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Interview / Archiv | Beitrag vom 10.07.2014

Soundtracks"Filmmusik ist unabhängig vom Bild entstanden"

Gespräch mit "Can"-Keyboarder Irmin Schmidt anlässlich des 75. Geburtstags von Roland Klick

Moderation: Susanne Burg

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Irmin Schmidt, Mitglied der legendären Band "Can", zu Besuch bei Deutschlandradio Kultur (Maurice Wojach)
Irmin Schmidt, Mitglied der legendären Band "Can", zu Besuch bei Deutschlandradio Kultur (Maurice Wojach)

Die Filmmusik von "Can" ist gleichwertig mit anderen Musikstücken zu sehen, meint Irmin Schmidt, Gründungsmitglied und Keyboarder der Band "Can". Er beschreibt auch die Zusammenarbeit mit Roland Klick bei dem 1970 entstandenen Western "Deadlock".

Auch aus heutiger Sicht hätten die Filmkompositionen von "Can" für ihn einen hohen Stellenwert, sagte Schmidt in der Kultursendung "Kompressor" im Deutschlandradio Kultur. Die Filmmusik sei immer unabhängig vom Bild entstanden: "Sie hat sich eigentlich fast überhaupt nicht unterschieden von der Produktion unserer anderen Musik. Deshalb sind die Filmmusiken einfach immer noch 'Can'-Stücke und gleichwertig zu allen anderen zu sehen."

Gerade ist DVD-Box mit Filmen von Roland Klick erschienen

Der Filmregisseur und Drehbuchautor Roland Klick (Filmgalerie 451)Der Filmregisseur und Drehbuchautor Roland Klick (Filmgalerie 451)

Der Auftrag für den 1970 entstandenen Film "Deadlock" von Roland Klick sei erst drei Tage vor dem Mischen des Films erteilt worden, erinnerte sich Schmidt: "Das heißt, der Film war fertig. Es gab eine Musik drauf. Und alle haben gesagt, das geht nicht. Der Film ist zu schön, da muss eine richtig gute Musik drauf. Dann kam Klick auf uns. Und  wir haben Tag und Nacht gearbeitet." Der Filmemacher Roland Klick ist am 4. Juli 75 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass ist auch eine DVD-Box mit seinen Werken erschienen.

Die anderen von "Can" haben die Filme meist nicht gesehen

In der Regel habe er als Einziger aus der Band den Film vorher gesehen, meinte Schmidt. Er sei immer der Auffassung gewesen, dass es keinen Sinn mache, wenn sich die ganze Gruppe den Film anschaue: "Dann wird diskutiert und Zeit verloren, das ist eine Sache. Die zweite Sache ist, dass es dazu verführt, zu verdoppeln, was ohnehin im Bild ist. Wenn man die Musik macht, während man den Film sieht, kommt man leicht ins Kommentieren dessen, was passiert." "Can" habe damals noch keine Erfahrung im Komponieren von Filmmusik gehabt.

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