“. Schätzungen zufolge zahlte das Musiklabel dafür mehr als 300 Millionen US-Dollar. Die „New York Times“ spricht von der vielleicht größten Akquise von Musikverlagsrechten eines einzelnen Interpreten überhaupt. Dylan ist der einzige Musiker, der mit einem Literaturnobelpreis geehrt wurde. Er erhielt die Auszeichnung 2016.

Wortschatz im Wandel - 1.000 neue Wörter zu Corona

Forscher haben etwa 1.000 neue Wörter rund um das Thema Corona gesammelt. Die Pandemie habe den Wortschatz in diesem Jahr geprägt wie kein anderes Thema, teilte das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS) mit. Die Wörter und Wortverbindungen reichen etwa von Abstandsgebot und AHA-Regel über C-Wort, Drive-in-Test, Superspreaderereignis und Wellenbrecherlockdown bis zu Zoomparty. Aber auch zahlreiche andere Wörter und Wortverbindungen haben den Wortschatz in den 2010er Jahren erweitert. Politische und gesellschaftliche Debatten, Trends und technische Innovationen hinterlassen Spuren in der Sprache. Zum Besispiel: digital entgiften, upcyceln, Pegidist, Fracking, Duckface, Retweet, Shitstorm und Tiny House. Das Online-Wörterbuch (https://www.owid.de/docs/neo/start.jsp) des IDS mit Wortneuschöpfungen der vergangenen zehn Jahre erklärt zu jedem Wort die Bedeutung, typische Verwendungen, Grammatik und Herkunft.

Beethoven - Riesenbild in Acker gezeichnet

Mit wallender Mähne und ernstem Blick: der Land-Art-Künstler Dario Gambarin hat ein riesiges Porträt des deutschen Komponisten Ludwig van Beethoven in einen Acker im Norden Italiens gemäht. "Beethoven Absolut! 1770" steht unter dem Konterfei des deutschen Musikers, wie auf Luftaufnahmen zu sehen ist. Das Kunstwerk befindet sich nach Angaben Gambarins im Ort Castagnaro, etwa 50 Kilometer südöstlich von Verona. Anlass ist Beethovens 250. Geburtstag am 17. Dezember (genau genommen das Datum seiner Taufe). Gambarin widmet immer wieder berühmten Persönlichkeiten überdimensionale Landschaftskunstwerke. Anlässlich des 500. Todestages von Leonardo da Vinci, hatte er zum Beispiel im vergangenen Jahr ein Selbstbildnis des Universalkünstlers in die Natur gezeichnet.

Gedenkmünze für David Bowie im Weltall

Eine Gedenkmünze zu Ehren der britischen Pop-Ikone David Bowie ist für einen kurzen Flug ins Weltall geschickt worden. Die Münze habe eine Flughöhe von mehr als 35 000 Metern erreicht und sich für eine Dreiviertelstunde in der Erdatmosphäre aufgehalten, schrieb die Münzprägeanstalt Royal Mint auf Facebook. Fans und Sammler von Bowie, in dessen Songs ("Space Oddity", "Starman") das All immer wieder eine Rolle spielte, können die Münzen in verschiedenen Größen und Ausführungen kaufen, darunter auch eine Goldmünze im Wert von mehr als 11 000 Pfund. Der gebürtige Brite David Bowie starb Anfang 2016 in New York im Alter von 69 Jahren an Krebs. Er gilt als einer der einflussreichsten Musiker des 20. Jahrhunderts.

Marie Luise Kaschnitz-Preis für Iris Wolff

Die Schriftstellerin Iris Wolff erhält den Marie Luise Kaschnitz-Preis für ihr bisheriges Gesamtwerk. Wie die Evangelische Akademie Tutzing mitteilte, soll die mit 7.500 Euro dotierte Auszeichnung bei einer Literaturtagung Ende April 2021 verliehen werden. Die im rumänischen Hermannstadt geborene Preisträgerin kam im Alter von sieben Jahren nach Deutschland und hat vier Romane verfasst. In ihnen würden "weit über das Dokumentarische hinaus universelle, existenzielle Themen wie Sehnsucht, Liebe, Einsamkeit, Trauer, Verlust, Glaube und Freundschaft angeschlagen", so die Jury. Anhand von Familiengeschichten lasse sie "das geradezu verschwörerische, abenteuerliche und märchenhafte Miteinander im Alltag der Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben" aufleben. Besonders hebt die Jury Wolffs erst im Herbst erschienenes jüngstes Werk "Die Unschärfe der Welt" hervor. Der Marie Luise Kaschnitz-Preis wird seit 1984 vergeben. 2019 ging er an Angelika Klüssendorf.

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