Seit 01:05 Uhr Tonart
Mittwoch, 20.10.2021
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Montag, 8. Februar 2021

Spanischer Maler Luis Feito mit 91 an Corona gestorben

Luis Feito, einer der wichtigsten zeitgenössischen Maler Spaniens, ist im Alter von 91 Jahren an den Folgen einer Corona-Erkrankung gestorben. Das berichteten spanische Medien. Die Arbeiten des in Madrid geborenen Feito gehören zum abstrakten Expressionismus. Seine Werke sind unter anderem im MoMA in New York, im Musée national d'Art moderne im Kulturzentrum Georges Pompidou in Paris sowie im Museo de Arte Contemporáneo und im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, beide in Madrid, zu sehen. 1959 nahm Feito an der documenta 2 in Kassel teil und war auch mehrmals auf der Biennale von Venedig vertreten.1957 war er einer der Mitbegründer der Künstlergruppe "El Paso" (Der Schritt). Sie entstand trotz der Franco-Diktatur und hatte bei der Entwicklung der modernen Kunst in Spanien eine zentrale Rolle.

Neuer künstlerischer Leiter im Museum Frieder Burda

Der ehemalige Direktor der Berliner Nationalgalerie, Udo Kittelmann (62), ist neuer künstlerischer Leiter am Museum Frieder Burda in Baden-Baden. Dort verantworte er die für das kommende Jahr geplanten Ausstellungen "Margaret und Christine Wertheim: The Institute for Figuring" und "Die Maler des Heiligen Herzens", teilte das Museum mit. Kittelmann setzt auf Inspirationen auch durch die architektonischen Möglichkeiten des lichtdurchfluteten Baus. Höhepunkt in diesem Jahr im Museum Frieder Burda soll die Ausstellung "Russischer Impressionismus. Aufbruch zur Avantgarde" werden, die in Kooperation mit dem Museum Barberini in Potsdam entstand und zuerst in Baden-Baden zu sehen sein soll.

Kommission empfiehlt Köln Rückgabe von NS-Raubkunst

Experten empfehlen der Stadt Köln die Rückgabe des als NS-Raubkunst identifizierten Gemäldes "Kauernder weiblicher Akt" des Expressionisten Egon Schiele (1890-1918) an die Erben des früheren Eigentümers. Seit März 1938 sei der in Wien ansässige jüdische Zahnarzt Heinrich Rieger, der das Aquarell möglicherweise vom Künstler selbst erhalten hatte, gezwungen gewesen, seine Kunstsammlung durch Notverkäufe aufzulösen, teilte die Beratende Kommission für die Rückgabe von NS-Raubkunst in Berlin mit. Rieger war 1942 in das KZ Theresienstadt deportiert worden und dort gestorben. Sein Sohn Robert konnte in die USA fliehen. Das auch unter dem Namen Limbach-Kommission bekannte Expertengremium wurde von Bund, Ländern und Kommunen eingerichtet. Es kann bei Streitigkeiten über die Rückgabe von NS-Raubkunst angerufen werden.

Lederer: "Kultur nicht stiefmütterlich behandeln"

Entsprechend der Entwicklung der Corona-Pandemie darf die Kultur aus Sicht der Länder bei möglichen Öffnungen nicht übergangen werden. Die Kulturministerinnen und -minister haben für Kanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs einen Drei-Stufen-Plan entworfen: Bei Wiedereröffnung der Schulen und Kitas sollen außerschulische Bildungsangebote der Kultureinrichtungen zugelassen werden. Gleichzeitig mit dem Einzelhandel sollen Museen, Galerien, Gedenkstätten und Bibliotheken einen Basisbetrieb anbieten können. Theater, Opern- und Konzerthäuser und Kinos sollen öffnen können, wenn dies auch der Gastronomie wieder erlaubt wird. Für große Veranstaltungen ist aus Sicht von Berlins Kultursenator Klaus Lederer noch nicht abzusehen, "wann man gegebenenfalls auch mit Schnelltestmethoden oder anderen Unterstützungsmöglichkeiten dafür sorgen kann, dass bei Großveranstaltungen kein Superspreaderereignis stattfinden kann."

Berlinale veröffentlicht erste Filmtitel

Die Berlinale hat erste Filmtitel des diesjährigen Programms veröffentlicht. Für die Jugendreihe "Generation" wurden 15 Produktionen ausgewählt. Dazu gehören eine Literaturverfilmung über die "Monsteragentin Nelly Rapp" und das Roadmovie "Mission Ulja Funk", in dem Regisseurin Barbara Kronenberg ein Mädchen mit einem Leichenwagen aufbrechen lässt. Die "Retrospektive" widmet sich wie angekündigt den US-Schauspielerinnen Mae West, Rosalind Russell und Carole Lombard. Wegen der Corona-Pandemie werden die Filmfestspiele in Berlin diesmal geteilt - im März ist ein digitaler Branchentreff geplant, im Juni ein öffentliches Festival.

Estonia-Dokumentarfilmer freigesprochen

Das Göteborger Bezirksgericht hat zwei Estonia-Dokumentarfilmer freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte Bewährungs- und Geldstrafen gefordert, weil sie vorsätzlich gegen den Grabfrieden und das „Estonia-Gesetz" verstoßen hätten, das seit 1995 Tauchen und Filmen am Wrack verbietet. Die Ostseefähre war Ende September 1994 zwischen der estnischen Hauptstadt Tallinn und Stockholm gekentert und gesunken. 852 Passagiere und Besatzungsmitglieder ertranken. Die Dokumentarfilmer hatten im vergangenen Herbst einen Tauchroboter zum Wrack herabgelassen und ein großes Loch im Rumpf entdeckt. Unter dem Druck der Bilder stellten Schweden, Finnland und Estland inzwischen die vor allem von Hinterbliebenen geforderte erneute Untersuchung des Wracks in Aussicht.

Nationalkomitee schreibt Denkmalschutz-Preis aus

Das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz schreibt für das Jahr 2021 wieder den Deutschen Preis für Denkmalschutz aus. Bis zum 23. April können Menschen vorgeschlagen werden, die sich in beispielhafter Weise für das bauliche und archäologische Erbe eingesetzt haben. Das teilte das Nationalkomitee in Bonn mit. Der in mehreren Kategorien vergebene Preis nach eigenen Angaben die höchste Auszeichnung auf dem Gebiet des Denkmalschutzes in Deutschland. Das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz wurde 1973 gegründet. Darin arbeiten Bund, Länder, Gemeinden, Kirchen, Fachorganisationen, Vereine und private Bürgerinitiativen zusammen und setzen sich für die Belange des Denkmalschutzes, der Baudenkmalpflege und der archäologischen und erdgeschichtlichen Denkmalpflege ein. Das Komitee verleiht jedes Jahr den Deutschen Preis für Denkmalschutz.

Bildungsministerin: Schüler nach Corona unterstützen

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat eine gemeinsame Kraftanstrengung mit den Ländern gefordert, um benachteiligte Schüler in der Pandemie zu unterstützen. "Wir brauchen ein großes Programm, damit wir den Kindern und Jugendlichen helfen, nach der Pandemie wieder richtig in die Spur zu kommen", sagte die CDU-Politikerin. Hierzu müssten Bund und Länder einen gemeinsamen Rahmen schaffen. Sie wünsche sich eine große Aktion nach dem Motto: "Für eine starke Jugend nach Corona." Sie sei mit den Ländern im Gespräch, um ein entsprechendes Programm auf den Weg zu bringen.

Argentinien: Priester nach Segen für Trans-Ehe verwarnt

Die katholische Kirche in Argentinien hat einen Priester verwarnt, der eine Trauung eines Mannes mit einer Trans-Frau segnete. Wie die Tageszeitung "Clarin" am Wochenende berichtete, fand die Zeremonie in Ushuaia im äußersten Süden des Landes statt. In einer Erklärung teilte die Diözese Rio Gallegos mit, sie habe die Feier nicht autorisiert. Das Paar ist bereits seit Dezember 2011 standesamtlich verheiratet. Die Ehepartner bezeichneten sich selbst als katholisch, hätten sich aber bislang von der Kirche zurückgezogen, weil es ihnen untersagt gewesen sei, an der Beichte und der Kommunion teilzunehmen. Die Braut hat sich nach eigenen Angaben für ein schwarzes Kleid entschieden, weil sie damit ihre Solidarität mit jenen Trans-Frauen ausdrücken wollte, die sich diesen Traum bislang nicht erfüllen konnten. Die kirchliche Trans-Hochzeit sei ein bedeutender Moment für die LGBT-Gemeinde, da die Kirche ein Ort sei, wo sie sich bislang nicht willkommen gefühlt habe, so die Braut.

Australische Journalistin in China in Haft genommen

Rund sechs Monate nach ihrer Festnahme ist die australische Nachrichtensprecherin Cheng Lei in China formell in Haft genommen worden. Das bestätigten die Außenministerien Australiens und Chinas. Ihr wird vorgeworfen, unerlaubt Staatsgeheimnisse ans Ausland weitergegeben zu haben. Cheng, eine gebürtige Chinesin, arbeitete für den englischsprachigen staatlichen chinesischen Sender CGTN und wurde laut der Mitteilung aus Canberra im August festgenommen. Die australische Regierung habe mehrfach ihre ernste Sorge darüber zum Ausdruck gebracht, sagte Australiens Außenministerin Marise Payne. Der Fall werde im "Einklang mit dem Gesetz" behandelt, teilte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums mit. Die Beziehungen zwischen Australien und seinem wichtigsten Wirtschaftspartner China sind angespannt. Im September wurden bereits zwei australische Journalisten aus China ausgewiesen.

Mit Straßenkreide gegen verbale sexuelle Belästigung

Mehrere Gruppen junger Frauen setzen sich gegen sexuelle Belästigung im öffentlichen Raum ein. Über Instagram sammeln die Aktivistinnen sexuell anzügliche Kommentare und kreiden sie wortwörtlich an: Mit Straßenkreide schreiben sie die Vorfälle dort auf, wo sie passiert sind. Die Bilder der Aktionen und die dazugehörigen Hintergrundgeschichten teilen sie auf der Foto-Plattform. Mit einer Petition fordern fast 70 000 Unterzeichner, dass verbale sexuelle Belästigung einen Platz im Strafgesetzbuch bekommt.

Auf der Anklagebank: Holocaust-Forscher in Polen

Die renommierten Holocaust-Forscher Barbara Engelking und Jan Grabowski müssen sich in Warschau vor Gericht veantworten. Sie forschen zu einem schwierigen Thema in Polen: Der Kollaboration mit den Nazis während der deutschen Besatzungszeit. Gegen die Historiker klagt die 80-jährige Nichte eines früheren Ortsvorstehers aus Ostpolen. Sie sieht die Erinnerung an ihren Onkel geschädigt, verlangt umgerechnet rund 22 500 Euro Entschädigung und eine öffentliche Entschuldigung. Unterstützt wird die Klage von der rechtsnationalen Stiftung "Reduta. Festung des guten Namens - Liga gegen Verleumdung". Wissenschaftler und Holocaust-Experten weltweit schlagen Alarm. Sie befürchten, dass unabhängige Forschung über den Holocaust in Polen beendet wird. Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem spricht von "einer schwerwiegende Attacke auf freie und offene Forschung".

Elton John fordert Hilfe für Nachwuchskünstler

Popstar Elton John kämpft weiter für Musiker mit Brexit-Problemen und fordert eine Hilfsorganisation für Nachwuchsmusiker. "Wir brauchen eine neue Generation von Superstars, nicht nur, weil eine Generation von Superstars - meine Generation - älter wird, in den Ruhestand geht und wegstirbt", heißt es in einem Kommentar der Musikikone im "Guardian" (Sonntag). Die Hilfsorganisation solle jungen Künstlern bei der Tourplanung zur Seite stehen, mit Anwälten und Buchhaltern. Finanziert werden solle die Organisation auch von der Musikwirtschaft selbst, schlug der Sänger vor. Unwd er warnte: Ohne Hilfe kämen bald nur noch Mainstream-Musiker auf Tour. John gehörte zu den mehr als 100 Unterzeichnern eines offenen Briefs, in dem Musik-Stars der Regierung Versagen bei der Verhandlung über Visaregeln mit der EU vorgeworfen hatten. Seit dem 1. Januar, dem Ende der Brexit-Übergangsphase, benötigen Musiker und Künstler Visa und andere Dokumente für Auftritte in der EU beziehungsweise in Großbritannien. London und Brüssel machen sich gegenseitig für die Situation verantwortlich.

Kulturnachrichten hören

Januar 2021
MO DI MI DO FR SA SO
28 29 30 31 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur