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Freitag, 10.07.2020
 
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Konzert / Archiv | Beitrag vom 17.04.2020

Spontankonzert: Beethoven, Ravel und Clara SchumannIn diesem Konzertflügel steckt ein ganzes Orchester

Moderation: Stefan Lang

Drei Musiker im Porträt. (Hannes Caspar / Irène Zandel / Montage Deutschlandradio)
Hinrich Alpers spielt Beethoven, Franziska Hölscher und Severin von Eckardstein präsentieren Musik der Romantik. (Hannes Caspar / Irène Zandel / Montage Deutschlandradio)

88 Tasten ersetzen ein Orchester: Hinrich Alpers spielt Beethovens Sinfonien in der Klavierfassung von Franz Lizt. Außerdem in unserem Spontankonzert: Werke für Violine und Piano, interpretiert von Franziska Hölscher und Severin von Eckardstein.

Die Jesus-Christus-Kirche in Berlin Dahlem bietet genug Platz für ein Konzert, bei dem alle Musikerinnen und Musiker den gebotenen Abstand voneinander halten. Ohne Publikum, aber mit reichlich Mikrofonen ausgestattet, bildet die Kirche erneut den Rahmen für einen musikalischen Abend, der sich spontan gefügt hat.

Ein Klavier ist keine Oboe

Den ersten Teil bestreitet der Pianist Hinrich Alpers, der gerade alle Beethoven-Sinfonien einspielt. Allein? Ja, auf dem Klavier. Der Beethoven-Fan Franz Liszt hat alle diese Werke für 88 Tasten eingerichtet. Dass die Klangfülle im Vergleich zu einem großen Orchester dennoch bestehen könne, bedeute eine große Herausforderung für den Pianisten, so Alpers:

"Man kann auf dem Klavier ja nicht klingen wie eine Oboe oder wie Geigen, aber man muss verschiedene Klavierklänge produzieren können, um eine Vielschichtigkeit zu erreichen, sonst ist das langweilig wie eine Postkarte, die man anschaut, und nicht dreidimensional."

Der Pianist sitzt am Flügel und drumherum befinden sich Mikrofone. (Deutschlandradio / Cornelia de Reese)Sinfonie für Solo-Piano: Hinrich Alpers spielt den Beethoven-Liszt auswendig. (Deutschlandradio / Cornelia de Reese)

Im Gespräch mit Stefan Lang erläutert Hinrich Alpers, wo die Unterschiede, die Feinheiten, die Besonderheiten, die Schwierigkeiten und Schönheiten dieser Klavierfassung liegen.

Nach einem kleinen Umbau folgt der zweite Teil des Abends. Die Geigerin Franziska Hölscher und ihr langjähriger Klavierpartner Severin von Eckardstein spielen Musik der Romantik. 

Von deutscher Romantik zur französischen Eleganz

Den Auftakt bilden Romanzen von Clara Schumann, jener Starpianistin, die auch etliche Jahre in Berlin lebte. Dann zieht Mit einem geigerischen Feuerwerk zieht die vierte Sonate von Mieczyslaw Weinberg die Hörer in ihren magischen Bann, der aber dann schalkhaft gebrochen wird.

Die Geigerin steht neben dem Flügel. (deutschlandradio / Cornelia de Reese)Ein Feuerwerk für Violine und Klavier: Franziska Hölscher und Severin von Eckardstein. (deutschlandradio / Cornelia de Reese)

Den Abschluss bildet Maurice Ravels Sonate in G-Dur für Violine und Klavier. Hier spekulierte der Komponist wohl auf den Trend der Nachtclubs, in denen gerade der Blues und Jazz der 1920er Jahre florierte. Fein gesponnene Musik ist das, die heute spontan auf das Programm gehoben wurde.

Live aus der Jesus-Christus-Kirche Berlin

Hinrich Alpers, Klavier

Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 4 B-Dur op. 60
Bearbeitet für Klavier von Franz Liszt

Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92
Bearbeitet für Klavier von Franz Liszt
2. Satz: Allegretto

Franziska Hölscher, Violine
Severin von Eckardstein, Klavier

Clara Schumann
Romanzen für Violine und Klavier

Mieczyslaw Weinberg
Sonate Nr. 4 für Violine und Klavier

Maurice Ravel
Sonate G-Dur für Violine und Klavier

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