Seit 20:03 Uhr Konzert

Donnerstag, 05.12.2019
 
Seit 20:03 Uhr Konzert

Im Gespräch | Beitrag vom 12.11.2019

Sopranistin Sarah Maria SunDie Allrounderin des Gesangs

Moderation: Katrin Heise

Beitrag hören Podcast abonnieren
Die Sopranistin Sarah Maria Sun August 2018 (Thomas Jauck)
Sarah Maria Sun habe das Musizieren „mit der Muttermilch“ aufgesogen, sagt sie. (Thomas Jauck)

Maria Sun wollte schon als Kind Musikerin werden. Inzwischen ist die Sopranistin eine der großen Interpretinnen neuer Musik. Sie beherrscht den Obertongesang, den Untertongesang und das Jodeln. Und als überzeugte Veganerin engagiert sie sich für Tierschutz.

Sarah Maria Sun bezeichnet sich selbst als "leichten lyrischen Sopran mit Koloraturveranlagung", das Wort "Stimmperformerin" würde ebenfalls passen, auch wenn sie sich nicht als solche präsentieren würde. "Ich sag eigentlich immer, ich bin Musikerin. Fertig." Die Stimme als Musikinstrument sei sehr komplex. "Besonders für Komponisten, wenn sie für Stimme schreiben, ist das eine sehr komplexe Angelegenheit. Das ist so, als müssten sie noch einmal ein ganzes Orchester erlernen in Instrumentalkunde."

Neben den ganzen klassischen Gesangsmöglichkeiten komme bei der zeitgenössischen Musik noch einiges an Klangvarianten hinzu: "Obertongesang, Untertongesang, bestimmte Beltingtechniken, Jodeln …" Das alles zu beherrschen, erfordere einiges an Einsatz: "Ich sage immer, ich bin ein talentierter Amateur auf jedem Gebiet. Insgesamt ist mein Spektrum, glaube ich, sehr groß und manche Techniken beherrsche ich besser und manche beherrsche ich oberflächlicher."

Die "Gnade" des lebenden Komponisten

Wenn es mal zu kompliziert wird, ist es von Vorteil, dass bei der Neuen Musik so viele Komponisten tatsächlich noch am Leben sind. "Das ist eine Gnade, das ist schön. Man spricht dann mit dem Komponisten und sagt, an der Stelle brauche ich noch Zeit, bis ich die nächste Technik verwenden kann. Da müssen wir was anderes finden, oder so."

Neben zeitgenössischen Werken interpretiert Sun auch Barock-, Romantik- und sogar Jazz-Stücke. Musik zu machen, war ihr schon immer ein Bedürfnis. "Ich glaube, bis heute nicht, dass ich eine besondere Stimme habe. Was ich aber weiß, ist, ich habe irgendeinen unerklärlichen Drang in mir, mit meiner Stimme Musik zu machen, zu spielen. Und das treibt einen weiter, auch wenn man manchmal wirklich nicht erklären kann, warum. Das ist so kompliziert und man arbeitet sich halbtot und die Bezahlung ist jetzt auch nicht prickelnd. Es gibt eigentlich wenig Gründe, die dafür sprechen, aber man kann nicht wirklich aufhören."

Musikalische Landkommune

Aufgewachsen ist Sun in einer Landkommune, in der regelmäßig musiziert wurde. "Mein Vater hat in einer Band gesungen, es gab abends dauernd Jam-Sessions. Das hab‘ ich so aufgesogen, mit der Muttermilch." Anfangs waren die Eltern nicht hundertprozentig begeistert von ihrem Wunsch, Sängerin zu werden, unterstützten sie dann aber nach Kräften. Überhaupt habe man ihr viele Freiheiten gelassen.

So sei es auch widerspruchslos akzeptiert worden, als sie sich im Alter von neun Jahren entschied, vegetarisch zu leben. Damals sei das noch ziemlich ungewöhnlich gewesen. "Das hat sich in den letzten fünf Jahren enorm verändert", meint sie. Inzwischen lebt Sarah Maria Sun vegan, und kann dies mittlerweile auch fast problemlos auf ihren zahlreichen Konzertreisen als Solo-Sopranistin aufrechterhalten. Vor einiger Zeit ist sie sogar der V-Partei beigetreten, die sich "Verantwortung, Vegetarismus und Veganismus" auf die Fahnen geschrieben hat.

(mah)

Mehr zum Thema

Sommmerliche Musiktage Hitzacker - Luft von anderem Planeten
(Deutschlandfunk Kultur, Konzert, 31.7.2019)

Zwangspause - Impuls-Festival Sachsen-Anhalt droht das Aus
(Deutschlandfunk Kultur, Fazit, 8.7.2019)

CD-Labels für Neue Musik - Die Musik ist eine Scheibe
(Deutschlandfunk Kultur, Neue Musik, 11.6.2019)

Im Gespräch

Sexualtherapeutin Ann-Marlene HenningMehr Spaß im Bett
Das Bild zeigt die Sexualtherapeutin Anne Marlene Henning. (Juliane Werner)

Sex soll kein Stress sein, sondern entspannen, sagt Ann-Marlene Henning. Die Sexologin klärt Jugendliche auf und hilft Paaren, ihre Lust wiederzufinden – ganz locker und unverkrampft. Wenn sie Worte wie „Schamlippen“ hört, geht sie an die Decke.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur