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Stunde 1 Labor | Beitrag vom 22.12.2019

Song meines LebensIhre Musik, Ihre Geschichten

Von Timo Grampes

Eine Kasette, auf der geschrieben steht "LOVEMIX" vor rosa Hintergrund (imago images / fStop Images)
Die Geschichten hinter Ihren Lieblingsliedern (imago images / fStop Images)

Welche Lieder haben Ihr Leben entscheidend geprägt? Diese Frage haben wir unseren Hörerinnen und Hörern gestellt - und fast 1000 Antworten erhalten. Einige Songs und die Geschichten dahinter stellen wir hier vor.

Alle haben ihn, immer ist er anders: der Song des Lebens. Wenn man ihn hört, schwingt immer Nostalgie mit: Erinnerungen an Zuhause, Wendepunkte oder die erste Liebe. Zahlreiche Geschichten von Hörerinnen und Hörern haben uns erreicht.

Verliebte Vagabunden

Nach der Ausbildung in die weite Welt, nach Paris als Au Pair. Als Susanne Fügener diesen Plan schmiedet, hat sie eine Vorahnung:

"Ich wusste, ich muss nach Paris, weil ich da meine große Liebe treffe."

Diese Vorahnung bewahrheitet sich als sie Diallo begegnet. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Nach einem Jahr heiraten sie in Diallos Heimat Mali. Zurück in Paris kündigt ihr Vermieter die Wohnung. Damit beginnt ihr Spießrutenlauf durch die französische Hauptstadt als verliebte Wohnungslose. Wenn Susanne Fügener an ihre Pariser Zeit zurückdenkt, hat sie "Je t'oublierai, je t'oublierai" von Isabelle Boulay im Ohr:

Keine ruhige Minute als Drillingsmama

So hat sich Angelina Streich das Elterndasein nicht vorgestellt. Als sie erfährt, dass sie Drillinge erwartet, spielt ihr die Schwägerin "Keine ruhige Minute" von Reinhard Mey vor. Die Prophezeiuung: Mit drei Kindern auf einmal bleibt keine Ruhe mehr. Das Lied berührt sie sofort, sagt Angelina Streich:

"Mir flossen die Tränen, und ich dachte mir: Mein Gott, nie gab es einen Song, der mehr gepasst hat."

Die Schwangerschaft läuft in den ersten Wochen ohne Komplikationen ab. Ohne Übelkeit. Keine Stimmungsschwankungen. Doch in der 29. Schwangerschaftswoche muss plötzlich die Geburt eingeleitet werden. Ihre drei Söhne kommen zur Welt, aber der Start ist hart. Ob sie am nächsten Tag noch drei Kinder haben wird, weiß niemand. Die Ärzte machen ihr wenig Hoffnung:

"Verabschieden Sie sich ordentlich von ihren Kindern."

Heute beschreibt das Lied von Reinhard Mey für sie perfekt das Elterndasein mit drei gesunden und putzmunteren Kindern.

Wenn sich Magdeburg wie Baltimore anfühlt

Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit und Plattenbauten - das verbindet Eddy Kruse mit dem Magdeburg der Neunziger, seiner Heimat:

"Die Leute, die was konnten oder die Möglichkeit hatten, sind gegangen."

Eddy Kruse geht auch. Er wird Fotograf. Für ein Projekt landet er in Cartagena, Kolumbien. Da entdeckt er ein Lied aus seiner Jugend wieder: "Baltimore", gesungen von Nina Simone. Das letzte Mal hat er den Song mit 16 beim Kiffen mit einem Freund in Magdeburg gehört. Doch hier in Südamerika bekommt das Stück nochmal eine ganz neue Bedeutung für ihn: Sein Baltimore ist Magdeburg.

Die Songs zur Sendung:
Transvision Vamp - "I want your love"
Isabelle Boulay - "Je t'oublierai, je t'oublierai"
Disclosure - "You & me (Flume Remix)"
Schleimkeim - "In der Kneipe zur trockenen Kehle"
Reinhard Mey - "Keine ruhige Minute"
Nat King Cole - "Unforgettable"
The Cure - "Siamese Twins"
Nina Simone - "Baltimore"
Antonín Dvořák - "Symphonie Nr. 7, 3. Satz"

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