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Fazit / Archiv | Beitrag vom 16.09.2019

Solange Knowles in der ElbphilharmonieMusikgenuss und Black Empowerment

Von Juliane Reil

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Die Sängerin Solange Knowles auf der Bühne beim Way Out West Festival in Gothenburg in Schweden am 10. August 2019. (Imago/Deros Anders/Aftonbladet)
Die politischen Texte der Songs von Solange Knowles überzeugen auch dadurch, dass die Sängerin Teil der Black Community ist. (Imago/Deros Anders/Aftonbladet)

Ihr Album „A Seat at the Table“ machte sie 2016 zur Anti-Trump-Ikone, zur Aktivistin gegen Rassismus und für Frauenrechte. Auch beim eigens für Hamburg konzipierten Konzert hatte die Sängerin Solange Knowles eine politische Botschaft.

Solange Knowles hat schon immer alles selbst gemacht: Vom ersten bis zu ihrem aktuell vierten Album, bestimmt sie, was gemacht wird und wer, wie und wo mit ihr performt.

In Hamburg hat sie ihr für die Elbphilharmonie geschriebenes Programm "Witness" präsentiert. Ein Programm, für das die Grammy-Preisträgerin allein verantwortlich zeichnet.

Ein Stimme für die Black Community

Auch das Hamburger Konzert hatte politische Einschläge – gleich zu Beginn sprach sie mit ihrem Song F.U.B.U.("For Us By Us") aus ihrem dritten Album von 2016 ("A Seat At The Table") – ihre Black Community an und sang ganz gezielt einzelne Personen aus dem Publikum an.

Klar wurde, dass sie damit auch – wie 2017 bei einer Performance im New Yorker Guggenheim Museum – ausdrücken wollte, dass dies Orte sind, wo die Kunst schwarzer Frauen eine Seltenheit und das Publikum überwiegend weiß ist.

Überhaupt war der Abend ein starkes Statement und Black Empowerment – und dafür steht Solange Knowles.

Musik mit Anklängen an die 70er Jahre

Im Vordergrund stand dann aber vor allem Knowles Musik, die alles andere als Mainstream ist, und sich zwischen psychedelischem Soul, R&B, Hiphop und Jazz bewegt. Musik, die insbesondere an afrofuturistischem Jazz, an Sun Ra oder die Jazz Musikerin Alice Coltrane erinnert.

Auffällig war auch Solanges Knowles mehrköpfige Band - alle in pink gekleidet - und ein Kammerorchester mit einer großen Bläser-Sektion. Für das Elbphilharmonie-Konzert hat solange Knowles ihre Songs für diese Besetzung aufwändig umgeschrieben. Beeindruckend in der Darbietung war dann auch die warme Stimme von Knowles, die ebenso sirenenhaft in die Höhe kommt und immer wieder an die 70er Jahre Soulikone Minnie Riperton erinnert.

Schließlich waren Musik und Kostümdesign stimmig und passten gut in den Retrofuturismus der Elphilharmonie.

Knowles Authentizität überzeugt

Dass vor allem die Musik und nicht eine perfekte Performance im Vordergrund gestanden hat, war sehr gut, denn Solange Knowles hat eine Geschichte zu erzählen. Bei den Songs auf ihrem aktuellen Album geht es um die Frage nach schwarzer Identität und dabei steht ihre individuelle Sicht als afroafrikanische Frau im Vordergrund.

Diese Subjektivität macht ihre Kunst stark, weil sie nicht klischeehaft oder idealisiert versucht die Identität eines Kollektivs abzubilden und das macht Solange Knowles zu einer der relevantesten Musikerinnen, die den Nerv der Zeit trifft.

(mle)

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