Studio 9 - Der Tag mit ... 19.11.2019

SPD-VorsitzwahlKommt mit Olaf Scholz der Neustart?Moderation: Anke Schaefer

Beitrag hören Berlin: Olaf Scholz (SPD,r), Bundesfinanzminister, unterhält sich auf dem Deutschen Arbeitgebertag 2019 mit Ingo Kramer, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände, BDA. (Wolfgang Kumm/dpa)Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) auf dem Deutschen Arbeitgebertag 2019: Aktuell bewirbt er sich zusammen mit Klara Geywitz um den SPD-Parteivorsitz. (Wolfgang Kumm/dpa)

Mit dem Finanzminister Olaf Scholz an der Spitze könnte die SPD "einen wirklichen Neustart" hinlegen, glaubt die Journalistin Margarete van Ackeren. Auch als Kanzlerkandidat könne er die Parteienlandschaft beleben.

In Deutschland werden Wahlen in der Mitte entschieden, heißt es: bei CDU und SPD also. Nach der Landtagswahl in Thüringen hatte man allerdings einen anderen Eindruck, AfD und Linkspartei dominierten. Und Deutschlands älteste Partei, die SPD, bekommt derzeit nicht einmal mehr jede fünfte Wählerstimme.

Dass die Volksparteien auf Dauer auf Bundesebene ihre Bedeutung verlieren könnten, glaubt Margarete van Ackeren, Journalistin bei Focus Online, aber dennoch nicht. Sie finde vielmehr, dass da gerade ein "sehr spannender Wettbewerb läuft", sagt sie.

Mit Scholz wäre Neustart der SPD möglich

Große Hoffnungen setzt sie auf die Entscheidung der SPD-Mitglieder bei der Wahl der neuen Führungsspitze der Sozialdemokraten. "Wenn man sich die Kanzlerpräferenzfrage anschaut: Olaf Scholz liegt da bei 34 Prozent", stellt van Ackeren fest.

Mit dem Finanzminister an der Spitze könnte die SPD "einen wirklichen Neustart" hinlegen. "Wenn die SPD sich für Olaf Scholz entscheidet, da würde ich mich festlegen, dann geht da noch mal ziemlich was ab." Dem Wettbewerb zwischen CDU und SPD würde dies Fahrt verleihen, glaubt van Ackeren.

Bei Merkel gab es den Spruch "Die kann es nicht"

Im Hinblick auf eine Kanzlerkandidatur in der Union sieht die Journalistin Annegret Kramp-Karrenbauer noch im Rennen. "Man wird die Frage anders diskutieren, wenn sie jetzt halbwegs ungeschoren diesen Parteitag übersteht", betont sie. Am Freitag trifft sich die Union zu ihrem Bundesparteitag in Leipzig.

Kramp-Karrenbauer sollte versuchen über das Amt der Verteidigungsministerin "aus der Defensive rauszukommen", sagt die Journalistin. Sie erinnere sich noch gut, "wie das vor Jahren bei Angela Merkel war: Da gab es den Spruch 'Die kann es nicht', - den hörten sie nicht nur bei SPD-Leuten, sondern auch bei Unionsleuten." Derzeit sei noch nichts entschieden.

(huc)

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