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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 24.01.2007

Simulierte Welten

Neu im Kino: "Arthur und die Minimoys" und "Weltverbesserer auf dem Schlachtfeld"

Vorgestellt von Jörg Taszman

Luc Besson (r.) und Bill Kaulitz von "Tokio Hotel" beim Pressetermin für "Arthur und die Minimoys" in Berlin. (AP)
Luc Besson (r.) und Bill Kaulitz von "Tokio Hotel" beim Pressetermin für "Arthur und die Minimoys" in Berlin. (AP)

Kino für die ganz Kleinen ist der Zeichentrickfilm "Arthur und die Minimoys", in der sich Arthur zu den millimetergroßen Minimoys begibt, um den Großvater zu retten. Luc Besson hat damit den teuersten Animationsfilm aller Zeiten gedreht. In dem Dokumentarfilm "Weltverbesserer auf dem Schlachtfeld" simulieren deutsche Statisten im Bayerischen Wald für die US-Armee den Irakkrieg.

Arthur und die Minimoys
Frankreich 2006, Regie: Luc Besson, Animationsfilm, Stimmen: Bill Kaulitz, Nena, ab 6 Jahren

Wieder einmal klotzt der leicht megalomanische Luc Besson und hat den teuersten französischen Animationsfilm aller Zeiten gedreht. Die Geschichte um den kleinen Arthur, der sich aus der realen Welt zu den animierten, millimetergroßen Minimoys begibt, um den Großvater zu retten, schwankt zwischen fantasievoll und einfältig. Auch die animierten Figuren wirken mal fotorealistisch sexy wie eine junge Prinzessin, dann wieder monsterhaft wie aus dem Luc Besson Film "Das 5.Element". Alles in allem nur Kino für die ganz Kleinen, dass nur tricktechnisch mit den Amerikanern mithalten kann, inhaltlich jedoch nicht den Generationen übergreifenden Charme ausweist.

"Weltverbesserer auf dem Schlachtfeld"
Deutschland 2006, Regie: Teresina Moscatiello, Dokumentarfilm, ab 12 Jahren

In der Oberpfalz im Bayerischen Wald dürfen Statisten für die US-Army Krieg spielen, und das gleich tage- und wochenlang. Grafenöhr heißt der Ort, wo wie in einem Außenset für eine Hollywoodproduktion Häuserfassaden und Straßenattrappen stehen. In diesem Dorf in der Nähe der tschechischen Grenze ist die US-Armee schon seit dem kalten Krieg präsent. Früher war der Feind rot, jetzt ist er arabisch. Heute wird in Grafenöhr für den heißen Krieg geprobt, zur Freude der Einheimischen, die dabei gut mitverdienen. Die amerikanische Armee übt hier für den Irakkrieg und auch Manöver, die im Iran spielen, finden statt. Als deutscher Laiendarsteller ist man dann "Scheich", "Terrorist" oder "Polizist" - darf mal Opfer und mal Befreier sein.

Aus Gründen der Geheimhaltung, sieht man leider nicht viel von echten Manövern oder Vorbereitungen, aber auch so ist vieles an dem Film sehr brisant. So mag sich Deutschland aus den Kriegen heraushalten, lässt aber die umfangreichen Manöver auf dem eigenen Territorium zu.

Teresina Moscatiello stellt genug spannende Fragen, ohne die Antworten vorzugeben, genau deshalb ist ihr Film nicht nur skurril und urkomisch, sondern auch todernst und wichtig.

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