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Kulturnachrichten

Mittwoch, 2. Dezember 2020

Sonderinvestitionsprogramm für Schlösser und Gärten

In Sachsen-Anhalt ist der Weg frei für das Sonderinvestitionsprogramm zum Erhalt von Schlössern und Gärten. Der Finanzausschuss des Landtags gab 100 Millionen Euro für acht Jahre frei, die das Land beisteuern muss. Staats- und Kulturminister Rainer Robra erklärte, erstmals würden in der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt vereinte Kulturschätze umfassender saniert und kulturtouristisch ansprechend präsentiert werden können. Der Weg zum 200 Millionen Euro schweren Sonderinvestitionsprogramm war lang. Ursprünglich war geplant, eine Schlösserstiftung für Thüringen und Sachsen-Anhalt zu gründen. Dies scheiterte am Widerstand Thüringens. Zur Kulturstiftung Sachsen-Anhalt gehören 18 Dome,
Schlösser und Burgen, darunter der Magdeburger Dom und die Moritzburg in Halle.

Archäologen entdecken altrömischen Sarkophag in Köln

Archäologen haben bei Ausgrabungen auf einem Schulgelände in Köln einen altrömischen Sarkophag gefunden. Er sei aufgebrochen worden, wahrscheinlich seien dort früher Grabräuber am Werk gewesen, sagte der Leiter des Römisch-Germanischen Museums, Marcus Trier. Dabei seien auch die Knochen des Skeletts durcheinandergebracht worden. Einige Grab-Beigaben seien jedoch erhalten, darunter Gefäße aus Keramik und Glas.

Nachhaltigkeitspreise für Milky Chance und Denalane

Die hessische Popgruppe Milky Chance und die Berliner Soulsängerin Joy Denalane sollen mit Ehrenpreisen des Deutschen Nachhaltigkeitspreises ausgezeichnet werden. Die Auszeichnungen für ihr gesellschaftliches Engagement werden am Donnerstagabend in Düsseldorf verliehen. Die Veranstalter teilten mit, die Folkpop-Band Milky Chance werde "für ihre Vorreiterrolle auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Veranstaltungswirtschaft" geehrt. Die Sängerin Denalane bezeichneten sie als "mutige Stimme gegen die Diskriminierung von Menschen im In- und Ausland". Aus der internationalen Musikszene werden der britische Superstar Elton John und der US-amerikanische Singer-Songwriter Jack Johnson die Ehrenpreise erhalten. Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis wird für Spitzenleistungen der Nachhaltigkeit in Wirtschaft, Kommunen und Forschung verliehen.

Millionenhilfe für Sanierung der Passauer Dom-Orgel

Sie gilt als die größte Kirchenorgel der Welt: Mit einem Zuschuss von 3,2 Millionen Euro unterstützt der Bund die Sanierung der Orgel im Passauer Dom. Dies teilte das Bistum unter Berufung auf Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer mit. Der Haushaltsausschuss des Bundes habe die Förderung beschlossen. Der Zuschuss für den Dom Sankt Stephan entspreche beinahe der Hälfte der geplanten Renovierungssumme von 6,5 Millionen Euro, hieß es.

"Strategie Künstliche Intelligenz" wird fortgesetzt

Das Bundeskabinett hat die Fortschreibung der "Strategie Künstliche Intelligenz" beschlossen. Diese hat die weitere Stärkung Deutschlands als Standort zur Erforschung, Entwicklung und Anwendung Künstlicher Intelligenz zum Ziel. Dazu gehören auch Maßnahmen aus dem Kultur- und Medienbereich. Kulturstaatsministerin Grütters teilte mit, mit Hilfe Künstlicher Intelligenz solle der dringend notwendige Technologiewandel im Kulturbetrieb weiter vorangetrieben werden. Dies sei der Schlüssel, um möglichst vielen Menschen Kulturangebote zugänglich zu machen. Auch bei der Verifizierung von Medieninhalten und für die Sicherung der Meinungsvielfalt werde Künstliche Intelligenz immer wichtiger.

Unesco für Schutz christlicher Kunstschätze in Istanbul

Die Unesco drängt auf den Schutz christlicher Kunstschätze in der Hagia Sophia und der Erlöserkirche in Istanbul. Der stellvertretende Generaldirektor der Weltkulturerbe-Organisation, Ottone, verlangt von der türkischen Regierung die Rückkehr des Unesco-Spezialbevollmächtigten an den Bosporus. Das berichtet das Portal orthodoxtimes.com. Die Unesco will demnach "Eingriffe und mögliche Veränderungen" überprüfen, die an den beiden byzantinischen Gotteshäusern nach deren Umwandlung in Moscheen vorgenommen worden seien. Die beiden Bauwerke waren im Sommer auf Betreiben von Präsident Erdogan von Museumskirchen in Moscheen umgewidmet worden.

Entscheidung über Rundfunkbeitrag vertagt

Der Medienausschuss des Landtags von Sachsen-Anhalt hat die Beratungen über die in der schwarz-rot-grünen Koalition umstrittene Erhöhung des Rundfunkbeitrags vertagt. Das teilte die SPD-Fraktion mit. Die Mitglieder des Ausschusses sollen in einer Woche erneut beraten. Vor dem Beginn der Sitzung hatte SPD-Fraktionschefin Katja Pähle gesagt, die Regierungsfraktionen wollten weiterhin nach einem einvernehmlichen Weg suchen. Die CDU-Fraktion hatte angekündigt, die Gebührenerhöhung abzulehnen. SPD und Grüne drohen mit dem Ende des Regierungsbündnisses, sollte die CDU zusammen mit der AfD die Erhöhung ablehnen. In der Nacht waren die Fraktionen nach dreistündiger Krisensitzung ohne Ergebnis auseinander gegangen. Eine Ablehnung könnte den Medienänderungs-Staatsvertrag bundesweit zu Fall bringen, da er von allen Ländern angenommen werden muss.

300 Betroffene von Missbrauch im Bistum Münster

Der Zwischenbericht einer unabhängigen Untersuchung zu sexuellem Missbrauch im Bistum Münster zählt bislang rund 300 Betroffene und 200 Beschuldigte zwischen 1945 und 2018. Die Zahl könne sich mit weiteren Recherchen noch verändern, erklärte der Historiker Thomas Großbölting, der die Studie der Universität Münster leitet. Er sprach von einer hohen Dunkelziffer. Demnach wurden bis dato die Fälle von insgesamt 82 Betroffenen ausgewertet. 90 Prozent von ihnen seien männlich. Das Durchschnittsalter beim ersten Übergriff liege bei elf Jahren. Den Forschern zufolge hat sich ein Großteil der Betroffenen erst nach 2010 bei der Diözese gemeldet. Dennoch sei Missbrauch durch Priester bereits seit den 1950er-Jahren im Bistum bekannt gewesen. Vor allem gegenüber Mehrfachtätern habe es ein "intensives Leitungs- und Kontrollversagen" der Bistumsverantwortlichen gegeben.

Misereor ehrt TV-Moderatorin Carolin Reiber

Die Fernsehmoderatorin Carolin Reiber ist mit der Goldenen Ehrennadel von Misereor geehrt worden. Sie ist seit 25 Jahren Botschafterin des in Aachen ansässigen Katholischen Hilfswerkes. Die 80-Jährige bekam die Auszeichnung am Dienstagabend in München von Kardinal Reinhard Marx und Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel überreicht. Die Goldene Ehrennadel ist die höchste Auszeichnung, die von Misereor für ehrenamtliches Engagement vergeben wird.

Chiffriermaschine aus 2. Weltkrieg gefunden

Bei der Suche nach herrenlosen Fischernetzen in der Ostsee haben Forschungstaucher eine Enigma-Chiffriermaschine aus dem 2. Weltkrieg gefunden. Sie diente zum Verschlüsseln von Nachrichten. "Obwohl diese Maschinen damals in sehr hoher Stückzahl produziert wurden, sind sie heute sehr selten und historisch bedeutsam", teilte die Umweltschutzorganisation WWF mit. Man arbeite in solchen Fällen eng mit Archäologischen Landesämtern und dem Munitionsbergungsdienst von Mecklenburg-Vorpommern zusammen. In der östlich von Flensburg gelegenen Geltinger Bucht landete die Chiffriermaschine offenbar, als die deutsche Kriegsmarine dort in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs eine großangelegte Selbstversenkungsaktion unternahm, um eine Übergabe von rund 50 U-Booten an die Alliierten zu verhindern.

Elliot statt Ellen Page: Filmstar ist Transgender

Die 33-jährige kanadische Schauspielerin Ellen Page ("Juno", "Inception") hat bekannt gegeben, dass sie Transgender ist und künftig den männlichen Namen Elliott tragen will. "Ich liebe es, dass ich trans bin. Und ich liebe es, dass ich queer bin", schrieb Page auf Twitter. Page betonte, dass die Entscheidung, sich öffentlich als Transgender zu präsentieren und auch den Namen zu ändern, ein langer Prozess gewesen sei, mit viel Unterstützung aus der LGBTQ-Gemeinde der Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Queers. Zahlreiche Aktivistinnen und Aktivisten und auch viele in der Filmindustrie beglückwünschten Page. "So stolz auf unseren Superhelden! Wir lieben dich Elliot", teilte der Streamingdienst Netflix mit, auf dem sie in der Serie "The Umbrella Academy" mitspielt. Nick Adams von der Organisation GLAAD bezeichnete Page als Inspiration für zahllose andere Transgender. International bekannt wurde Page mit der Titelrolle im Film "Juno" von 2007, für die er auch für den Oscar nominiert wurde.

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