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Kulturnachrichten

Samstag, 10. April 2021

SPK-Chef Parzinger: "Denkmäler nicht beliebig zerstören"

In der Diskussion um den Bestand von Denkmälern etwa mit rassistischem oder kolonialistischem Hintergrund hat der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, vor nicht legitimierten Übergriffen gewarnt. Er verstehe, dass man zu gewissen Zeiten bestimmte Denkmäler nicht mehr sehen wolle, sagte er der Deutschen Presse Agentur. Das gelte etwa für die Denkmalstürze von Saddam Hussein im Irak oder von Lenin in Deutschland und Osteuropa. Aber es sollte einen gesellschaftlichen Dialog darüber geben, wenn bestimmte Denkmäler von der Gemeinschaft mehrheitlich nicht mehr gewünscht seien. Die Debatten seien wichtig, weil sie einer Gesellschaft bestimmte Etappen ihrer komplizierten und schwierigen Geschichte bewusst machten, und könnten auch zum Abbau von Denkmälern führen. Einzelne Gruppen sollten sich aber nicht selbst das Recht nehmen, Denkmäler einfach zu zerstören. "Wenn jeder selbst das Recht in die Hand nimmt, beliebig Denkmäler zu zerstören: Wo kommen wir da hin?", so Parzinger.

Zukunftsforscher und Bestsellerautor Naisbitt ist tot

Der Zukunftsforscher John Naisbitt ist tot. Er starb im Alter von 92 Jahren in seiner österreichischen Wahlheimat in Velden am Wörthersee, wie seine Familie mitteilte. Naisbitt schrieb Anfang der 1980er Jahre den Weltbestseller „Megatrends“ und prägte den Begriff der Globalisierung. Er sagte den Wandel von der Industrie- zur Informationsgesellschaft voraus und war Berater von US-Regierungen. Ab Mitte der 1990er Jahre richtete Naisbitt seinen Fokus auf den Aufstieg Asiens, insbesondere in China. Naisbitt wurde 1929 in Utah geboren. Nach dem Politik-Studium an den Universitäten Cornell und Harvard arbeitete er für die Konzerne Kodak und IBM sowie für US-Regierungen im Bildungsbereich.Seine Karriere als Trendforscher begann er mit einem Newsletter, für den er Zeitungsartikel aus den USA auswertete.

Australische Fotografin June Newton ist tot

June Newton, die Fotografin und Witwe von Helmut Newton, ist tot. Sie starb gestern im Alter von 97 Jahren in ihrer Wahlheimat Monte Carlo. Das teilt die Helmut Newton Foundation, deren Präsidentin sie war, in Berlin mit. Mit 24 Jahren hatte sie, damals noch Schauspielerin, in ihrer Geburtsstadt Melbourne einen jungen Fotografen kennengelernt, der vor den Nazis aus Deutschland geflohen war. Ein Jahr später heiratete das Paar und blieb fast 60 Jahre zusammen. In den siebziger Jahren begann sie unter dem Pseudonym Alice Springs zu fotografieren und konzentrierte sich bald auf die Porträtfotografie. Für den französischen Sender Canal Plus drehte sie die Dokumentation Helmut by June. Die privaten Fotos, die das Paar gegenseitig von sich machte, erschienen 1998 in dem Bildband Us and Them.

Kritik an "Querdenker"-Demo

Der hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker (CDU) hat eine von der "Querdenker"-Bewegung geplante Demonstration gegen "gleichgeschaltete" Medien an diesem Sonntag in Frankfurt am Main scharf kritisiert. "Wer die Medien in unserem Land als 'gleichgeschaltet' diffamiert, dem geht es längst nicht mehr um Kritik an Corona-Beschränkungen", erklärte Becker in Wiesbaden. "Querdenker" verachteten die Demokratie und die freiheitliche Gesellschaft. Immer unverhohlener nutzten sie Vergleiche mit Nazi-Deutschland, um das gesellschaftliche Klima zu vergiften, und immer öfter verglichen sie die Verbrechen der Nazis mit den Schutzmaßnahmen vor der Corona-Pandemie und verharmlosten damit die Schoah. "Diese Demonstration dient in meinen Augen nicht der freien Meinungsäußerung, sondern der Einschüchterung von Presse, Medien und Gesellschaft. Wer hier mitläuft und applaudiert, der sekundiert dem Extremismus und dem Antisemitismus", betonte Becker, der auch Bürgermeister in Frankfurt ist.

Segensgottesdienste für homosexuelle Paare

Eine Gruppe katholischer Seelsorgerinnen und Seelsorger ruft für den 10. Mai zu bundesweiten "Segensgottesdiensten für Liebende" auf. "Paare, die hieran teilnehmen, sollen den Segen bekommen, den Gott ihnen schenken will - ganz ohne Heimlichkeit", heißt es in dem Aufruf unter den Leitworten #mutwilligSegnen und #liebegewinnt. Die Seelsorger reagieren damit auf das Nein des Vatikan zur Segnung homosexueller Paare, das auch unter deutschen Theologen und bei einigen Bischöfen auf Kritik gestoßen war. Vor kurzem hatte die Glaubenskongregation im Vatikan erklärt, die katholische Kirche habe keine Vollmacht, gleichgeschlechtliche Beziehungen zu segnen. Diese Verbindungen entsprächen nicht dem göttlichen Willen und könnten daher nicht gesegnet werden.

Rheingau Musik Festival plant mobilen Konzertsaal

Das Rheingau Musik Festival (RMF) will im Corona-Sommer 2021 einen der größten mobilen Konzertsäle Europas aufbauen und auch erstmals ein Fußballstadion nutzen. Damit sollen die nötigen Mindestabstände zwischen den Zuschauern gewährleistet sein. Trotz aller Unwägbarkeiten wegen der Pandemie plant das Festival in diesem Sommer eine Rekordzahl von Konzerten. Der mobile Konzertsaal soll auf dem Gelände von Schloss Johannisberg oberhalb von Geisenheim am Rhein für mehrere hunderttausend Euro entstehen. Maximal rund 580 Zuhörer sollen sich paarweise im Schachbrettmuster auf eine größere Zahl von Stühlen verteilen. In der Brita-Arena in Wiesbaden sollen maximal rund 2500 Zuhörer bei Open-Air-Konzerten in etwa 250 Strandkörben und auf der Tribüne Platz nehmen können. Das Festival findet vom 26. Juni bis zum 5. September statt.

Russische Verfilmung von Herr der Ringe aufgetaucht

Zur Freude von Fantasy-Fans hat das russische Fernsehen eine verloren geglaubte Verfilmung von John Tolkiens "Herr der Ringe" veröffentlicht. Der Film wurde zu Sowjetzeiten mit sehr wenig Geld von Liebhabern in den Leningrader Fernsehstudios produziert und im Jahr 1991 nur einmal im Fernsehen gezeigt. Jetzt wurde der Film im Archiv auf einer Filmrolle wiedergefunden und digitalisiert. Der TV-Kanal bezeichnete den Fund als "Weltsensation", weil es sich um die erste Fernsehverfilmung des Klassikers handele. Die Autorin und Regisseurin der sowjetischen Fassung, Natalia Serebrjakowa, sagte russischen Medien zufolge, dass sie bereit sei, eine Fortsetzung zu drehen. Die Reaktionen auf den Zweiteiler sind unterschiedlich. Einige Zuschauer lobten das Telespektakel als lustigen und "kultigen Trash". Andere kritisierten die billige Umsetzung mit einem Gandalf, der weder Hut noch Bart habe, und mit Hobbits, die von Männern im reiferen Alter gespielt würden. Bei Youtube wurde der erste Teil mehr als eine Millionen mal angesehen.

"Top Gun"-Fortsetzung erneut verschoben

Die Premiere des Actionfilms "Top Gun: Maverick" mit Tom Cruise ist erneut verschoben worden. Ursprünglich sollte er im Sommer 2020 erscheinen. Nach mehreren Verschiebungen soll das Sequel des Blockbusters "Top Gun" von 1986 nach Angaben des Studios Paramount jetzt im November dieses Jahres in den US-Kinos zu sehen sein. Wegen der Corona-Krise mit weltweit geschlossenen Kinos und erschwerten Dreharbeiten werfen viele Hollywoodstudios ihre Starttermine um. Einige Filme erscheinen auch nicht mehr zuerst im Kino, sondern bei Streaming-Anbietern. Dies hatte in der Branche zu Kritik geführt.

Der US-Rapper DMX ist tot

Der US-Rapper DMX ist nach einem Herzanfall verstorben. Er wurde 50 Jahre alt. DMX war am 2. April in eine Klinik im US-Bundesstaat New York eingeliefert worden und hatte seitdem im künstlichen Koma gelegen. Nun wurde der Musiker für tot erklärt, wie seine Familie mitteilte. Immer wieder hatte DMX mit Drogenproblemen zu kämpfen. Sein Debütalbum "It's Dark and Hell is Hot" war 1998 erschienen. Seitdem war Earl Simmons, wie er hieß, dreimal für den Grammy nominiert. Er war der erste Musiker, dessen vier erste Alben jeweils Platz 1 der US-Billboard-Charts eroberten. Simmons sei ein Gigant gewesen, erklärte sein Plattenlabel Def Jam Recordings. Dessen Musik habe unzählige Fans in der ganzen Welt inspiriert, teilte seine Familie mit.

3.000 Jahre alte Stadt in Ägypten freigelegt

Ägyptische Archäologen und Archäologinnen haben nach eigenen Angaben die größte jemals in Ägypten entdeckte antike Stadt ausgegraben. Die "verlorene goldene Stadt" sei rund 3.000 Jahre alt und stamme aus der Regierungszeit von Pharao Amenhotep III., sagte der Ägyptologe Sahi Hawass. Laut Betsy Bryan, Professorin für Ägyptische Kunst und Archäologie an der Johns Hopkins Universität in Baltimore, ist der Fund die "zweitwichtigste archäologische Entdeckung seit dem Grab von Tutanchamun" vor fast einem Jahrhundert. Die Stadt ist nach Angaben des Teams gut erhalten und weist fast vollständige Mauern und Räume mit Alltagsgegenständen auf. Bislang wurden mehrere Verwaltungs- und Wohnviertel freigelegt. Dabei entdeckten die Forscher neben Schmuck, bunten Keramikgefäßen und Skarabäuskäfer-Amuletten auch eine Bäckerei mit Öfen und Vorratsgefäßen.

Der Choreograph Ismael Ivo ist gestorben

Der Choreograph und Mitbegründer des Wiener ImPulsTanz-Festivals, Ismael Ivo, ist tot. Der 66-Jährige sei in seiner Heimat Brasilien an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben, teilte ImpulsTanz in Wien mit und berief sich dabei auf Ivos Management. Ende der 1990er arbeitete Ivo als leitender Choreograph am Deutschen Nationaltheater Weimar, von 2005 bis 2012 war er Direktor der Sparte Tanz der Biennale in Venedig. Er arbeitete auch mit der deutschen Choreographin und Ballettdirektorin Pina Bausch, dem amerikanischen Choreographen William Forsythe und der serbischen Performerin Marina Abramovic zusammen.

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