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Kompressor | Beitrag vom 18.08.2020

Spiegelfassade des cube berlinExtravaganter Eiswürfel

Nikolaus Bernau im Gespräch mit Max Oppel

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Die Glasfassade des innovativen Bürohaus The Cube am Hauptbahnhof in Berlin | Verwendung weltweit (chromorange / Karl-Heinz Sprembe)
"Irrwitzige Spiegeleffekte": Nikolaus Bernau über den cube berlin. (chromorange / Karl-Heinz Sprembe)

Berlin ist nicht für Experimentierfreude in der Architektur bekannt. Ein Bürogebäude in der Nähe des Hauptbahnhofs ist eine ungewöhnliche Ausnahme, findet Architekturkritiker Nikolaus Bernau: der cube berlin mit seiner spiegelnden Fassade.

Mitten in Berlin, neben dem Hauptbahnhof, steht ein großes Gebäude, das in diesen heißen Sommertagen wie ein erfrischender Eiswürfel wirkt: kühl, bläulich, ein bisschen klotzig, aber irgendwie wohltuend.

Zumal: "Der Hauptbahnhof ist umstellt von architektonischen Belanglosigkeiten", sagt Architekturkritiker Nikolaus Bernau. Der cube berlin, in dem eine große Anwaltskanzlei ihren Sitz hat und der auch von der Deutschen Bahn genutzt wird, hebe sich davon deutlich ab.

Irrwitzige Effekte

Geplant und umgesetzt wurde er von dem Kopenhagener Architekturbüro 3XN Architects. Was sofort ins Auge fällt, ist die spiegelnde Glasfassade. Die wäre an sich nichts Besonderes. "Vorgebaute Glasfassaden, das macht man wegen des Gebäudeklimas so seit den 1950er-Jahren", sagt Bernau.

Das Ungewöhnliche sei, dass die Fassade teils aufgebrochen und zur Innenhaut des Gebäudes weggeklappt wurde. Daraus ergäben sich "irrwitzige Spiegeleffekte", denn die Fassade spiegele nicht nur andere Gebäude, sondern auch sich selbst wider.

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In New York oder Hongkong würde der Würfel vermutlich nicht weiter auffallen, vermutet Bernau. Für Berlin sei diese Art von Gebäude jedoch geradezu extravagant – gemessen an dem nicht sehr experimentierfreudigen Mainstream, der ansonsten vorherrsche. Bernaus begeistertes Fazit: "Showarchitektur!"

(mkn)

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