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Mittwoch, 28.07.2021
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 8. Mai 2021

Spektakuläre Neandertaler-Funde in italienischer Höhle

Die Überreste von neun Neandertalern sind in einer Höhle an der Küste zwischen Rom und Neapel entdeckt worden, wie das italienische Kulturministerium mitteilte. Es sei eine "außergewöhnliche Entdeckung, über die die ganze Welt reden wird", erklärte Kulturminister Dario Franceschini. Mit zwei weiteren Skeletten, die an anderer Stelle der "Grotta Guattari" gefunden wurden, würden die insgesamt elf Skelette bestätigen, dass es sich bei der Grotte um eine der wichtigsten Stätten weltweit in der Geschichte der Neandertaler handele. Der Großteil der Überreste seien zwischen 50.000 und 68.000 Jahre alt. Das älteste Skelett könnte bis zu 100.000 Jahre alt sein. Die Ausgrabungen hatten bereits Ende 2019 begonnen und bisher unter anderem auch Knochen von Elefanten, Nashörnern, Riesenhirschen sowie Wildpferden und Bären zutage befördert, die wohl die Beute von Hyänen waren.

Deniz Utlu erhält Alfred-Döblin-Preis

Weil er in Erinnerungsschichten die Geschichte einer Vater-Sohn-Beziehung aufbaut, ist der Schriftsteller Deniz Utlu mit dem Alfred-Döblin-Preis 2021 ausgezeichnet worden. Das teilte die Akademie der Künste in Berlin mit. Der Preisträger, der vor zwei Jahren bereits mit dem Literaturpreis seiner Heimatstadt Hannover ausgezeichnet wurde, hatte 2014 seinen ersten Roman veröffentlicht. Davor hatte der 1983 geborene Utlu das Kulturmagazin freitext herausgegeben. Die Jury des Alfred-Döblin-Preises 2021 lobt Utlus existenzielle Themen und seine berührende und humorvolle Sprache. Er eröffne für die deutsche Literatur eine Erinnerungsgeographie, die von Hannover bis weit in die Türkei, an die syrische Grenze reiche.

Szene begrüßt Aufwertung von Clubs als Kultur-Orte

Vertreter der Club-Szene haben die vom Bundestag beschlossene Änderung einer Verordnung begrüßt, die Clubs als kulturelle Orte aufwertet. Es sei eine wichtige Entscheidung für den Schutz und die Weiterentwicklung der clubkulturellen Vielfalt in ganz Deutschland, teilte der Berliner Dachverband "Clubcommission" mit. Der Bundestag hatte am Freitag beschlossen, dass die Baunutzungsverordnung von der Bundesregierung so angepasst werden soll, dass Clubs und Livespielstätten mit nachweisbarem kulturellen Bezug nicht mehr als Vergnügungsstätten, sondern als Anlagen für kulturelle Zwecke definiert werden. Für die Clubszene bedeutet das, dass sie künftig aus stadtplanerischer Sicht besser geschützt ist. Denn bisher waren Clubs in urbanen Gebieten nur ausnahmsweise und in Wohngebieten nicht zulässig. Gab es Bauvorhaben, sahen sich Clubs in der Vergangenheit häufig aus den Stadtzentren verdrängt. Durch eine Kategorisierung als Kultureinrichtung ändert sich das. Dann gelten Clubs als schützenswert und förderungswürdig.

Broadway Theater öffnen im September

Nach einer anderthalbjährigen Auszeit aufgrund der Corona-Pandemie sollen die Broadway Theater in New York am 14. September wieder ihre Türen öffnen. Dies hat der New Yorker Gouverneur, Andrew Cuomo, angekündigt. Die Theater werden dann auch wieder eine 100prozentige Zuschauerauslastung haben dürfen, hieß es weiter. Dabei bleibe es den Theatern überlassen zu entscheiden, welche Einlassanforderungen sie an ihre Besucher stellen wollen, zum Beispiel, ob ein Impfnachweis nötig ist, um das das Theater zu besuchen. Der Broadway und seine Theater sind unter den beliebtesten Touristenattraktionen der Stadt New York.

Nur Künstlergruppen für "Turner Prize" nominiert

Zum ersten Mal in der Geschichte des renommierten britischen "Turner Prize" sind ausschließlich Künstlerkollektive nominiert. Normalerweise wird die Auszeichnung an eine Künstlerin oder einen Künstler vergeben. Die fünf nominierten Gruppen arbeiteten "eng und kontinuierlich mit Gemeinden in ganz Großbritannien zusammen, um sozialen Wandel durch Kunst zu inspirieren", erklärte die Londoner Tate Gallery, die den Preis vergibt. Unter den Nominierten sind zwei Londoner Gruppen sowie Kollektive aus Wales, Nordirland und der südenglischen Küstenstadt, Hastings. Der Turner Prize, nach dem Maler William Turner (1775–1851) benannt, ist mit 40.000 Pfund (umgerechnet rund 46.000 Euro) dotiert und wird seit 1984 verliehen. Die Ausstellung der Nominierten wird vom 29. September 2021 bis zum 12. Januar 2022 im Herbert Art Gallery and Museum in Coventry zu sehen sein. Die Preisverkündung findet am 1. Dezember 2021 statt.

Sophie Scholls Neffe kritisiert rechte Vereinnahmung

Der Neffe von Sophie Scholl, Jörg Hartnagel, wehrt sich gegen die Vereinnahmung der NS-Widerstandskämpferin durch "Querdenker", AfD und Gruppierungen von Rechtsaußen. Immer wieder würden diese Sophie Scholl "für ihre Zwecke" benutzen und auch "vor falschen Zitaten" nicht zurückschrecken, sagte Hartnagel den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Taktik sei dabei eindeutig, so Hartnagel: "Sie versuchen den eigenen Nazi-Geruch loszukriegen und sich in der Mitte der Gesellschaft zu positionieren." Seine Tante werde mittlerweile wie ein "Popstar der Geschichte" à la Che Guevara oder Nelson Mandela verehrt, sagte der 71-Jährige. Dabei werde nicht hinterfragt, was hinter dem Widerstand steckte. So werde Widerstand zur Floskel, sagte Hartnagel. Jörg Hartnagel ist der Sohn von Sophie Scholls jüngerer Schwester Elisabeth und Fritz Hartnagel. Sophie Scholl wäre am Sonntag 100 Jahre alt geworden.

Über neue Führungs-Strukturen an Bühnen nachdenken

Die Leiterin des Berliner Theatertreffens hat dafür geworben, über neue Führungs-Strukturen an Bühnen nachzudenken. Es sei an der Zeit, traditionelle und eingeübte Macht-Strukturen aufzubrechen und für Diskriminierung keinen Raum zu lassen, sagte Yvonne Büdenhölzer der Nachrichtenagentur dpa. Wenn das nicht passiere, werde das Theater seine Glaubwürdigkeit als kritisches Reflexions-Medium verlieren. In der deutschen Theaterszene war zuletzt öfter über Diskriminierung und Macht-Missbrauch diskutiert worden. Der Intendant der Berliner Volksbühne trat nach Vorwürfen zurück. Das Berliner Theatertreffen beginnt am Donnerstag und zeigt wie jedes Jahr zehn bemerkenswerte Inszenierungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wegen der Pandemie muss das Festival erneut online stattfinden.

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