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Länderreport / Archiv | Beitrag vom 20.01.2017

Spätverkaufsstellen in MetropolenDie bedrohte Kultur der Spätis

Moderation: Matthias Thiel

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Hans-Jürgen Hammerschmiedt steht am 18.02.2014 in Frankfurt am Main (Hessen) vor seinem Wasserhäuschen. (Daniel Reinhardt/dpa)
Wasserhäuschen - so heißen die auch nachts geöffneten Läden in Frankfurt. (Daniel Reinhardt/dpa)

In Berlin, Leipzig und Frankfurt am Main sind nächtliche Einkäufe Teil der Stadtkultur. Die Läden heißen Kiosk, Späti oder Büdchen - doch ihre Existenz ist gefährdet. Eine Stippvisite in den Vierteln der Metropolen.

Ob Trinkhalle, Kiosk, Wasserhäuschen oder Büdchen – kleine wie große Spätverkaufsstellen prägen deutsche Metropolen. Spätis sind aber nicht nur ein wirtschaftlicher Faktor – sie haben sich inzwischen vielerorts auch zu einem urbanen Treffpunkt im Kiez entwickelt. Sie spielen eine wichtige Rolle in den Innenstadtbezirken. Doch diese Kultur ist gefährdet. Lärmbelästigung oder Ladenöffnungszeiten: die Ordnungsämter greifen durch.

Wasserhäuschen in Frankfurt am Main
Von Hindi Kiflai
Kleine Lädchen, die auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten von Supermärkten das Viertel versorgen, heißen in Frankfurt am Main Wasserhäuschen. Das ist ein freistehendes, halbrundes Holzgebäude und neuerdings wird dort auch offenbar sehr guter Kaffee verkauft. Diese Wasserhäuschen erleben gerade ein regelrechtes Revival.

Fans schauen am 12.06.2016 beim Public Viewing vor einem Spätkauf in Berlin das Spiel der deutschen Mannschaft gegen die Ukraine bei der Fußball-EM in Frankreich auf einem Fernseher.  (dpa / picture alliance / Gregor Fischer)Public Viewing vor einem Spätkauf in Berlin (dpa / picture alliance / Gregor Fischer)

Spätis in Berlin - Neukölln
Von Anja Nehls
In der Hauptstadt müssen die Spätis sonntags eigentlich geschlossen bleiben. Das Berliner Oberverwaltungsgericht hat entschieden: die gesetzlichen Ladenöffnungszeiten gelten für alle Läden, die mehr als Blumen, Zeitungen, Brötchen und Milchprodukte verkaufen. Ausnahmegenehmigungen gibt es nicht. Die Spätibetreiber aber auch die Kiezbewohner sind sauer.

Ein Kiosk 1974 in Leipzig (dpa/Klaus Rose)Der Kiosk gehörte schon immer zum Alltag in Leipzig. (dpa/Klaus Rose)

Spätis in Leipzig
Von Karoline Knappe
Als in München, Hamburg oder Köln noch strenge und begrenzte Ladenöffnungszeiten galten, gab es in der DDR schon Spätverkaufsstellen. Sie sollten damals Schichtarbeiter mit Getränken und Waren des täglichen Bedarfs versorgen. Inzwischen sind Spätis aber nicht nur zum Einkaufen von Chips und Softgetränken da. Nach und nach entwickelten sie sich zu einem Teil der Nachtkultur – besonders in großen Universitätsstädten. Doch auch in Leipzig sind die beliebten Treffpunkte der Studis gefährdet. Das Ordnungsamt kontrolliert schärfer und will das sächsische Ladenöffnungsgesetz durchsetzen.

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