Seit 01:05 Uhr Tonart
Mittwoch, 16.06.2021
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Kompressor | Beitrag vom 15.07.2014

Snowden-Dokumente"Ein wenig befremdlich"

Journalist kritisiert exklusiven Medien-Zugang zu den Snowden-Dokumenten

Krystian Woznicki im Gespräch mit Gesa Ufer

Vor dem Redaktionsgebäude der Tageszeitung "The Guardian" in London (picture alliance / dpa)
Der "Guardian" (hier vor dem Redaktionsgebäude in London) veröffentlichte als erste Zeitung Snowden-Dokumente. (picture alliance / dpa)

Krystian Woznicki, Gründer der Online-Zeitschrift "Berliner Gazette", fordert einen breiteren Zugang zu den Snowden-Dokumenten über die Aktivitäten der NSA. Andernfalls werde es 40 Jahre dauern, bis alle Details des Materials enthüllt seien.

"Das mutet doch ein wenig befremdlich an", sagte Woznicki im Deutschlandradio Kultur. Die Hauptursache dafür sieht der Berliner Journalist darin, dass Edward Snowden exklusive Partnerschaften mit bestimmten Medien und Journalisten eingegangen sei. Zu deren Vermarktungsstrategie passe es wohl am besten, "erst mal ein paar Sachen zu enthüllen, das erste Buch dann zu bringen, dann ein paar weitere Sachen zu enthüllen, das nächste Buch zu bringen und so weiter und so fort", kritisierte der Gründer der "Berliner Gazette".

"Ich sage nicht, wir sollten Glenn Greenwald absetzen und auch allen bislang beteiligten Redakteure und Journalisten den Job, den Auftrag entziehen." Vielmehr müsse der Kreis der Akteure, die Zugang zu den Snowden-Files hätten, deutlich erweitert werden. 

Auch in Deutschland gebe es weitaus mehr "Leute, die professionell in der Lage sind, journalistisch daran zu arbeiten" als lediglich Snowdens deutsche Medienpartner "Spiegel" und "Süddeutsche Zeitung", betonte Woznicki.  Außerdem sollten auch Wissenschaftler und IT-Spezialisten Zugang zu dem Material bekommen und eine Stelle analog der Stasi-Unterlagenbehörde für Snowdens Material eingerichtet werden: "Ich denke, dass dieser Datensatz, dieser riesige Datensatz das einfach auch verdient hat, eine solche Stelle zu bekommen."

Weiterführende Information

Datenschutz - Die globale Überwachung  (Deutschlandfunk, Wissenschaft im Brennpunkt, 13.07.2014)

Wie Forensiker die Echtheit der Snowden-PDFs herausfinden können  (Deutschlandfunk, Computer und Kommunikation, 12.07.2014)

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Fazit

"Sweat"-Ausstellung in MünchenDer Schweiß der Revolte
Buntes Textibild, das vom Leben der Sexarbeiterinnen in Manila erzählt. (Pacita Abad Art Estate / Max McClure)

Die Ausstellung „Schweiß“ im Haus der Kunst in München thematisiert die Widerstandskraft von Körpern. Dabei wird vor allem die postkoloniale Perspektive in den Blick genommen, aber auch der Kampf der Körper in feministischer Kunst der 70er-Jahre.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur