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Kulturnachrichten

Donnerstag, 11. August 2016

Slavoj Žižek vergleicht Pokémon Go mit NS-Ideologie

Kritik am Phantasiebild des digitalen Bildschirms

Der Starphilosoph Slavoj Žižek vergleicht das Smartphone-Spiel Pokémon Go mit dem Mechanismus der nationalsozialistischen Ideologie. In einem Beitrag für die Wochenzeitung "Die Zeit" schreibt Žižek über das weltweit populäre Spiel: „Statt uns aus der realen Welt herauszureißen und in einen künstlichen virtuellen Raum einzuführen, verbindet es vielmehr beide miteinander" Der Blick auf die Wirklichkeit und der Umgang mit ihr werde vom Phantasiebild des digitalen Bildschirms vorgeformt. "Ganz ähnlich funktionierten alle Ideologien", so der Philosoph, auch die NS-Ideologie: „Hat Hitler den Deutschen nicht das Phantasiebild seiner nationalsozialistischen Ideologie beschert, durch dessen Raster sie überall ein besonderes Pokémon – ‚den Juden‘ – auftauchen sahen, das sie mit einer Antwort auf die Frage versorgte, wogegen man zu kämpfen habe?"

Türkisches Rockfestival findet trotz Ausnahmezustand statt

Proteste der Fans gegen Absage haben Erfolg

Eines der größten türkischen Rockfestivals darf nach zähen Verhandlungen mit den Behörden nun doch Ende August stattfinden, wie der Veranstalter mitteilte. Das Bezirksamt im westtürkischen Edremit wollte das viertägige Zeytinli-Rockfestival wegen des derzeit geltenden Ausnahmezustandes zunächst verschieben, was einer Absage gleichgekommen wäre. Nach Verhandlungen mit den Veranstaltern revidierte das Amt jedoch seine Entscheidung. Die Ankündigung des Bezirksamts hatte in den sozialen Medien einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Tausende Rockfans aus dem ganzen Land besuchen jährlich das Festival in der Westtürkei. Bekannte einheimische Bands wie die Punkband Athena oder die Rocklegenden Duman sollen nun auftreten können.

Tanzfestival Berlin verlängert Vertrag mit Virve Sutinen

Finnische Theatermacherin bleibt bis 2019

Die Finnin Virve Sutinen (54) wird das Berliner Festival "Tanz im August" für weitere zwei Jahre führen. Sutinens Vertrag als künstlerische Leiterin sei über das Jahr 2017 hinaus bis 2019 verlängert worden, teilte das Theater Hebbel am Ufer (HAU) mit. "Virve Sutinen hat dem Festival Tanz im August einen neuen Atem gegeben und damit großen Erfolg beim Publikum", erklärte HAU-Chefin Annemie Vanackere, deren Haus die Tanzwochen veranstaltet. An diesem Freitag startet die diesjährige Ausgabe des dreiwöchigen Tanzfestivals, bei dem mehr als 150 internationale Künstler des zeitgenössischen Tanzes ihre Produktionen zeigen werden, darunter die Tanzcompanien Peeping Tom, Deborah Hay und Yoann Bourgeois. Theatermacherin Virve Sutinen leitet das Festival bereits seit 2014.

Gründerin verlässt Huffington Post

Arianna Huffington will sich auf neues Start-up konzentrieren

Die Gründerin des US-Nachrichtenportals "Huffington Post", Arianna Huffington, verlässt elf Jahre nach dessen Gründung das Unternehmen. Das gab die 66jährige Chefredakteurin über Twitter bekannt. Sie will sich in Zukunft auf ihr Start-up "Thrive Global" konzentrieren, dass sich rund um das Thema Gesundheit dreht. Als Chefredakteurin hatte sie die Online-Plattform zu einer der wichtigsten Nachrichtenseiten der USA gemacht. 2010 hatte sie die "Huffington Post" bereits für 315 Millionen Dollar weiter verkauft. Seit 2013 gibt es auch eine deutsche Ausgabe.

Louis-de-Funes-Museum vor dem Aus

Die Fans des französischen Komikers laufen dagegen Sturm

Nach seinem späten Kinoerfolg kaufte französische Schauspieler Louis de Funes (1914-1983) das Stammschloss der Familie seiner Ehefrau nahe Nantes. Dort verbrachte er seine letzten Lebensjahre. Nun ist die wohl wichtigste Erinnerungsstätte an den französischen Komiker in Gefahr. Die zahlreichen Fans schlagen Alarm. Seit April 2014 wurde die leerstehende Orangerie an das einige Monate zuvor gegründete Louis-de-Funes-Museum vermietet - das bis dahin in einer früheren Zahnarztpraxis im Dorf untergebracht war. Seither zählte das kleine Museum mehr als 55000 Besucher. Zum 30. März läuft nun der Mietvertrag und soll nicht mehr verlängert werden.

Opernhaus von Sydney wird erneuert

Kultureinrichtung ist Unesco-Welterbe

Das weltberühmte Opernhaus von Sydney soll umfangreich erneuert werden. Wie der Vizepremier von New South Wales, Troy Grant, bei der Vorstellung der Pläne bekanntgab, will der Bundesstaat dafür 202 Millionen Australische Dollar (rund 139 Millionen Euro) ausgeben. Die Renovierung und Erweiterung soll demnach im Mai kommenden Jahres beginnen und sechs Jahre dauern. Für eine Verbesserung der Akustik werde die Konzerthalle, mit 2600 Plätzen der größte Saal, ab Mitte des Jahres 2019 für 18 Monate geschlossen, sagte die Geschäftsführerin des Opernhauses, Louise Herron. Jährlich besuchen mehr als acht Millionen Menschen das Opernhaus. Die Weltkulturerbe-Stätte ist damit Australiens meistbesuchte Sehenswürdigkeit. Die geplante Erneuerung ist die größte seit der Eröffnung im Jahr 1973.

Hamburger Sommerfestival auf Kampnagel eröffnet

Choreograf Olivier Dubois präsentierte Tanz-Uraufführung

Mit der Uraufführung von "Auguri" hat der französische Choreograf Olivier Dubois am Mittwochabend das Internationale Sommerfestival in der Hamburger Kulturfabrik Kampnagel eröffnet. Zu den Elektroklängen von Francois Caffenne ließ der Choreograf 22 Tänzer des Ballet du Nord über die Bühne laufen und jagen. Die dabei entstehenden choreografischen Bilder sollen an die Praxis der römischen Auguren erinnern, die die Zukunft aus dem Flug der Vögel ablesen konnten. Noch bis zum 28. August präsentieren Avantgarde-Künstler aus aller Welt das Neueste aus den Bereichen Theater, Tanz, Musik, Film, Performance und Bildende Kunst.

Uni Erlangen schafft Zentrum für Islamforschung

Neuer interdisziplinärer Ansatz im Dialog mit Wissenschaftlern aus der Region

Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg konzentriert ihre Orient- und Islamforschung in einem neuen Zentrum, das sich "Centre for Euro-Oriental Studies" (CEOS) nennt. Dazu werden sich Experten aus Geistes- und Kulturwissenschaften, Medizingeschichte, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Sozialwissenschaften und Theologie zusammenschließen, wie die Hochschule ankündigte. Ziel des Projekts sei es, im Dialog mit Wissenschaftlern aus der Region das Beziehungsgeflecht zwischen Europa und dem Orient zu untersuchen. "Bestimmte Phänomene wie zum Beispiel die Entwicklung des Islamischen Staates, aber generell auch die komplexen Gefüge der Region lassen sich fundiert nur interdisziplinär behandeln und setzen Kenntnisse der Region voraus", sagte CEOS-Sprecher Georges Tamer. Auch die Flüchtlingsforschung verdiene einen neuen Ansatz.

Kunstwerk "Before I die" in Frankreich umstritten

Bahn verteidigt interaktive Ausstellung in Gare de Lyon in Paris

Ein Kunstwerk weckt in Frankreich ungute Erinnerungen an die Anschläge der vergangenen anderthalb Jahre. Ein Sprecher der Staatsbahn SNCF sagte, die Installation mit dem Titel "Before I die" (Bevor ich sterbe) werde womöglich missverstanden. "Das Werk weckt Emotionen und ruft bei einigen auch Angst hervor", sagte er. Im Pariser Bahnhof Gare de Lyon können Reisende auf Schiefertafeln schreiben, was sie vor ihrem Tod noch machen wollen. "In Frieden leben", heißt es dort etwa. Oder: "Dir sagen, dass ich dich liebe." In französischen Medien und in den sozialen Netzwerken wird das Werk als "makaber" und "schrecklich" kritisiert. "Before I die" ist ein Projekt der US-Künstlerin Candy Chang, das auch in Berlin und Hamburg zu sehen war.

Russischer Bildhauer Ernst Neiswestny tot

Der Streit mit Parteichef Chruschtschow machte ihn einst berühmt

Der bedeutende russische Bildhauer Ernst Neiswestny, Schöpfer zahlreicher Monumentalskulpturen, ist tot. Er starb mit 90 Jahren in New York. Neiswestny habe in seinen Werken "der Kraft und Unzerstörbarkeit des menschlichen Geistes Ausdruck verliehen", würdigte Kulturminister Wladimir Medinski den Künstler. Krieg und Leiden, aber auch Lebensfreude - diesen Themen widmete Neiswestny seine großen, oft aus menschlichen Gesichtern gebildeten Skulpturen. Seit 1996 erinnert eine 15 Meter hohe "Maske der Trauer" in der Häftlingsstadt Magadan an die Opfer sowjetischer Repression. Andere Werke stehen im ehemaligen deutschen Konzentrationslager Auschwitz, bei den Vereinten Nationen in Genf oder im Vatikan.1962 lieferte er sich mutig einen Streit mit dem damaligen sowjetischen Parteichef Nikita Chruschtschow. Der Bildhauer forderte Freiheit von der damals vorherrschenden Kunstrichtung des Sozialistischen Realismus.

Wolfgang Büchner wechselt zur Mediengruppe Madsack

Journalist tritt neue Leitungsfunktion ab 2017 an

Der ehemalige "Spiegel"-Chefredakteur Wolfgang Büchner wechselt vom Schweizer Ringier-Verlag zur Mediengruppe Madsack in Hannover. Der 50-Jährige übernehme die Leitung des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) und solle die digitale Transformation bei Madsack verantworten, teilte der Medienkonzern in Hannover mit. Büchner, der bei Madsack den Titel "Chief Content Officer" tragen wird, ist derzeit Geschäftsführer der "Blick"-Gruppe des Ringier-Medienkonzerns in Zürich. Er werde das Unternehmen Ende Oktober 2016 verlassen, teilte Ringier mit. Als Leiter des RND soll Büchner ab 1. Januar 2017 die Produktion überregionaler Inhalte für zahlreiche Madsack-Zeitungen (u.a."Hannoversche Allgemeine Zeitung", "Leipziger Volkszeitung" ) verantworten. Das RND beliefert mehr als 30 Tageszeitungen mit einer Auflage von mehr als 1,1 Millionen Exemplaren. Von September 2013 bis Dezember 2014 war Büchner Chefredakteur von "Spiegel" und "Spiegel Online". Davor war er von 2010 bis 2013 Chefredakteur der Deutschen Presse-Agentur.

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