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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 30.05.2017

Simone Young"Cis-moll ist smaragdgrün bis olivgrün"

Simone Young im Gespräch mit Susanne Führer

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Die Dirigentin Simone Young im Studio von Deutschlandradio Kultur (Deutschlandradio/ Sandra Ketterer)
Die Dirigentin Simone Young im Studio von Deutschlandradio Kultur (Deutschlandradio/ Sandra Ketterer)

Die weltbekannte Dirigentin Simone Young hat nicht nur das absolute Gehör, sie ist auch Synästhesistin, sie "sieht" Töne. Jede Tonart habe für sie eine andere Farbe und Assoziation, sagte Young. Beim Autofahren hört sie nicht Klassik, sondern am liebsten Sting.

Seit 30 Jahren dirigiert Simone Young an den führenden Opernhäusern weltweit: der Wiener Staatsoper, der Opéra Bastille in Paris oder der Met in New York. Bis zum Sommer dieses Jahres war sie in Hamburg Intendantin der Staatsoper und Generalmusikdirektorin der Philharmoniker. Es waren zehn bewegte Jahre, in denen sie die Finanzen ebenso im Blick haben musste wie das künstlerische Programm.

Simone Young hat nicht nur das absolute Gehör, sie ist auch Synästhesistin, sie "sieht" Töne: Cis-Moll sei "sehr dunkel, smaragdgrün bis olivgrün". Es gebe aber darüber hinaus "Tausende von Nuancen". D-Dur sei wie der Sonnenaufgang, A-Dur heldisch und Bronze metallisch. Für sie gehöre Farbe ganz selbstverständlich zum Klang, so Simone Young im Deutschlandradio Kultur:

"Es ist einfach in meinem Kopf nicht zu trennen. Ich bin damit aufgewachsen und wusste nicht, dass es etwas Besonderes ist - bis ich darüber gelesen habe als Studentin."

"Dirigent ist ein Beruf mit 30 Lehrjahren"

In Sachen Berufserfahrung hält sie es mit Herbert von Karajan, der sagte: "Dirigent ist ein Beruf mit 30 Lehrjahren". Daran glaube sie fest:

"Mit 30 glaubt man, dass man alles kann - und mit 50 weiß man, wieviel man noch zu lernen hat. Mir ist sehr bewusst, wieviel ich noch lernen muss. Und ich bin sehr dankbar, dass ich in einem Beruf bin, wo ich mit 54 auf weitere (...)  30 Berufsjahre noch schauen kann. Das ist ein ungeheures Privileg."

Sie strebe immer danach, an sich zu arbeiten, "damit ich der Kunst besser dienen kann", sagte die Dirigentin.

Die Lieblings-Automusik

Simone Young hat gewisse musikalische Vorlieben – und zwar auch jenseits der klassischen Musik. Beim Autofahren höre sie oft Musik des britischen Musikers Sting, erzählte sie:

"Die Lieder und Texte sind interessant, entweder sehr romantisch oder sehr witzig. Ich gab es schon vor langer Zeit auf, beim Autofahren klassische Musik zu hören, weil ich davon stets abgelenkt werde. Und dann musste ich etwas finden, was ich gerne höre. Und ich bin auf Sting gestoßen. Das ist meine Lieblings-Automusik."

 

 

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