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Konzert / Archiv | Beitrag vom 05.01.2016

spectrum concerts berlinManifest in Tönen

Aufzeichnung aus dem Kammermusiksaal der Philharmonie

Der Viola-Spieler Maxim Rysanov (Laszlo Emmer/website Maxim Rysanov)
Maxim Rysanov spielt beim Schulhoff-Projekt der spectrum concerts berlin (Laszlo Emmer/website Maxim Rysanov)

Mit einem Kuriosum ging er in die Musikgeschichte ein - Erwin Schulhoff vertonte das Kommunistische Manifest. Dem lange Zeit vergessenen Komponisten widmen die spectrum concerts berlin einen ganzen Abend. Außerdem auf dem Programm des Konzerts im Kammermusiksaal der Philharmonie stand das Klavierquintett op. 57 von Schostakowitsch.

Einen abenteuerlichen Weg vom Jazz zum "Sozialistischen Realismus" ging Erwin Schulhoff. Der aus einer deutsch-jüdischen Prager Familie stammende Pianist und Komponist war zunächst ein Wunderkind, dann ein immer auf neue Anregungen hungriger Künstler.

Schulhoff ließ sich stets von neuesten musikalischen Trends anregen. Nach dem ersten Weltkrieg war er Dadaist und begeisterte sich für den Jazz, um wenige Jahre später das Kommunistische Manifest zu vertonen. 1942 starb er - inzwischen Sowjetbürger geworden - in einem bayerischen Internierungslager.

Aus biografischen, sicher aber auch aus stilistischen Gründen war seine Musik lange Zeit vergessen. Erst im Zuge der Wiederentdeckung der von den Nazis verfemten Musikrichtungen kam auch sein Name wieder häufiger in die Konzertprogramme.

In einem Kammerkonzert zum Jahresbeginn widmen sich die "spectrum concerts Berlin" Erwin Schulhoffs Musik der Zwanziger Jahre. Neben den Jazz-Etüden für Klavier gibt es Streicherstücke, zudem das Klavierquintett von Dmitrij Schostakowitsch.

 

spectrum concerts berlin

Kammermusiksaal der Philharmonie Berlin

Aufzeichnung vom 3. Januar 2016

 

Erwin Schulhoff

Cinq Études de Jazz für Klavier

Sonate für Violine und Klavier Nr. 2

Duo für Violine und Violoncello

Streichsextett op. 45

 

Dmitrij Schostakowitsch

Klavierquintett op. 57

 

Boris Brovtsyn, Violine

Valeriy Sokolov, Violine

Maxim Rysanov, Viola

Philip Dukes, Viola

Jens Peter Maintz, Violoncello

Torleif Thedéen, Violoncello

Eldar Nebolsin, Klavier

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