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Fazit | Beitrag vom 09.05.2021

Sprayer Thomas BaumgärtelDie Banane wird zum Symbol fürs Impfen

Thomas Baumgärtel im Gespräch mit Marietta Schwarz

Ein Mann im gelben Shirt lacht links in die Kamera, ein Junge rechts. Dazwischen ist ein Bild einer Banane zu sehen, die oben gelb ist und unten rot ist und dort auch Noppen an der Schale hat. Oben steckt in der Banane eine gelbe Spritze. (Thomas Baumgärtel)
Thomas Baumgärtels Impf-Banane ist unten rot und mit Corona-Spikes übersäht. (Thomas Baumgärtel)

Thomas Baumgärtel will die Impfbereitschaft in der Bevölkerung steigern und dem Pflegepersonal danken. Dafür hat er seine Spraybanane leicht umgewandelt. Gemeinsam mit seinem zehnjährigen Sohn tourt er nun durch Deutschland.

Seit 35 Jahren bereichert Thomas Baumgärtel den öffentlichen Raum mit seinen Spraybananen, gerne im Eingangsbereich von Kunstmuseen oder Galerien. Seit Ende März gibt es nun eine neue Variante, die sogenannte Impfbanane. Sie ist unten rot und mit Corona-Spikes übersät und oben steckt eine Spritze drin. Dort fängt die Impfung an zu wirken, und die Banane wird wieder gelb, so wie wir sie kennen.Abonnieren Sie unseren Kulturnewsletter Weekender. Die wichtigsten Kulturdebatten und Empfehlungen der Woche. Ab jetzt immer freitags per Mail. (@ Deutschlandradio)
Weil in seinem Freundes- und Bekanntenkreis immer mehr Menschen sagten, sie würden sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen, startete Thomas Baumgärtel diese Aktion, wie er sagt: "Ich habe 35 Jahre für die Freiheit der Kunst gekämpft. Ich will diese Freiheit zurückhaben. Und wir kriegen das nur durch das Impfen hin." Die Impfbanane ist also "eine Aufforderung, dass sich wirklich viele impfen lassen" und eine Auszeichnung für Orte, die sich beim Impfen besonders hervorgetan haben.

Impfanreiz und Danksagung

So prangen Impfbananen nun in 30 Städten an den Hausfassaden von Krankenhäusern und Impfzentren. Die Aktion wurde schnell zum Selbstläufer. Doch der Anfang war illegal und abenteuerlich, wie es sich für einen Graffiti-Künstler gehört. Gemeinsam mit seinem zehnjährigen Sohn machte sich Bäumgärtel früh morgens auf, um im Schutz der Dunkelheit diese besonderen Orte mit Bananen auszuzeichnen. Ein großer Spaß auch für seinen Sohn, der vor jeder Aktion zu ihm meinte: "Ich bin so aufgeregt, ich bin voll mit Adrenalin."

Als das Impfzentrum in Köln-Deutz seine Arbeit aufnahm, war Vater und Sohn sofort klar, dass es dringend eine Impfbanane bräuchte: "Da sind wir dann mit dem Auto hingefahren, sind auch durchgekommen und haben gesagt: 'Wir müssen die Oma abholen.' Und sind bis zum Eingang vorgedrungen. Das Zentrum war aber dermaßen gut bewacht, besser als die Bank von Schottland. Da haben wir dann gesagt, da fahren wir abends noch mal hin. Und sind abends hin, mein Sohn ist bis zwölf Uhr aufgeblieben. Und als wir ankamen, war alles mit Rollgittern zu. Es war kein Rankommen an diesen heiligen, gut bewachten Ort."

War die Aktion anfangs illegal, geht nun alles hochoffiziell zu. Baumgärtel erreichen täglich E-Mails mit Anfragen. Daraus entsteht ein richtiger Tourplan, den beide den ganzen Sommer über abarbeiten werden. Eine schöne Aktion, die "auch als Danksagung an das ganze Krankenhaus- und Pflegepersonal" gedacht ist.

(ckr)

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