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Interview / Archiv | Beitrag vom 24.02.2017

Spielzeugmuseum in Nürnberg Barbie - forever young

Karin Falkenberg im Gespräch mit Anke Schäfer

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Blick auf einen Teil der Barbie-Puppen-Sammlung von Bettina Dorfmann in ihrem Haus in Düsseldorf, die mit ihren 2500 Barbies und Zubehör nicht nur eine der größten Privatsammlungen weltweit besitzt, sondern auch die einzige "Fachärztin für Barbie-Chirurgie" ist. (picture-alliance/ dpa / Horst Ossinger)
Barbie zählt zu den Spielzeugklassikern im Kinderzimmer. Die Vielfalt der Puppen ist über die letzten Jahrzehnte immer größer geworden (picture-alliance/ dpa / Horst Ossinger)

Die Barbies im Spielzeugmuseum Nürnberg sollen ihre Schönheit behalten. Deshalb gibt es ein Forschungsprojekt, dass prüft, wie sich der Kunststoff so konservieren lässt, das auch die Nachwelt noch Freunde an den Puppen hat, sagt die Direktorin Karin Falkenberg.

"Unsere Barbies sind im Prinzip noch in einem relativ guten Zustand", sagt die Direktorin des Nürnberger Spielzeugmuseums, Karin Falkenberg, im Deutschlandradio Kultur. Da aber die Restaurierung von historischen Kunststoffen noch nicht weit fortgeschritten ist, gibt es ein gemeinsames Forschungsprojekt "Eine Schönheit kommt in die Jahre" mit der Technischen Hochschule Nürnberg, das nun erste Ergebnisse vorlegt.

Trocken, kühl und dunkel

"Die Barbie ist 1959 auf den Spielzeugmarkt gekommen", sagt Falkenberg. Im Museum stamme die älteste Barbie aus dem Jahr 1962, die männliche Puppe Ken sei ein Jahr älter. Damit die Ausstellungsstücke auch in Zukunft noch in voller Schönheit präsentiert werden können, arbeite das Forschungsteam an vorbeugenden Maßnahmen. "Wir arbeiten natürlich auch zukunftsbezogen und gucken, was ist vielleicht in 50, was ist vielleicht in hundert Jahren", betonte Falkenberg. "Die Barbie ist ein Kultobjekt  und ein Spielzeugklassiker." Deshalb werde sie sicher auch in Zukunft noch auf großes Interesse stoßen. Bisher würden die Barbies bei 18 Grad und bei relativer Luftfeuchtigkeit gelagert. "Ganz klassisch, wie es in Museen gehandhabt wird." Trocken, kühl und dunkel, laute die Losung. Eine sauerstoffarme Lagerung wäre von Vorteil. "Wie das umzusetzen ist, das ist eine ganz andere Frage."

Kunststoffspielzeug soll erhalten bleiben

Das Problem reiche weit über die Barbie-Puppen hinaus. "Gerade bei uns im Spielzeugmuseum ist das ein großes Thema", sagte die Direktorin. Da gebe es die klassischen Spielsachen aus Holz, Metall, Plüsch und Stoff, aber seit dem 20. Jahrhundert gebe es viel Spielsachen aus Kunststoff. Auch sie hätten einen kulturhistorischen Wert und seien deshalb wert, erhalten zu bleiben.     

Tradition in Nürnberg     

Seit mehr als 600 Jahren ist Nürnberg eine Stadt des Spielzeugs. Die Tradition reicht von den Puppenmachern des Mittelalters über herausragende Zinnfigurenhersteller und die zahlreichen Blechspielzeugfabrikanten der Industrieepoche bis hin zur Internationalen Spielwarenmesse, der weltweit bedeutendsten Fachmesse ihrer Art.

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