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Mittwoch, 19.12.2018
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Sorge um indigene Völker in Brasilien

2017 haben 128 Indigene Selbstmord begangen

Brasilien sorgt sich die Gesellschaft für bedrohte Völker um die Zukunft der rund 300 indigenen Völker des Landes. Der aussichtsreichste Anwärter auf die Präsidentschaft, der Rechtspopulist Jair Bolsonaro, schüre mit rassistischen Angriffen auf Minderheiten eine Ausgrenzung der armen und indigenen Bevölkerung, kritisierte GfbV-Referentin Yvonne Bangert in Göttingen. Bangert bemängelte, dass Landrechte der indigenen Gemeinschaften zunehmend in Gefahr geraten. Der Staat gehe kaum gegen illegale Rohstoffförderung und Rodungen in diesen Gebieten vor. Alarmiert zeigte sich die GfbV-Referentin zudem über den Jahresbericht 2017 des Indigenen-Missionsrat der katholischen Kirche Cimi. Demnach hätten 128 Indigene Selbstmord begangen, 110 Angehörige indigener Gemeinschaften seien ermordet worden und 702 Kleinkinder aufgrund mangelnder medizinischer Versorgung gestorben.

Kanye Wests bizarrer Auftritt im Oval Office

In langatmigen Monologen streifte er eine Reihe von Themen

Selbst Donald Trump war sprachlos: Kanye West hat am Donnerstag im Weißen Haus einen denkwürdigen Auftritt hingelegt. Vor einem privaten Mittagessen mit dem US-Präsidenten setzte der Rapper im Oval Office zu langatmigen Monologen an, in denen er gleich eine Reihe von Themen streifte: Sozialpolitik, psychische Probleme, Gefängnisreform und seine Unterstützung für Trump. Viele Leute seien der Meinung, dass man als Schwarzer Demokrat sein müsse, sagte West. Seine Freunde hätten ihn gedrängt, nicht seine rote Mütze mit Trumps Wahlkampfslogan "Make America Great Again" zu tragen. Doch "diese Mütze, sie gibt mir irgendwie Kraft", erklärte der Rapper. An einer Stelle hielt er Trump zugute, einen Krieg gegen Nordkorea verhindert zu haben. Dann riet er seinem Gastgeber plötzlich, die Präsidentenmaschine Air Force One gegen ein wasserstoffbetriebenes Flugzeug auszutauschen. Der Präsident verdiene außerdem mehr Respekt, meinte West, und ergänzte: "Wenn er nicht gut aussieht, sehen wir nicht gut aus." Eine kleine Monologpause nutzte ein verdutzt wirkender Trump, um sich bei seinem Gast zu revanchieren. "Ich sage Ihnen was: Das war ziemlich beeindruckend", sagte er. West sei nicht auf den Kopf gefallen.

Stehende Ovationen nach "Vivid"-Premiere

Mehr als 100 Künstler sind an der 12 Millionen Euro teuren Produktion beteiligt

Applaus und stehende Ovationen: Mit großem Jubel hat das Publikum am Donnerstagabend die Premiere von "Vivid" im Berliner Friedrichstadt-Palast gefeiert. Die neue Show in dem Revuetheater an der Friedrichstraße verbindet Akrobatik, Tanz und bunte Kostüme des irischen Hutmachers Philip Treacy. Mehr als 100 Künstler sind an der 12 Millionen Euro teuren Produktion beteiligt. Die Show erzählt in knallbunten Bildern die Geschichte der jungen Androidin R'eye - einer Roboter-Frau mit menschlichen Zügen. Sie bricht aus ihrem fremdgesteuerten Leben aus und begibt sich auf die Suche nach ihrer wahren Identität. Dabei trifft sie auf turnende Muskelmänner, tanzende Schmetterlinge und singende Blumen. Auch die legendäre Girlreihe, bei der die Tänzerinnen synchron ihre Beine in die Luft schwingen, darf im Friedrichstadt-Palast nicht fehlen.

Weinstein: Teil von Anklage fallengelassen

Anklagepunkt im Fall Lucia Evans wird nicht mehr berücksichtigt

Die Staatsanwaltschaft in New York hat einen Teil des Strafverfahrens gegen Harvey Weinstein wegen sexueller Vergehen fallengelassen. Ein Richter stimmte am Donnerstag zu, einen Anklagepunkt im Fall im Zusammenhang mit Lucia Evans nicht mehr zu berücksichtigen. Evans hatte dem Magazin "The New Yorker" gesagt, dass Weinstein sie in seinem Büro 2004 zum Oralsex gezwungen habe. Die Staatsanwaltschaft teilte in einem Brief mit, dass sie vor Wochen erfahren habe, dass eine Frau, die am Abend des Treffens von Evans mit Weinstein in einem Restaurant bei Evans gewesen sei, einem Polizisten widersprüchlich geschildert habe, was passiert sei.

Banksys Schredder-Bild als neues Kunstwerk verkauft

"Das erste Kunstwerk, das live während einer Auktion geschaffen wurde"

Die Bieterin, die für eine Banksy-Malerei, die sich bei einer Auktion selbst zerstörte, den Zuschlag erhalten hat, will den Kauf trotzdem tätigen. Das teilte das Auktionshaus Sotheby's am Donnerstag mit. Eine europäische Sammlerin habe eingewilligt, 1,04 Millionen Pfund für das Kunstwerk "Girl With Balloon" zu zahlen. Kurz nach dem Auktionshammerschlag glitt die untere Hälfte der Malerei durch einen Aktenvernichter, der im Bilderrahmen versteckt war. Sotheby's teilte mit, die Malerei trage den neuen Titel "Love is in the Bin". Sie sei "das erste Kunstwerk in der Geschichte, das live während einer Auktion geschaffen wurde", sagte Alex Branczik von der Abteilung für zeitgenössische Kunst für Europa bei Sotheby's.

Wim Wenders in Passau geehrt

Wenders verstehe sich gleichermaßen brillant auf Spielfilme und Dokumentationen

Der Regisseur und Fotograf Wim Wenders hat am Donnerstag den "Menschen in Europa"-Kunst-Award der Verlagsgruppe Passau verliehen bekommen. Das Medienhaus ehrte den Filmemacher als einen der wichtigsten Vertreter des deutschen Films der Gegenwart für sein künstlerisches Schaffen. Wenders zähle zu den ganz wenigen Regisseuren, die sich gleichermaßen brillant auf Spielfilme und Dokumentationen verstehen, sagte Schauspielerin Iris Berben in ihrer Laudatio. Bis zum 30. November ist im Medienzentrum des Verlages in Passau die Ausstellung "Water Works" mit Fotografien von Wim Wenders zu sehen.

Deichtorhallen starten Online-Magazin HALLE4

Das neue Magazin soll u. a. ein vierter Ort für Inhalte der eigenen Ausstellungen sein

Unter dem Namen HALLE4 starten die Deichtorhallen Hamburg ein eigenes Online-Magazin. Das Magazin wird vorrangig Themen, Hintergründe und Stories rund um die Ausstellungen der Deichtorhallen vertiefen. Interviews sowie Ausblicke in die Zukunft der Fotografie sind ebenfalls Bestandteile des Magazins. Darüber hinaus soll das Magazin auch Raum für Beiträge über aktuelle Debatten und Entwicklungen in der Kunstwelt bieten. "Neben unseren drei Ausstellungsorten, eröffnen wir mit unserem Online-Magazin HALLE4 einen vierten Ort für die vielseitigen Themen und Inhalte unserer Ausstellungen", sagt Dirk Luckow, Intendant der Deichtorhallen. Das Online-Magazin HALLE4 ist Bestandteil der neuen Website der Deichtorhallen. Das Online-Magazin finden Sie unter www.deichtorhallen.de/halle4.

Neues Ländergremium soll Kulturpolitik stärken

Die KMK soll soll sich um Kulturpolitik von überregionaler Bedeutung kümmern

Die Bundesländer wollen ihre Kulturpolitik stärken. Dafür wollen die Kulturminister und -senatoren künftig eigenständige Beratungen unter dem Dach der Kultusministerkonferenz (KMK) durchführen, wie die KMK am Donnerstag in Berlin beschloss. Die Kulturministerkonferenz soll sich um Kulturpolitik von überregionaler Bedeutung kümmern und gemeinsame Anliegen gegenüber der Bundesregierung vertreten. Der Hamburger Kultursenator Carsten Brosda, der Vorsitzender der Kulturministerkonferenz werden soll, sagte: "Es ist ein richtiger und wichtiger Schritt, dass die Länder die gemeinsame Debatte über die Förderung der Kultur in Deutschland engagiert und vernehmlich führen - untereinander und mit dem Bund und den Kommunen."

Erste "Bergmannsampel" in Duisburg

Die kleinen Männchen halten eine Grubenlampe in der Hand und tragen einen Helm

In Duisburg steht seit Donnerstag die weltweit erste und einzige "Bergmannsampel". Statt des traditionellen Ampelmännchens erinnert sie an die Bergmannstradition der Stadt und des Ruhrgebiets: Die kleinen grünen und roten Männchen halten eine Grubenlampe in der Hand und tragen einen Helm. Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link nahm die erste Ampel in Betrieb, fünf weitere sollen folgen. "Der Bergbau prägt unser kulturelles Leben bis heute und ist Teil unserer Identität", sagte Link zur Einweihung. "Nun erinnert uns auch ein sympathisches Ampelmännchen daran - ein etwas anderes, aber umso schöneres Denkmal." Die Idee für die Gruben-Männchen hatte die Journalistin Kathrin Hänig aus Duisburg.

New York: Wissenschaftler zum Klavierspielen verurteilt

Drei Jahre lang mindestens zweimal pro Woche

Eine Richterin in New York hat einen Neurologen zum Klavierspielen verurteilt. Der Wissenschaftler hatte sich schuldig bekannt, Forschungsgelder von knapp 90.000 Dollar aus Kassen der New York University und aus Förderprogrammen gestohlen zu haben. Dafür ist eine Haftstrafe möglich. Nachdem sie den Gerichtsakten entnommen hatte, dass der Angeklagte ausgebildeter Pianist ist, entschied die Richterin anders: Der Neurologe muss künftig regelmäßig für Gruppen mittelloser älterer Menschen im Bundesstaat Connecticut Klavier spielen – drei Jahre lang und mindestens zweimal pro Woche. Der Neurologe entschuldigte sich vor der Urteilsverkündung und erklärte, seine Festnahme im vergangenen Jahr habe ihn dazu veranlasst, seinen Lebensstil zu ändern. Seine Anwältin zeigte sich ratlos: „Wie konnte jemand mit solchem Talent etwas derart Dummes tun?“

Knabe klagt gegen seine Kündigung

Auch der Ex-Vize der Stasiopfer-Gedenkstätte hat Klage eingereicht

Der entlassene Direktor der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, hat Klage gegen seine Kündigung eingereicht. Diese sei beim Berliner Arbeitsgericht bereits am Dienstag eingereicht worden, sagte eine Gerichtsprecherin. Nach dem üblichen zeitlichen Ablauf sei ein erster Verhandlungstermin dazu etwa Anfang November zu erwarten. Knabe habe in seiner Klage die Unwirksamkeit der Kündigung geltend gemacht. Die Klage richte sich gegen die Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Bereits Freitag vergangener Woche habe Knabes bisheriger Stellvertreter, Helmut Frauendorfer, ebenfalls Klage gegen seine Kündigung eingereicht. Knabe wird vorgeworfen, nicht entschieden genug gegen die sexuelle Belästigung von Frauen durch den Vize-Direktor Frauendorfer vorgegangen zu sein. Der Stiftungsrat hatte den langjährigen Direktor am 25. September deshalb einstimmig von seinen Aufgaben entbunden. Die Entlassung hatte zuletzt eine heftige Kontroverse ausgelöst und war als politische Entscheidung kritisiert worden.

Millionenschaden nach Brand in Museumsdepot

Deutsches Museum: Der ideelle Wert der Objekte ist unschätzbar

Bei einem Großbrand in einem Lager des Deutschen Museums ist ein Schaden von mindestens zehn Millionen Euro entstanden. Das Museum in München, das zu den größten Technikmuseen der Welt gehört, hat rund 8000 Ausstellungsstücke nach Ingolstadt ausgelagert. Dort wüteten die Flammen mehr als zwei Stunden lang. Unter den betroffenen Exponaten sei beispielsweise ein Mikroskop von Chemie-Nobelpreisträger Manfred Eigen. Der ideelle Wert der Objekte sei nicht zu beziffern, der rein materielle Schaden liegt nach Angaben des Museums "aber sicher im zweistelligen Millionenbereich". Das Technikmuseum hatte in Ingolstadt Exponate von der Nähmaschine bis zum Segelflugzeug gelagert.

Digital-Uni für internationalen Dialog

Länder mit schwierigen Beziehungen eingebunden

Das Goethe-Institut startet in diesem Herbst eine Internet-Universität, um den internationalen Dialog zu stärken und Konflikten entgegenzutreten. An dem digitalen Projekt sind neun Hochschulen aus Deutschland, Österreich, Russland, Georgien und der Ukraine beteiligt, teilte das weltweit tätige Kulturinstitut mit. Man habe sich bewusst für Länder entschieden, deren Beziehungen wegen politischer Spannungen in den vergangenen Jahren immer schlechter geworden seien. Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts, erklärte zum Auftakt des Projekts, die Netzwerk-Uni solle mit Weltoffenheit, Verantwortung und kultureller Vielfalt einen Gegenentwurf zu nationalistischen Tendenzen bilden. Außerdem gehe es darum, Vorurteilen und sogenannten alternativen Fakten wissenschaftliche Erkenntnisse entgegenzusetzen. Ab dem Wintersemester können Studenten der teilnehmenden Hochschulen Internet-Kurse zu Themen wie Konfliktprävention, Friedensforschung oder nachhaltiger Entwicklung belegen.

Gesundheit, Familie und Geld machen Deutsche happy

Norddeutsche sind am glücklichsten

Schleswig-Holsteiner und Hamburger sind derzeit laut einer Umfrage bundesweit mit Abstand am glücklichsten. Große Unzufriedenheit herrscht dagegen in Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Die Differenz der gefühlten Lebensqualität zwischen West- und Ostdeutschland habe sich in den vergangenen Jahren aber kontinuierlich verringert, sagte der Demografie-Wissenschaftler Bernd Raffelhüschen bei der Vorstellung des "Glücksatlas 2018" der Deutschen Post. Im europäischen Vergleich seien die Deutschen mit 7,05 Punkten auf der Skala zwischen null und zehn sehr zufrieden mit ihrem Leben. Unter 33 Staaten belegen sie Rang neun. Maßgeblicher Faktor für die Lebenszufriedenheit sei die eigene wirtschaftliche Lage, sagte Raffelhüschen. Andere Kriterien seien die Gesundheitsversorgung und die gelebte Gemeinschaft in Partnerschaft, kulturellem Leben und Religion.

Neurechter Verlag Antaios prominent auf Buchmesse

Unweit vom Stand der alternativen "tageszeitung"

Der Antaios Verlag des neurechten Vordenkers Götz Kubitschek hat sich gegen den Willen der Veranstalter einen prominenten Platz auf der Frankfurter Buchmesse gesichert. Er präsentiert sich nun unter dem Dach des Loci-Verlags. Er habe Antaios am Dienstag an Loci-Verleger Thomas Veigel verkauft, sagte Kubitschek auf der weltgrößten Bücherschau. Antaios erscheine künftig als sogenanntes Imprint - eigenständige Marke - innerhalb von Loci. Loci ist mit seinem Stand an einer gutbesuchten Stelle - unweit vom Stand der alternativen "tageszeitung" untergebracht. Nach dem Eklat im vergangenen Jahr, als es bei einem Auftritt von AfD-Rechtsaußen Björn Höcke beim Antaios-Stand Tumulte gab, hatte die Messeleitung dieses Mal zwei weitere Verlage des rechten Spektrums bewusst in einer wenig zugänglichen Ecke untergebracht.

Kasseler documenta-Obelisk bekommt neuen Standort

Künstler und Stadt hatten sich monatelang nicht geeinigt

Nach dem umstrittenen Abbau des documenta-Obelisken in Kassel bleibt das Kunstwerk nun doch in der Stadt. Es soll künftig unweit der Innenstadt auf der Treppenstraße stehen. Darauf haben sich Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle und der Künstler Olu Oguibe geeinigt. Die 16 Meter hohe Steinsäule des nigerianisch-amerikanischen Künstlers war am Tag der Deutschen Einheit in einer Nacht-und-Nebel-Aktion abgebaut worden. Zuvor hatten sich die Stadt und Oguibe monatelang über den Standort gestritten.

Grönemeyer singt auf Türkisch in "Doppelherz"

Idee dafür bei Lesung für Deniz Yücel

Neue Musik, neue Sprache: Herbert Grönemeyer (62) singt auf seiner neuen Single "Doppelherz / Iki Gönlüm" auch auf Türkisch. In dem Song, der morgen erscheint, geht es um die Sehnsüchte der Menschen, ob nach dem nächsten Urlaubsziel oder der zweiten Heimat. "Diese Sehnsüchte im Kopf und diese Sehnsüchte nach anderen Plätzen, das eint uns", schreibt Grönemeyer in einer Pressemitteilung. Auf die Idee Türkisch zu singen, sei er bei einer Lesung für den damals noch inhaftierten Journalisten Deniz Yücel gekommen. "Da habe ich auch Türkisch gelesen. Und dann haben alle gesagt: Oh, das kannst Du ja richtig!" Unterstützung bekommt Grönemeyer bei "Doppelherz / Iki Gönlüm" von BRKN, einem deutschen Rapper mit türkischen Wurzeln.

Deutsche Welle startet Literaturprojekt mit Romanen

Zweisprachige Videos, Essys und Links

Zur Frankfurter Buchmesse und dem Auftakt des Deutschlandjahrs in den USA startet die Deutsche Welle ein Literatur-Projekt. Unter dem Titel "100 German Must-Reads/100 gute Bücher" stellte sie in Frankfurt einen Kanon deutschsprachiger Literatur vor. Der zweisprachige Roman-Kanon präsentiert 100 wichtige Werke deutschsprachiger Belletristik des 20. und 21. Jahrhunderts. Ein Jahrhundert-Panorama - von Thomas Manns "Buddenbrooks" (1901) bis Benedict Wells' "Vom Ende der Einsamkeit" (2016). Zu jedem Buch gibt es ein Web-Video und einen Hintergrundbeitrag, dazu Essays, Interviews, Tipps und Links - und Geschichten.

7,5 Millionen Euro Förderung für Filme und Serien

Neues aus Lummerland: Zweiter Teil von "Jim Knopf" kommt

Das Medienboard Berlin-Brandenburg fördert 38 neue Spielfilme und Fernsehserien mit insgesamt 7,5 Millionen Euro. Mit der höchsten Summe von 1,1 Millionen Euro solle die Verfilmung des Politthrillers "Der Fall Collini" von Ferdinand von Schirach erhalten, teilte das Medienboard mit. Die Regie führt Marco Kreuzpaintner. 800.000 Euro soll eine Stasi-Komödie unter der Regie von Leander Haußmann erhalten. Auch für die Freunde von Lummerland gibt es eine gute Nachricht: Nach dem erfolgreichen Kinofilm "Jim Knopf und die Wilde 13" wird auch die nun folgende Verfilmung des 2. Teils "Jim Knopf und die Wilde 13" unter der Regie von Dennis Gansel mit 600.000 Euro gefördert. Bei den Fernsehserien bekommt die Horrorserie "Hausen" mit 700.000 Euro Förderung den größten Anteil. Regisseur Till Kleinert will in zehn Folgen das Leben des 15-jährigen Juri zeigen, der in einer Plattenbausiedlung lebt. Dort hat ein böses Wesen die Macht über die Bewohner übernommen. Der Drehbeginn für die Serie beim Pay-TV-Sender Sky ist Anfang kommenden Jahres geplant.

Buchbranche sorgt sich um sinkende Umsätze

Zweiter Fachbesuchertag auf der Frankfurter Buchmesse

Noch bis morgen ist die 70. Frankfurter Buchmesse ausschließlich für Fachbesucher geöffnet. Dabei wird es auch um die wachsende Konkurrenz durch Internet und soziale Medien gehen. Sie tragen mit dazu bei, dass der Umsatz in den ersten acht Monaten des Jahres laut Branchenangaben erneut um ein Prozent zurückgegangen ist. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 1,6 Prozent. Zwischen 2013 und 2017 summierten sich die Einbußen auf 18 Prozent. Dass es dem Buchhandel in Deutschland nicht gut geht, lässt sich auch daran erkennen, dass einige große Verlage, wie zum Beispiel Fischer oder Rowohlt, ihre traditionellen Buchmesse-Partys in diesem Jahr abgesagt haben. Ungeachtet dessen, geht das diesjährige Messeprogramm weiter. So wird sich heute unter anderem Norwegen präsentieren. Im kommenden Jahr werden die Skandinavier bei der größten Bücherschau der Welt offizielles Gastland sein. Mit dabei ist auch die norwegische Bestsellerautorin Maja Lunde. Der schwedische Erfolgsautor Jonas Jonasson und die Schweizer Entertainerin Michelle Hunziker sind ebenfalls zu Gast in Frankfurt. Hunziker wird dabei ihr Buch über den Ausstieg aus einer Sekte vorstellen.

Untersuchung im Fall Khashoggi gefordert

Regimekritischer Journalist wird seit über einer Woche vermisst

Nach dem Verschwinden des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi hat die Organisation Reporter ohne Grenzen eine unabhängige internationale Untersuchung gefordert. Die Organisation beklagte in einer Mitteilung zugleich, dass seit September vergangenen Jahres in Saudi-Arabien mehr als 15 Journalisten und Blogger unter ungeklärten Umständen festgenommen worden seien. Es sei unklar, wo die Betroffenen festgehalten würden und was ihnen vorgeworfen werde. Khashoggi hatte vor mehr als einer Woche das saudische Konsulat in Istanbul betreten und wird seitdem vermisst. Türkische Polizei- und Regierungskreise gehen Medienberichten zufolge davon aus, dass er im Konsulat ermordet wurde. Saudi-Arabien weist die Vorwürfe zurück und versprach, den Fall aufzuklären.

Preis für jordanisches Journalistennetzwerk

Auszeichnung erinnert an inhaftierten saudischen Blogger Raif Badawi

Das jordanische Journalistennetzwerk "Arab Reporters for Investigative Journalism" ist auf der Frankfurter Buchmesse mit dem "Raif Badawi Award for courageous journalists" ausgezeichnet worden. Der Preis wird von der Friedrich-Naumann-Stiftung vergeben. Die Jury hatte die Organisation für ihren mutigen Einsatz für investigative Berichterstattung in einem immer schwieriger werdenden Umfeld und für die Unterstützung journalistischer Rechercheprojekte in mehr als 20 arabischen Ländern ausgewählt, wie die Stiftung mitteilte. Der undotierte Preis soll an den inhaftierten saudischen Blogger Raif Badawi erinnern, der wegen seiner islamkritischen Texte zu 1000 Peitschenhieben und zehn Jahren Haft verurteilt wurde.

Grütters will "Deutschen Verlagspreis" einführen

Budget soll eine Million Euro betragen

Kulturstaatsministerin Monika Grütters will einen "Deutschen Verlagspreis" einführen. "Angesichts der angespannten Situation gerade kleinerer und anspruchsvoller Verlage wollen wir ein Zeichen für literarische Vielfalt setzen", erklärte die CDU-Politikerin anlässlich der Frankfurter Buchmesse in Berlin. Die Auszeichnung solle "die gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung der unabhängigen Verlage überall in Deutschland stärken und sichtbarer machen". Damit solle ein Beitrag zum Erhalt der kulturellen Infrastruktur in ganz Deutschland geleistet werden, erklärte Grütters. Geplant ist die Vergabe eines Spitzenpreise sowie einer mittleren zweistelligen Zahl von Förderpreisen, hieß es in einer Mitteilung. Das Gesamtbudget solle mindestens so hoch liegen wie beim Deutschen Buchhandlungspreis. Dieser wird den Angaben zufolge mit einer Million Euro pro Jahr gefördert.

Neue Querelen um Gedenkstätte Hohenschönhausen

Drei Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats legen Amt nieder

Die Querelen um die Stasiopfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen reißen nicht ab. Die turnusmäßige Sitzung des wissenschaftlichen Beirats wurde abgesagt. Drei Mitglieder des Gremiums legten nach eigenen Angaben "unter Protest" ihr Amt nieder. Es sind die früheren DDR-Bürgerrechtlerinnen Heidi Bohley, Freya Klier sowie Professorin Barbara Zehnpfennig. In einem Brief an den Stiftungsrat monieren sie, der Beiratsvorsitzende Dieter Dombrowski habe die Sitzung eigenmächtig abgesagt, nachdem sie eine Aussprache mit dem geschassten Gedenkstättendirektor Hubertus Knabe gefordert hätten. Die Frauen schreiben, sie hätten das Vertrauen in Dombrowski verloren. Es sei unklar, wessen Interessen er vertrete. Dombrowski war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

re:publica feiert Premiere in Afrika

Internetkonferenz findet im Dezember in Ghana statt

Unter dem Motto "Next Level" findet die erste Ausgabe der Internetkonferenz re:publica auf dem afrikanischen Kontinent statt. Mehr als 150 Speaker sollen am 14. und 15. Dezember in Ghanas Hauptstadt Accra auftreten. "Wir habe schon seit sechs, sieben Jahren ein großes afrikanisches Netzwerk auf der re:publica", sagte der Mitgründer der Internetkonferenz, Andreas Gebhard, in Berlin. Somit gebe es schon seit längerem einen regen Austausch. Für Accra spreche unter anderem die gute Tech-Szene. "Dort tut sich gerade richtig viel." Die Veranstaltung richte sich an die Leute vor Ort und im gesamten westafrikanischen Raum. Spekulationen über die Teilnehmerzahlen wollte Gebhard nicht abgeben. Ziel sei aber, regelmäßig eine re:publica in Afrika zu veranstalten.

Roger Waters kritisiert Jair Bolsonaro bei Konzert

Bolsonaro gewann die erste Runde der brasilianischen Präsidentschaftswahlen

Der Musiker Roger Waters hat den brasilianischen Präsidentschaftskandidaten Jair Bolsonaro als Neo-Faschisten bezeichnet und damit das Publikum eines Konzerts in São Paulo entzweit. Hinter der Bühne zeigte ein großer Bildschirm die Worte "widersteht Neo-Faschismus" und eine Reihe von Namen, darunter den Bolsonaros. Von den 40 000 Konzertbesuchern bejubelten manche das ehemalige Pink-Floyd-Mitglied, während andere Waters ausbuhten. Auf dem Bildschirm stand auch "er nicht", der Slogan einer Bewegung gegen den rechtsextremen Kandidaten. Bolsonaro gewann die erste Runde der Präsidentschaftswahlen mit 46 Prozent der Stimmen. Am 28. wird er in der Stichwahl gegen den Sozialdemokraten Fernando Haddas antreten. Waters tourt bis zum 30. Oktober durch Brasilien.

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