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Dienstag, 12.11.2019
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 7. Februar 2019

Späte Entschuldigung für Absage an George Orwell

British Council hatte Essay des Autors abgelehnt

Fast 70 Jahre nach dem Tod des englischen Schriftstellers George Orwell hat sich der British Council dafür entschuldigt, seinerzeit einen Essay des Autors abgelehnt zu haben. Wie das Kulturinstitut mitteilte, hatte es die 1946 bei Orwell bestellte Abhandlung über die englische Küche zwar als "exzellent" bezeichnet, sie aber dennoch zurückgewiesen. Unter anderem sei bemängelt worden, das Rezept des Schriftstellers für Orangen-Marmelade enthalte "zu viel Zucker und Wasser". Die britische Küche beschrieb der Autor von "Farm der Tiere" und "1984" in dem Essay als "eine simple, eher schwere und vielleicht etwas barbarische Kost". Es sei unklug, einen solchen Artikel für kontinentale Leser zu veröffentlichen, befand der British Council, der sich um die Förderung britischer Kultur im Ausland kümmert.

Amazon-Chef wirft Boulevardblatt Erpressung vor

Dabei geht es um eine mögliche Veröffentlichung freizügiger Fotos

Amazon-Chef Jeff Bezos hat der Boulevardzeitung "National Enquirer" Erpressung im Zusammenhang mit intimen Fotos vorgeworfen. "Das Blatt habe damit gedroht, die Fotos von ihm zu veröffentlichen, wenn seine Privatermittler nicht von der Boulevardzeitung abließen, teilte Bezos in einem Beitrag auf Medium.com am Donnerstag mit. Die Zeitung hatte vergangenen Monat einen Bericht veröffentlicht, der Textnachrichten zwischen Bezos und der früheren TV-Nachrichtensprecherin Lauren Sanchez enthielt. Seitdem haben Privatermittler versucht herauszufinden, wie der "National Enquirer" an die Nachrichten kam. Bezos teilte nun mit, die Mutterfirma der Zeitung habe versucht, ihn zu einem Deal zu bewegen: Um zu verhindern, dass die Boulevardzeitung die freizügigen Fotos veröffentliche, solle er eine öffentliche Stellungnahme abgeben, wonach er keinen Grund zur Annahme habe, dass die Berichterstattung vom "National Enquirer" politisch motiviert sei.

Woody Allen verklagt Amazon Studios

Vier vertraglich vereinbarte Filme werden nicht produziert bzw. nicht vertrieben

Woody Allen zieht gegen die Filmproduktionsgesellschaft Amazon Studios wegen Vertragsbruchs vor Gericht. Der Regisseur und vierfache Oscar-Preisträger hat die Klage mit Schadenersatzforderungen in Höhe von 68 Millionen Dollar (etwa 61 Mio. Euro) am Donnerstag in New York eingereicht, wie die Filmbranchenblätter "Variety" und "Hollywood Reporter" berichten. Allen wirft Amazon Studios demnach vor, einen früheren Deal über die Produktion und den Vertrieb von vier Spielfilmen abgesagt zu haben. Der Streaming-Dienst habe als Grund für diesen Schritt "25 Jahre alte, haltlose Anschuldigungen gegen Mr. Allen" angeführt, zitieren die Zeitungen aus der Klageschrift. Woody Allens Adoptiv-Tochter Dylan Farrow hatte 2018 im Zuge der "Time's Up"- und "MeToo"-Bewegung erneut Missbrauchsvorwürfe gegen den Regisseur vorgebracht, sie sei als Siebenjährige im Elternhaus missbraucht worden. Allen hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Sie waren erstmals 1992 nach der Trennung von Allen und Mia Farrow in einem Sorgerechtsprozess aufgekommen. Die Polizei ermittelte damals, es kam aber nicht zu einer Anklage.

69. Berlinale eröffnet

Es ist die letzte Berlinale mit Dieter Kosslick als Direktor

Mit "The Kindness of Strangers" der dänischen Regisseurin Lone Scherfig ist am Donnerstagabend die 69. Berlinale eröffnet worden. Bis zum 17. Februar werden 400 Filme aus 74 Ländern gezeigt, von denen 23 im Wettbewerb laufen. 17 Filme konkurrieren um den Goldenen und die Silbernen Bären, die am 16. Februar verliehen werden, sechs Produktionen laufen außer Konkurrenz. Sieben Wettbewerbsfilme wurden von Frauen gedreht. Aus Deutschland gehen drei Produktionen ins Rennen, darunter "Der Goldene Handschuh" von Fatih Akin. Das diesjährige Motto lautet "Das Private ist politisch". Themen im Wettbewerb sind etwa Kindheit und Familie, Gendergerechtigkeit, Kirche und Patriarchat oder auch die politische Lage in Brasilien. Die Internationale Jury leitet in diesem Jahr die französische Schauspielerin Juliette Binoche. Ihr zur Seite stehen unter anderem Sandra Hüller und Justin Chang. Es ist die letzte Berlinale mit Dieter Kosslick als Direktor.

Rosamunde Pilcher gestorben

Autorin von "Die Muschelsucher" starb mit 94 Jahren

Die britische Erfolgsautorin Rosamunde Pilcher ist tot. Dies teilte das ZDF, das viele ihrer Bücher verfilmt hatte, unter Berufung auf Pilchers langjährigen Produzenten mit. Zuvor hatte der britische "Guardian" unter Hinweis auf den Sohn Robin Pilcher geschrieben, die Autorin sei mit 94 Jahren gestorben. Die Zeitung zitierte den Sohn mit den Worten, Pilcher habe sich bis Weihnachten in großartiger Verfassung befunden, im neuen Jahr aber eine Bronchitis bekommen. Am Sonntagabend habe sie einen Schlaganfall erlitten und seitdem nicht mehr das Bewusstsein erlangt. Die Britin war mit ihren Romanen eine der erfolgreichsten Schriftstellerinnen ihrer Zeit. Ihren Durchbruch feierte sie 1987 mit "Die Muschelsucher" (Originaltitel: "The Shell Seekers"). Ihre Bücher waren die Grundlage von etlichen Filmen, die Millionen Zuschauer vor den Fernseher lockten, ganz besonders in Deutschland.

Jack White wird an Tantiemen für ESC-Lied beteiligt

Gegen "Toy" waren Plagiatsvorwürfe erhoben worden

Nach Plagiatsvorwürfen gegen die Komponisten des israelischen ESC-Siegerliedes "Toy" haben sich laut dem israelischen Fernsehen beide Seiten geeinigt. Neben den beiden israelischen Komponisten werde nun auch der frühere White-Stripes-Sänger Jack White als Autor des Stückes geführt, berichtete der Fernsehsender "Kan". Die Universal Music Group hatte den Komponisten Doron Medalie und Stav Beger vorgeworfen, bei dem White-Stripes-Lied "Seven Nation Army" abgekupfert zu haben, wie Medien im Sommer berichtet hatten. Doron Medalie verwies auf Nachfrage auf eine Verschwiegenheitserklärung bezüglich der Einigung, die beide Seiten unterzeichnet hätten.

Nach Konzertabsage: R. Kelly will in Bayern spielen

"Unschuldsvermutung halten wir für ein hohes Gut", so der Veranstalter

Der umstrittene US-Musiker R. Kelly will nach Protesten gegen ein Konzert von ihm in Baden-Württemberg nun in Bayern auftreten. Zehntausende Menschen hatten ein geplantes Konzert in Sindelfingen bei Stuttgart mit einer Online-Petition verhindert. Für den 12. April ist ein Auftritt in Neu-Ulm geplant. Die Entscheidung, Kelly "ein musikalisches Forum" zu bieten, sei auch intern durchaus kontrovers diskutiert worden, hieß es in einer Mitteilung. Allerdings sei Kelly nicht verurteilt. "Auch die rechtsstaatliche Unschuldsvermutung halten wir für ein hohes Gut." Gegen den R&B-Künstler ("I Believe I Can Fly") waren Anfang Januar in einer amerikanischen TV-Dokumentation Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erhoben worden. Die Vorwürfe reichen bis in die 90er Jahre zurück. Kelly hat diese mehrfach abgestritten.

Besucherrückgang in EU-Kinos

Nur in Großbritannien steigende Zahlen

Die Menschen in der Europäischen Union sind im vergangenen Jahr seltener ins Kino gegangen. Nach drei Rekordjahren verzeichneten die Kinos in der EU für 2018 einen Rückgang um 29,4 Millionen Kinogänger auf 955 Millionen Besucher, wie aus der in Straßburg veröffentlichten Schätzung der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle hervorgeht. In Deutschland gab es demnach 16,9 Millionen Besucher weniger (minus 13,9 Prozent), in Frankreich 8,9 Millionen (minus 4,3 Prozent) und in Italien 7 Millionen weniger Kinogänger (minus 7 Prozent). Von den fünf großen EU-Märkten konnte nur Großbritannien steigende Zahlen verzeichnen - um 3,7 Prozent auf nun 177 Millionen.

Facebook: Kartellamt beschränkt Datensammlung

Facebook will Beschwerde gegen die Entscheidung einlegen

Das Bundeskartellamt schränkt die Sammlung und Verarbeitung von Nutzerdaten durch Facebook stark ein. Das Unternehmen dürfe Daten aus verschiedenen Quellen, etwa dem Messenger-Dienst Whatsapp und der Foto-Plattform Instagram, nur mit Zustimmung der Nutzer zusammenführen, teilte die Behörde am in Bonn mit. Die Einschränkungen betreffen demnach auch die Verwendung des "Like"-Buttons auf Internetseiten anderer Anbieter. Facebook will gegen die Entscheidung des Bundeskartellamts Beschwerde einlegen.

Deutscher Hörbuchpreis an Meckbach und Heidenreich

Eva Meckbach und der Gert Heidenreich als beste Interpreten ausgezeichnet

Die Schauspielerin Eva Meckbach und der Schriftsteller Gert Heidenreich erhalten den Deutschen Hörbuchpreis 2019 als beste Interpreten. Die Preisverleihung findet am 19. März im WDR-Funkhaus in Köln statt, wie der Sender mitteilte. Dotiert ist der Preis in jeder Kategorie mit 3.333 Euro. Die Auszeichnung erhält Meckbach für ihre Lesung des Romanes "Deutsches Haus" von Annette Hess. Heidenreich überzeuge mit seiner Interpretation von "Was vom Tage übrig blieb" des Romanautoren Kazuo Ishiguro, hieß es. Den Preis für das "beste Sachhörbuch" bekommen Sabeeka Gangjee-Well und Hans Well für ihr Feature "Rotes Bayern - es lebe der Freistaat".

"NYT": Plagiatsvorwürfe gegen Ex-Chefredakteurin

Jill Abramson soll in ihrem neuen Buch abgeschrieben haben

Die frühere Chefredakteurin der Zeitung "The New York Times", Jill Abramson, ist mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert. Der Korrespondent Michael Moynihan von "Vice" veröffentlichte bei Twitter Auszüge von Passagen in Abramsons neuem Buch "Merchants of Truth", die Abschnitten aus anderen Werken stark ähneln. Abramson reagierte erst mal nicht auf eine E-Mail mit Bitte um eine Reaktion. Ein
Sprecher des Verlags Simon & Schuster gab keinen Kommentar ab.

Kunstmuseen Krefeld kaufen Delaunay-Arbeiten

Rund hundert Papierarbeiten von Sonia Delaunay für 650 000 Euro erworben

Mit einem Ankauf von rund hundert Papierarbeiten haben die Kunstmuseen in Krefeld den bundesweit größten Bestand an Originalwerken der Künstlerin Sonia Delaunay. Die farbigen Blätter stammen aus Privatbesitz und entstanden vor allem in den 1920er und 30er Jahren. Es handele sich um eine "einzigartige Sammlung von gezeichneten Textilentwürfen", teilten die Museen mit. Das Konvolut verbinde angewandte und freie Kunst und schließe sich damit an die Gründungsgeschichte des Kunstmuseums an. Den 650 000 Euro teuren Ankauf unterstützten unter anderem die Kulturstiftung der Länder und das Land Nordrhein-Westfalen.

Jay-Z schickt festgenommenem Rapper Anwalt zu Hilfe

21 Savage war wegen illegalen Aufenthalts verhaftet worden

Nach der Festnahme des Rappers 21 Savage ("Rockstar") durch die US-Einwanderungsbehörde ICE hat Hip-Hop-Ikone Jay-Z dem Musiker seinen Anwalt zu Hilfe geschickt. Das bestätigte Anwalt Alex Spiro der Zeitschrift "Variety". "Wir werden nicht aufhören, bis er wieder frei ist", wird Spiro dort zitiert. 21 Savage war am Sonntag festgenommen worden. Er sei in Großbritannien geboren und habe sich nach Ablauf seines Visums illegal in den USA aufgehalten, begründete die Behörde ICE laut US-Medienberichten ihren Schritt. 21 Savage wurde mit seinem Song "Rockstar" für zwei Grammys nominiert. Zuletzt war er mit "I Am > I Was" in den Top Ten der US-Album-Charts.

Strobl wird alleinige Degeto-Geschäftsführerin

Gerhard Schneider geht aus privaten Gründen

Alleinige Geschäftsführerin der ARD-Filmtochter Degeto wird Christine Strobl. Der bisherige kaufmännische Geschäftsführer, Gerhard Schneider, geht zum 1. März einvernehmlich aus privaten Gründen, wie das ARD-Tochterunternehmen mitteilte. Aus diesem Anlass werde die Geschäftsführung neu aufgestellt. Strobl, seit 2012 bereits als Geschäftsführerin für das Programm zuständig, soll künftig in Personalunion auch den kaufmännischen Bereich verantworten. Entsprechend hätten Aufsichtsrat und Gesellschafter der ARD Degeto einstimmig entschieden.

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