Seit 21:30 Uhr Alte Musik
Mittwoch, 14.04.2021
 
Seit 21:30 Uhr Alte Musik

Fazit | Beitrag vom 05.03.2021

Silberner Bär für Maren Eggert"Das Angebot an großen männlichen Performances ist größer"

Maren Eggert im Gespräch mit Johannes Nichelmann

Beitrag hören Podcast abonnieren
Die Schauspielerin Maren Eggert kniet am Boden (UIG / imago images / Doris Spiekermann-Klaas)
Maren Eggert wurde für ihre Hauptrolle im Film "Ich bin dein Mensch" mit dem Silbernen Bären der Berlinale ausgezeichnet. (UIG / imago images / Doris Spiekermann-Klaas)

Erstmals hat die Berlinale ihre Preise statt für männliche und weibliche Schauspieler für die beste Haupt- und Nebenrolle vergeben. Preisträgerin Maren Eggert begrüßt die Neuerung. Es mangele aber noch immer an anspruchsvollen Rollen für Frauen.

Die 71. Ausgabe des Berliner Filmfestivals wurde digital abgehalten. Auch die Gewinnerinnen und Gewinner konnten nicht über einen roten Teppich wandeln – am Freitag wurden die Geehrten per Livestream bekannt gegeben.

Über die Auszeichnung mit dem Silbernen Bären der Berlinale für die Beste Schauspielerische Leistung in Maria Schraders Film "Ich bin dein Mensch" freue sie sich sehr, sagt Maren Eggert. Im Film spielt sie die Wissenschaftlerin Alma, die mit einem androiden Roboter zusammenlebt.

"Das ist ein richtig schöner Preis, den man, glaube ich, gerne stehen hat. Und ich würde ihn jetzt gerne betrachten. Aber ich kann doch noch warten. Ich muss ja sowieso auf Juni warten, bis sich alle treffen können, die an dem Festival beteiligt waren."

Neue Kategorien für Haupt- und Nebenrolle

Dass die Berlinale erstmals ihre Preise genderneutral vergeben hat - statt für beste weibliche und beste männliche Rolle - empfindet sie als interessante neue Variante: "Ich finde es eine sehr moderne Entscheidung in dem Versuch, auf diese Diskussion in der Gesellschaft einzugehen und einfach ein Zeichen zu setzen. Der Preis ist von männlich-weiblich in Hauptrolle und Nebenrolle aufgelöst worden. Ich finde das eine gute Idee. Wer weiß, zu was es führt oder was es auslöst."

Abonnieren Sie unseren Kulturnewsletter Weekender. Die wichtigsten Kulturdebatten und Empfehlungen der Woche. Ab jetzt immer freitags per Mail. (@ Deutschlandradio)

Die Befürchtung, etwa vom Bundesverband Schauspiel, dass der neue Preismodus es Frauen künftig noch schwerer mache, männlichen Kollegen Paroli zu bieten, teilt Eggert nur bedingt.

"Ich hoffe, dass es nicht so sein wird. Leider ist es immer noch so, dass das Angebot an großen männlichen Performances einfach größer ist. Vielleicht ist insofern die Angst berechtigt. Ich finde es einen mutigen Schritt und glaube, dass wir als Filmgesellschaft das hinkriegen werden, damit adäquat umzugehen."

Überhaupt ändere sich gerade vieles bei der Berlinale. Dazu gehöre auch, dass sehr viele Filme von Regisseurinnen auf dem Festival vertreten gewesen seien.

(mle)

Mehr zum Thema

Die Berlinale-Gewinner - Konsequente Preise
(Deutschlandfunk Kultur, Kompressor, 05.03.2021)

Berlinale - "Bad Luck Banging or Loony Porn" erhält den Goldenen Bären
(Deutschlandfunk Kultur, Aktuell, 05.03.2021)

Filmfestival digital - Berlinale drinnen – Was fehlt, wenn das Festival fehlt?
(Deutschlandfunk Kultur, Lakonisch Elegant, 04.03.2021)

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Kulturpresseschau

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

Folge 34Auf der Bühne mit Behinderung: Theater und Inklusion
Lucy Wilke & Paweł Duduś in dem Stück „Scores that shaped our friendship”. (Theresa Scheitzenhammer)

Die Nominierung der Schauspielerin Lucy Wilke zum diesjährigen Theatertreffen macht die Fragen nach der Vereinbarkeit von Theaterarbeit und Behinderung wieder aktuell: Was fehlt zur ganzheitlichen Barrierefreiheit? Mit Lucy Wilke suchen wir nach konkreten Handlungsansätzen.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur