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Kompressor | Beitrag vom 20.10.2017

Skulptur "Domestikator" vom Atelier van LieshoutEin vermeintliches Sodomie-Kunstwerk sorgt für Empörung

Korrespondent Jürgen König im Gespräch mit Stephan Karkowasky

Die Skulptur "Domestikator" des Künstlers Joep van Lieshout (imago / Emeric Fohlen)
Sorgt in Paris für Diskussionen: die Skulptur "Domestikator" des Künstlers Joep van Lieshout (imago / Emeric Fohlen)

Eigentlich sollte die Skulptur "Domestikator" während der Pariser Kunstmesse FIAC vor dem Louvre zu sehen sein. Das Museum verbot dies. Die Holzplastik sei eine "brutale Vision", hieß es von Seiten des Museums. Ein Skandal?

Sie ist abstrakt. Aber trotz allem ist recht gut zu erkennen, was sie darstellt, die Skulptur "Domestikator" des Künstlerkollektivs Atelier van Lieshout: eine menschliche Figur, die Sex mit einem Tier hat. Oder etwa doch nicht?

Mit ihren zwölf Metern ist sie jedenfalls kaum zu übersehen – und trotzdem hat bis vor kurzem noch kaum jemand an ihr Anstoß genommen. Vor wenigen Wochen war sie noch auf der Ruhrtriennale in Bochum zu sehen. Vollkommen Skandalfrei.

Eine "brutale Vision"

Nun allerdings ist die Empörung über den "Domestikator" groß: Der Louvre hat die Holzplastik als "brutale Vision" bezeichnet und sich geweigert, die Skulptur während der Pariser Kunstmesse FIAC im ehemaligen Schlossgarten vor dem Museum auszustellen. Man befürchte, dass die Skulptur Ziel vandalistischer Übergriffe werden könne, erläutert  Deutschlandfunk-Kultur-Korrespondent Jürgen König die Beweggründe des Museums. Außerdem bestehe aus Sicht des Louvre das Risiko, dass die "eher traditionellen Besucher" des Museums das Werk falsch verstehen und sich schockiert zeigen könnten.

Auch Paris sei reif für den "Domestikator"

Deswegen hat das begehbare Werk eine neue Heimat gefunden - vor dem Centre Pompidou. "Ich freue ich, dass das Centre Pompidou hinter die sensationalisierende Interpretation dieses Werkes blicken konnte und angeboten hat, das Werk während der FIAC zu präsentieren", schreibt der Künstler Joep van Lieshout auf der Homepage des Künstlerkollektivs. Er habe nie eine sexuelle Interpretation intendiert, kommentiert er den Wirbel um die Skulptur. Die Skulptur soll die Macht des Menschen über die Natur symbolisieren.

In Deutschland kann man sich eine Kommentierung des Geschehens nicht verkneifen: Die Machern der Ruhrtriennale schreiben in ihrem Blog: Auch Paris sei reif für den "Domestikator".

(lk)

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