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Fazit / Archiv | Beitrag vom 21.08.2016

Spielfilmregisseure inszenieren KrimisNeue "Tatort"-Saison gestartet

Von Matthias Dell

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Tatort-Dreh: Regisseur Axel Ranisch, links, mit den Schauspielern Ulrike Folkerts und Peter Espeloer. (SWR/Martin Furch)
Regisseur Axel Ranisch (links) am Set des Tatorts "Babbeldasch“ in Ludwigshafen. (SWR/Martin Furch)

Nach einer langen Sommerpause mit Wiederholungen gibt es wieder neue Folgen des Tatorts. Dabei inszenieren auch Spielfilm-Regisseure wie Christian Petzold ("Jericho") oder Axel Ranisch ("Dicke Mädchen") einzelne Folgen.

Wie war der Saison-Auftakt mit den Kölner Kommissaren?

Es kann nur besser werden. Die Folge "Durchgedreht" mit den Kommissaren Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar Bär) ist sehr langsam erzählt - uninspiriert und nicht sehr spannend.

In dem Fall geht es um einen Doppelmord im gemütlichen Mittelschichtsmilieu, um Steuerbeamte und Einfamilienhaushorror. Das Thema Steuern und Steuergerechtigkeit wäre zwar sicher ein gesellschaftlich relevantes Thema, das sich lohnt, in einem Tatort behandelt zu werden. In diesem Fall beschränkt es sich jedoch auf das Schimpfen auf Steuerbeamte. Ein unterdurchschnittlicher Tatort.

Was sind die Highlights der kommenden Tatort-Saison?

Christian Petzold hat bereits bei einem Münchner Polizeiruf Regie geführt – und hierfür viel Lob erhalten. Im September wird es eine weitere Krimi-Folge mit Kriminalhauptkommissar Hanns von Meuffels (Matthias Brandt) geben, bei der Petzold Regie führt. Bekannt ist Petzold für Filme wie "Gespenster", "Die innere Sicherheit" oder "Jericho".

Im November läuft die 1000 Folge des Tatorts: Das Jubiläum wird mit einem Doppel-Tatort des NDR gefeiert, in dem Kommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und Kommissar Klaus Borowski  (Axel Milberg) gemeinsam ermitteln. Der Krimi wird – genau wie die erste Tatortfolge – "Taxi Leipzig" heißen. Ein Ost-West-Tatort mit vielen legendären Gestalten der Tatort-Geschichte in den Nebenrollen. Zum Beispiel: Hans Peter Hallwachs und Günter Lamprecht, die in dem Tatort 1970 Oberleutnant und Offizier der Volkspolizei spielten.

Regisseur Axel Ranisch, der bisher bekannt ist für Filme wie "Dicke Mädchen" oder "Ich fühle mich Disco", steigt jetzt beim Tatort ein. Er soll dem etwas angestaubten Ludwigshafener Tatort in einer neuen Folge Leben einhauchen. Eine spannende Revitalisierungsmaßnahme, zumal Ranisch dafür bekannt ist, keine vorgefertigten Drehbücher zu nutzen, sondern mit den Schauspielern in der Improvisation Szenen zu erarbeiten. Im Herbst ist die Folge mit dem Titel "Babbeldasch" zu sehen.

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