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Kulturnachrichten

Mittwoch, 19. Juni 2019

"Spiegel" und "Spiegel online" fusionieren

Die Spiegel-Gruppe will die Redaktionen von "Spiegel Online" und des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" von Herbst an unter einem Dach zusammenbringen. Die Betriebsräte beider Bereiche hätten sich mit der Geschäftsführung auf die wesentlichen Eckpunkte für die Verschmelzung geeinigt, sagte ein Verlagssprecher in Hamburg auf Nachfrage. Über die geplante Fusion seien die Mitarbeiter in getrennten Betriebsversammlungen informiert worden. Die Einigung stehe noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch den Gesamtbetriebsrat des Spiegel-Verlages.

Grimme Online Award für "Wem gehört Hamburg?"

Die Internetplattform "Wem gehört Hamburg?" ist mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet worden. Sie informiert über Besitzverhältnisse auf dem Wohnungsmarkt der Hansestadt. Mehr als 1000 Mieter haben auf der Plattform Belege über den Eigentümer ihrer Wohnung hochgeladen, insgesamt sind die Eigentumsdaten zu 15 000 Wohnungen abrufbar. Das Recherchezentrum "Correctiv" hatte das Angebot zusammen mit dem "Hamburger Abendblatt" entwickelt - mit dem Ziel, mehr Transparenz auf dem Mietmarkt zu schaffen. Nur wenn man wisse, wie der Wohnungsmarkt wirklich aussehe und wer dort investiere, könne man auch etwas gegen den Mietwahnsinn unternehmen, begründeten die Plattformmacher ihr Projekt. Die Jury bezeichnete das Angebot als „herausragend. Der Grimme Online Award gilt als wichtigster deutscher Preis für Online-Publizistik.

Künstler Victor Bonato gestorben

Der Künstler Victor Bonato ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Das teilte sein Galerist Sebastian Fath in Mannheim unter Berufung auf die Familie mit. Bonato lebte zuletzt in Niederkassel südlich von Köln. Mit verformten Spiegel-Skulpturen war er, inspiriert von der Zero-Bewegung, bekannt geworden. Er ist Mitbegründer der Kölner Künstlergruppe "K-66". In den 1960er Jahren hatte er begonnen, Spiegel zu deformieren. Je nach Blickwinkel des Betrachters verzerren seine Werke die Umgebung. Viele von ihnen sind bundesweit im öffentlichen Raum zu finden. 1991 sorgte Bonato mit seinem "Trabi in Blei" für Aufsehen, eine Art Nachruf auf die DDR und ihre Hinterlassenschaften. Bonatos Werke befinden unter anderem im Bonner Kunstmuseum, in der Kunsthalle in Malmö, in der Kunsthalle Hamburg und im Sprengel-Museum Hannover. Gestorben sei Victor Bonato bereits am 22. Mai nach langer Krankheit.

Milliardär spendet Riesensumme für KI in Oxford

Der US-Milliardär Stephen Schwarzman spendet der Universität Oxford 150 Millionen Pfund (fast 169 Millionen Euro) für ihre Forschung zu Künstlicher Intelligenz und Computertechnologie. Künstliche Intelligenz werde die "vierte Revolution" sein und Arbeitsplätze und Effizienz beeinflussen, sagte der Chef der Investmentgesellschaft Blackstone der BBC. Letztlich sei sie eine der bedeutendsten Aufgaben dieses Zeitalters. In die Spende eingeschlossen ist auch die Finanzierung eines Zentrums, das alle Geisteswissenschaften der Universität zusammenführt, um gemeinschaftliche Studien zu fördern. Die Spende sei eine wichtige Wertschätzung für die Geisteswissenschaften im 21. Jahrhundert, sagte die Vizepräsidentin von Oxford, Louise Richardson.

Nachlass von Rio Reiser geht nach Marbach

Der Nachlass des Musikers, Komponisten und Autors Rio Reiser kommt ins Deutsche Literaturarchiv nach Marbach. Gestiftet haben Reisers Brüder Peter und Gert Möbius Manuskripte, Briefe, Theaterstücke und Drehbücher sowie das digitale Archiv, wie das Literaturarchiv mitteilte. Als zentrale Figur der Band "Ton Steine Scherben" prägte Reiser die musikalische Szene der 1970er- und 1980er-Jahre mit. "Die Punk- und Rockmusik dieser und der nachfolgenden Generation bis zur Hamburger Schule wurde nachhaltig von Reiser beeinflusst", so das Literaturarchiv. Als einer der ersten Rockmusiker sang Reiser fast nur deutsche Texte.

Nobelmuseum erhält Manuskript von Einstein

Das Nobelpreismuseum in Stockholm erhält ein von Albert Einstein verfasstes Manuskript. Das handschriftliche Dokument des Physikers sei im Dezember 1922 veröffentlicht worden und damit die erste Arbeit, die von Einstein nach dem Erhalt des Physiknobelpreises erschienen sei, teilte das Museum mit. Es umfasst demnach eine Variante von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie. Öffentlich ausgestellt werden soll das Manuskript nach dem Sommer.

Karin Schmidt-Friderichs leitet den Börsenverein

Die Verlegerin Karin Schmidt-Friderichs steht künftig an der Spitze des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Sie wurde in Berlin bei der Hauptversammlung des Verbands zur neuen Vorsteherin gewählt, wie der Börsenverein mitteilte. Schmidt-Friderichs folgt auf den Buchhändler Heinrich Riethmüller, der den Börsenverein seit 2013 leitete und nach zwei dreijährigen Amtszeiten nicht mehr antrat. Schmidt-Friderichs ist Verlegerin des Hermann Schmidt Verlags in Mainz. Ihre dreijährige Amtszeit beginnt nach der Frankfurter Buchmesse 2019.

Suizid-Revolver Van Goghs versteigert

Der Revolver, mit dem sich der Maler Vincent van Gogh das Leben genommen haben soll, ist in Paris für 162.500 Euro versteigert worden. Der Schätzwert von 40.000 bis 60.000 Euro wurde im Auktionshaus Drouot damit deutlich übertroffen. Neuer Eigentümer ist ein unbekannter Privatsammler. Der Revolver war 1965 von einem Landwirt in einem Feld in Auvers-sur-Oise nördlich von Paris entdeckt worden. Dort war van Gogh am 27. Juli 1890 schwer verletzt gefunden worden. 2012 wurde der stark beschädigte Revolver erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt und vier Jahre später im Van-Gogh-Museum in Amsterdam ausgestellt. Ob sich der Maler tatsächlich mit dieser Waffe das Leben nahm, ist allerdings nicht sicher.

Widerstand gegen Facebooks Kryptowährung

Facebook stößt mit seinen Plänen für eine selbst entwickelte Kryptowährung "Libra" weltweit auf Widerstand. Politiker und Verbraucherschützer sorgen sich vor allem um den Datenschutz. Die demokratische Vorsitzende des US-Finanzausschusses, Maxine Waters, warnte, mit der Kryptowährung setze Facebook seinen unkontrollierten Expansion fort und erweitere seine Reichweite auf das Leben seiner Nutzer. Sie forderte das weltweit größte soziale Netzwerk auf, seine Pläne auf Eis zu legen und die Untersuchungen der Behörden abzuwarten. In Europa forderten der französische Finanzminister Bruno Le Maire und der CSU-Abgeordnete Markus Ferber mehr Kontrolle des Technologiegiganten.

Letzte Hürden für "Fusion"-Festival beseitigt

Eine Woche vor dem Beginn des alternativen Festivals "Fusion" in Lärz Mecklenburg-Vorpommern sind nach Angaben von Behörden und dem Veranstalter letzte Hürden beseitigt worden. Erstmals soll es eine gemeinsame Koordinierungsgruppe geben, die die Lage auf dem Ex-Militärflugplatzgelände vom 26. bis 30. Juni täglich neu bewertet. Das sagte eine Sprecherin des Amtes in Röbel. Erwartet werden rund 70 000 Gäste. Der Verein und das Röbeler Amt hatten bis zuletzt um einzelne Auflagen wie die Zahl der anerkannten Ordner gerungen. Vereinssprecher Martin Eulenhaupt sagte, der Streit mit der Polizei, der überregional für Schlagzeilen gesorgt hatt, sei beigelegt.

Jüdisches Museum: Gelehrte stützen Schäfer

Nach dem Rücktritt des Direktors des Jüdischen Museums in Berlin haben rund 45 jüdische Gelehrte aus Israel, Europa und den USA ihre Unterstützung für Peter Schäfer bekundet. "Für diejenigen von uns, die Professor Schäfer und seine Arbeit kennen, ist die Behauptung schockierend, er setze sich nicht für die jüdische Sache und den Kampf gegen Antisemitismus ein", heißt es in einem gemeinsamen Brief. Man sei zutiefst besorgt über die zunehmende Zensur der Meinungsfreiheit und die abnehmende Möglichkeit, Regierungspolitik zu kritisieren oder auch nur in Frage zu stellen." Auslöser für den Rücktritt des emeritierten Judaistik-Professors war ein Tweet des Museums mit einer Leseempfehlung zur israelkritischen Bewegung BDS (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen). Darin hatten jüdische und israelische Wissenschaftler kritisiert, dass der Bundestag BDS als antisemitisch eingestuft hatte.

Unbekannter stiehlt Marilyn-Monroe-Statue

Auf dem "Hollywood Walk of Fame" ist eine Statue von Filmlegende Marilyn Monroe abgesägt und gestohlen worden. Ein Augenzeuge habe gesehen, wie ein Mann auf eine Skulptur kletterte, mit der bedeutende Frauen der Kino-Geschichte gewürdigt werden, teilte die Polizei mit. Der Täter habe die Monroe-Statue abgesägt und sei dann mit seiner Beute verschwunden. Nach eigenen Angaben hat die Polizei Fingerabdrücke sicherstellen können. Die Statue zeigt Monroe in ihrer berühmten Pose mit wehendem weißen Kleid aus dem Film "Das verflixte 7. Jahr.

Initiative der UN gegen Hassbotschaften

Die Vereinten Nationen haben einen Aktionsplan gegen die weltweite Zunahme von hasserfüllten Äußerungen im Internet vorgestellt. Hassreden seien ein direkter Angriff auf Grundwerte wie Toleranz, Inklusion und Respekt für Menschenrechte und Menschenwürde, sagte Generalsekretär António Guterres. Solche Äußerungen erreichten durch neue Kanäle ein größeres Publikum als je zuvor und das in Lichtgeschwindigkeit. Der Plan sieht vor, dass Verbreiter von Hassreden und diejenigen, die am besten dagegen vorgehen können, identifiziert werden sollen. Bildungs- und Aufklärungsinitiativen sollen präventiv wirken. Die UN wollen zudem Menschen und Gruppen mit gegenteiligen Ansichten zum Austausch zusammenbringen.

Internationaler Literaturpreis für Fernanda Melchor

Die mexikanische Autorin Fernanda Melchor und die Übersetzerin Angelica Ammar werden für den Roman "Saison der Wirbelstürme" mit dem Internationalen Literaturpreis 2019 ausgezeichnet. Die Jury urteilte zur Verleihung in Berlin, Melchor habe "den Roman der Armut im Globalkapitalismus des 21. Jahrhunderts" geschrieben. Angelica Ammar habe in ihrer Übersetzung die vielen Herausforderungen des Originals mit großer Eleganz bewältigt. Der Roman handelt von der alltäglichen Gewalt gegen Frauen und ist im Verlag Klaus Wagenbach erschienen. Der Preis des Hauses der Kulturen der Welt in Berlin und der Stiftung Elementarteilchen ist mit 35 000 Euro dotiert. 20 000 Euro gehen an die Autorin, 15 000 Euro an die Übersetzerin.

Dominique Meyer wird Chef der Scala in Mailand

Dominique Meyer wird die Mailänder Scala ab 2020 leiten. Das berichtet die österreichische Nachrichtenplattform kurier.at mit Verweis auf die italienische Nachrichtenagentur ANSA, die sich auf eine Aussage des Mailänder Bürgermeisters beruft. Der bisherige Chef der Wiener Staatsoper soll in Mailand Alexander Pereira ablösen. In der heutigen Aufsichtsratssitzung zum Personalwechsel soll für die Entscheidung auch die Auslastung des Opernhauses für 2018 ein Grund gewesen sein. Noch sei unklar, wie lange Pereira in Mailand bleibt, es gab Stimmen für eine Verlängerung bis 2022 an der Seite von Meyer. Offiziell soll die Personalie am 28. Juni bekanntgegeben werden.

Direktor verlässt Germanisches Nationalmuseum

Der Generaldirektor des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg (GNM), Ulrich Großmann, verlässt Ende Juni das Haus und geht in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird der Kunsthistoriker Daniel Hess - er ist bisher Stellvertreter Großmanns. Bei einer Abschiedspressekonferenz erinnerte der 65 Jahre alte promovierte Kunsthistoriker und Ethnologe an wichtige Etappen seiner 25-jährigen Amtszeit. Unter seiner Führung gelang es, das Museum neu auszurichten. Dazu gehörte, dass Großmann der Forschung einen besonderen Schwerpunkt einräumte und die didaktische Präsentation von Sammlungsobjekten modernisierte. Einen besonderen Ruf genoss Großmann als Experte der Burgenforschung. Von 2012 bis 2016 war er Präsident des Internationalen Kunsthistorikerverbandes. Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg gilt als das größte kulturhistorische Museum im deutschsprachigen Raum.

Hörspielpreis für Autoren des BR

Das Autorenduo Andreas Ammer und Franz-Martin Strauß alias FM Einheit wird mit dem Günter-Eich-Preis 2019 geehrt. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung erhalten sie für ihre herausragende Arbeit als Hörspielautoren, wie die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig mitteilte. Den Preis verleiht die Stiftung alle zwei Jahre. Er wird am 25. Juni in Leipzig übergeben. Ammer und FM Einheit starteten ihre Zusammenarbeit 1993 mit dem für den Bayerischen Rundfunk (BR) produzierten Hörspiel "Radio Inferno". Zahlreiche weitere Produktionen wie "Deutsche Krieger" folgten, zuletzt 2018 "Symphonie der Sirenen" in Kooperation von BR und Deutschlandradio.

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