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Kulturnachrichten

Montag, 7. September 2015

Solidaritätskonzert für Flüchtlinge in Berlin fällt aus

Genannt werden technische Gründe

Das geplante Solidaritätskonzert zahlreicher Musiker für Flüchtlinge am 4. Oktober in Berlin findet nicht statt. Das teilte der Konzertveranstalter Dirk Becker Entertainment mit. Ursprünglich sei geplant gewesen, die Bühne und die Technik von den Feierlichkeiten am Tag der Deutschen Einheit 24 Stunden zuvor zu nutzen. Das sei technisch aber nicht möglich. "Der zeitliche Abstand zwischen den beiden Veranstaltungen ist einfach zu kurz", so die offizielle Begründung. Ein Ersatzort sei derzeit auch nicht im Gespräch, sagte Dirk Becker der Deutschen Presse-Agentur. Geplant waren vor dem Reichstagsgebäude Auftritte zahlreicher Musiker, die sich in der Vergangenheit gegen Fremdenfeindlichkeit engagierten, darunter Herbert Grönemeyer, Peter Maffay und Udo Lindenberg. Besonders Lindenberg hatte das Konzert mehrfach angekündigt. Genannt wurden auch die Toten Hosen. Allerdings sagte Hosen-Gitarrist Breiti bereits in der vergangenen Woche bei einer Veranstaltung in Berlin, sie seien vor dem Reichstag nicht dabei. Über Gründe wollte er nichts konkretes sagen.

Flüchtlinge organisieren erstes syrisches Exil-Orchester

Erstes Konzert am 22. September

Flüchtlinge und ihre Unterstützer planen ein syrisches Exil-Orchester mit Mitgliedern aus ganz Deutschland. Aufführungsort ist der alte Sendesaal in Bremen. Initiator des Orchesters ist der syrische Kontrabassist Raed Jazbeh, der seit zwei Jahren in Deutschland lebt und der früher im syrischen Philharmonischen Orchester gespielt hat. Jazbeh ist musikalischer Direktor des siebenköpfigen Ensembles "Camellia Symphony", das bereits in der Kulturkirche aufgetreten ist. Statt eines Eintritts wurde zu Spenden aufgerufen. "Es kam so viel Geld zusammen, dass wir damit die Fahrtkosten der Musiker bezahlen können", sagte Kulturpastorin Diemut Meyer. Den Flüchtlingen fehlt allerdings noch Geld für Verpflegung, Übernachtung, Noten, Leihgebühren für Instrumente und anderes mehr.

Nelly-Sachs-Literaturpreis für Marie N'Diaye

Mit dem Preis wird an die jüdische deutsche Schriftstellerin Nelly Sachs erinnert

Die französische Schriftstellerin Marie N'Diaye erhält in diesem Jahr den mit 15.000 Euro dotierten Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund. Die 1967 in der Nähe von Orléans geborene Autorin lade in ihren Büchern zum Nachdenken über andere Lebensweisen, Ansichten und Kulturen ein, heißt es in der Begründung der Jury. Das gelinge ihr, "gerade weil sie nicht um Verständnis und Toleranz wirbt, sondern aufzeigt, wie elend eine Zivilisation ohne diese Eigenschaften ist". Der Preis soll am 13. Dezember in Dortmund verliehen werden. N'Diaye hat zahlreiche Romane, Erzählungen und Theaterstücke geschrieben, in denen sie sich vor allem mit Fragen der Herkunft und der menschlichen Identität auseinandersetzt. Dafür bekam sie unter anderem 2009 den Prix Goncourt, die höchste literarische Auszeichnung in Frankreich. Frankreich kehrte die Autorin 2007 aus Protest gegen die Einwanderungspolitik der damaligen Regierung unter Nicolas Sarkozy den Rücken. Seitdem lebt sie mit ihrer Familie in Berlin.

Künstlerprogramm des Außenamts

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf dem Dach des Auswärtigen Amtes

Ausgewählte Künstler bekommen 2016 die Möglichkeit, jeweils für drei Monate in einem Atelier auf dem Dach des Auswärtigen Amtes zu arbeiten. Wie das Haus mitteilte, wollte Frank-Walter Steinmeier (SPD) heute Abend den Startschuss für das «AArtist in residence»-Programm geben, das mit dem Landesverband Berliner Galerien in Leben gerufen wurde. Ziel ist, grenzüberschreitend kulturelle Zusammenarbeit zu ermöglichen. Eine unabhängige Jury wählte Kerstin Honeit, Ahmed Kamel und Andreas Lang als erste Stipendiaten. Der Künstler Detlef Waschkau arbeitet in einem Pilotprojekt seit vergangenem Herbst in dem Atelier.

Musiker Clueso und seine Band trennen sich

Aus nach 14 Jahren

Der Musiker Clueso und seine Band trennen sich. Die Musiker würden sich unterschiedlichen Solo-Projekten widmen, sagte ein Sprecher von Cluesos Label "Text und Ton" der Deutschen Presse-Agentur und bestätigte damit Angaben des Mitteldeutschen Rundfunks. Clueso arbeite an einem Akustik-Album. Der letzte Auftritt am vergangenen Samstag zum Ende der Festival-Saison sei "ein sehr emotionales und intensives Abschlusskonzert" gewesen, sagte der Sprecher. Clueso, der mit bürgerlichem Namen Thomas Hübner heißt, hatte die Trennung gestern auf seiner Facebook-Seite angekündigt. Clueso und die sechs Musiker spielen nach Angaben des Labels seit 14 Jahren zusammen. Die Band sei die Stammbesetzung für Album-Aufnahmen und Konzerte gewesen.

Urmel-Schöpfer Max Kruse gestorben

Er wurde 93 Jahre alt

Der Kinderbuchautor Max Kruse, Erfinder des Urmel, ist tot. Kruse starb am 4. September im Alter von 93 Jahren, wie sein Verlag Thienemann-Esslinger in Stuttgart mitteilte und damit Berichte des "Münchner Merkur" und der "Süddeutschen Zeitung" bestätigte. Kruse lebte zuletzt im oberbayerischen Penzberg. Sein Urmel, ein kleiner, lispelnder Dinosaurier, der nach Jahrmillionen aus einem tiefgefrorenen Ei schlüpft und bei Professor Habakuk Tibatong auf der Insel Titiwu ein Zuhause findet, wurde einer der erfolgreichsten Stars der Augsburger Puppenkiste und zu einem Klassiker der Kinderbuchliteratur. Die Geschichten von Urmel und seinen Freunden wurden weltweit mehr als 800 000 Mal verkauft.

Mehr als 40 Ausstellungen bei Berlin Art Week

Zum achten Mal wird der renommierte Preis der Nationalgalerie vergeben

Die Berlin Art Week stellt in ihrer vierten Ausgabe vom 15.-20. September erneut wichtige zeitgenössische Künstler vor. Es werden u.a. Ausstellungen der US-Fotografin Cindy Sherman, der polnischen Installationskünstlerin Alicja Kwade und des amerikanischen Performance-Künstlers Paul McCarthy zu sehen sein. Zum achten Mal wird außerdem der renommierte Preis der Nationalgalerie vergeben. An der Kunstwoche beteiligen sich mehr als 40 Partner - Galerien, öffentliche Museen sowie die Kunstmessen ABC und Positions Berlin. Erstmals haben sich auch private Sammler zusammengeschlossen, um Einblick in ihre Kollektionen zu geben. In einem Gemeinschaftsprojekt widmen sich die Nationalgalerie, die Berlinische Galerie, die Kunstwerke Berlin und die Kunsthalle der Deutschen Bank dem vielfältigen Thema Stadtraum. Der Wirtschaftssenat fördert die Kunstwoche mit einer halben Million Euro. Kulturstaatssekretär Tim Renner sagte bei der Vorstellung des Programms: "Durch die Berlin Art Week wird der Kunststandort Berlin in seiner Vielfältigkeit widergespiegelt - Exzellenz und Underground begegnen sich barrierefrei." Erwartet werden rund 80 000 Besucher.

Entscheidung zum Bauhaus-Museum erst Ende 2015

2019 soll der Bau fertig sein

Mit dem Bau des 25 Millionen Euro teuren Dessauer Bauhaus-Museums soll Ende 2016/Anfang 2017 begonnen werden. Aber: Erst Ende dieses Jahres soll endgültig feststehen, nach welchem Architektenentwurf. "Dann werden wir auf alle Fälle wissen, mit wem wir bauen", sagte die Direktorin der Stiftung Bauhaus Dessau, Claudia Perren, bei der Präsentation von vier platzierten Entwürfen eines internationalen Architektenwettbewerbs. Eine Jury hatte sich aus 831 eingereichten Beiträgen nicht auf einen eindeutigen Sieger einigen können. Stattdessen wurden zwei Architekturbüros auf Platz eins gesetzt, aus Barcelona und New York, gefolgt von Architekten aus Zürich und Toronto. Die beiden erstplatzierten Entwürfe seien völlig unterschiedlich - ein eher schlichter Bau mit viel Glas und ein Gebäude mit eher radikalem Stil und außergewöhnlichen Formen. Das Bauhaus Dessau hat eine Sammlung von rund 40 000 Exponaten, die bislang zum Großteil im Depot untergebracht sind. 2019 wird die Architektur- und Designschmiede 100 Jahre alt. Dann soll auch das Dessauer Museum fertig sein.

Leichter Zugang zu Literatur für Flüchtlinge

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels startet Kampagne

In der Umgebung von Flüchtlingsunterkünften sollen möglichst bundesweit sogenannte Lese- und Lernecken mit Deutsch-Lehrbüchern und fremdsprachiger Literatur entstehen. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels rief heute zu Spenden für das neue Projekt auf, das gemeinsam mit der von der Frankfurter Buchmesse gegründeten gemeinnützigen Organisation "Litcam" ins Leben gerufen wurde. Ziel der Kampagne ist es, Asylbewerbern einen einfachen und schnellen Zugang zu Büchern und Lernmaterialien zu verschaffen. Die erste derartige Anlaufstelle soll in einem Lernzentrum in Frankfurt-Gallus entstehen, in dem Asylbewerber Deutschunterricht erhalten. Ab dem 19. September würden Buchhandlungen in allen Teilen Deutschlands gezielt Spenden für das Projekt sammeln, kündigte der Börsenverein an. Die Frankfurter Buchmesse teilte außerdem mit, sie wolle interessierten Flüchtlingen für den letzten diesjährigen Messetag am 18. Oktober Freikarten zur Verfügung stellen.

Evangelische Präses verteidigt Zuschüsse für Kirchentage

Ein wichtiger Beitrag zum Dialog zwischen Welt und Kirche

Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus, hat öffentliche Zuschüsse für Kirchen- und Katholikentage verteidigt. Im evangelischen Magazin "Chrismon" schrieb sie, Katholiken- und Kirchentage leisteten als urdemokratische Initiativen einen wichtigen Beitrag zum Dialog zwischen Welt und Kirche. Überall, wo Religion und Öffentlichkeit scheinbar strikt auseinander gehalten würden - etwa in Frankreich, in der Türkei und den USA - gingen die gesellschaftlichen Kosten durch die Decke, so Kurschus. Die Präses verwies darauf, dass sich Christen und Kirchen an gesellschaftlichen Diskussionen beteiligten und an sozialen Brennpunkten engagierten, "mit ihren Überzeugungen und Fragen, mit ihren Kräften und ihren Gebeten - und auch mit ihrem Geld".

Männer und Frauen nehmen Ausstellungen unterschiedlich wahr

Männer wollen unterhalten werden, Frauen ihr Kunstverständnis vertiefen

Frauen nehmen Ausstellungen in Museen offenbar völlig anders wahr als Männer. Das hat eine Studie der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen mit 600 Ausstellungsbesuchern ergeben, wie die Universität mitteilte. Demnach nehmen sich Frauen doppelt so viel Zeit fürs Lesen der Text- und Informationstafeln wie Männer. Für die Studie war im Kunstmuseum St. Gallen eine inhaltlich weitgefächerte Ausstellung aus 120 Jahren Kunstgeschichte konzipiert worden. Rund 600 Besucher wurden vor und nach ihrem Rundgang befragt und bekamen zudem einen Handschuh, der Bewegungsdaten und Körperwerte aufzeichnete. Vier Wochen nach dem Ausstellungsbesuch wurden die Teilnehmer dann noch einmal gefragt, woran sie sich erinnerten. «Männer erinnern sich an völlig andere Kunstwerke als Frauen», sagt Professor Martin Tröndle, der das Projekt geleitet hat.

Jakub Hruša wird neuer Chefdirigent

Er löst Jonathan Nott 2016 bei den Bamberger Symphonikern ab

Jakub Hrusa wird neuer Chefdirigent der Bamberger Symphoniker. Der 34 Jahre alte gebürtige Tscheche werde von Herbst 2016 an die musikalische Verantwortung für das Orchester übernehmen, sagte der bayerische Kunstminister Ludwig Spaenle in Bamberg. Der bisherige Chefdirigent Jonathan Nott wechselt dann nach Genf. Hrusa ist ständiger Gastdirigent der Tschechischen Philharmonie, Erster Gastdirigent des Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra und war von 2009 bis 2015 Chefdirigent der Prager Philharmoniker. Mit Blick auf die Geschichte der Bamberger Symphoniker, deren Musiker in der Nachkriegszeit von Prag nach Bamberg kamen, sagte Hrusa: "Da die Wurzeln des Orchesters in Prag liegen, atmen wir gewissermaßen die gleiche musikalische Luft, teilen den gleichen kulturellen Hintergrund und sind uns künstlerisch und historisch sehr nah."

Akademie der Künste erwirbt Volker-Braun-Archiv

50 Archivkästen aus dem Zeitraum von 1960 bis 2014

Mit der Unterstützung der Kulturstiftung der Länder und der Deutschen Forschungsgemeinschaft hat die Akademie der Künste den literarischen Vorlass Volker Brauns erworben. Das neu errichtete Volker-Braun-Archiv wird in den nächsten Jahren sukzessive erschlossen und für die Forschung freigegeben. Volker Braun gehört zu den herausragenden deutschen Schriftstellern der Gegenwart. Als Lyriker, Dramatiker, Prosaautor und Essayist publizierte er in beiden deutschen Staaten zum Teil gegen heftige Widerstände der DDR-Zensur. Auch nach der deutschen Wiedervereinigung blieb sein Schaffen gesellschaftskritisch. Überliefert sind umfangreiche Werkkomplexe zur Dramatik, Prosa, Lyrik und Essayistik, anhand derer sich Werkgenese und Rezeption nachvollziehen lassen. Der Bestand enthält neben einer umfangreichen Theater- und Verlagskorrespondenz eine Vielzahl an Briefwechseln u. a. mit Paul Dessau, Margarete Hannsmann, Kerstin Hensel, Stephan Hermlin, Adolf Muschg und Christa Wolf.

Analphabetismus muss raus aus Tabuzone

Das fordert die Kultusminister-Präsidentin

Angesichts von bundesweit rund 7,5 Millionen "funktionalen Analphabeten" mit großen Schreib- und Leseproblemen wollen Bund und Länder ihre Anstrengungen auf diesem Gebiet weiter verstärken. "Mit Blick auf die Dimension des Problems stellt sich doch die Frage: Reichen Angebot und Nachfrage und die bisherigen Maßnahmen zur Alphabetisierung noch aus?" So äußerte sich die Präsidentin der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK), Brunhild Kurth gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Die sächsische Ressortchefin stellt morgen zusammen mit Bundesbildungsministerin Johanna Wanka eine Kampagne zur "Nationalen Dekade für Alphabetisierung" vor. Offizieller Anlass ist der Weltalphabetisierungstag 2015, den die Unesco als Kulturorganisation der Vereinten Nationen ausgerufen hat.

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