Seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Dienstag, 10.12.2019
 
Seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 12.05.2017

Siebenbürgen in der ungarischen LiteraturMehr als nur ein Traum

Von Anat Kalman

Podcast abonnieren
Katzendorf, auf Rumänisch Cata, in Siebenbürgen in Transsilvanien. (Carmen-Francesca Banciu)
Katzendorf, auf Rumänisch Cata, in Siebenbürgen in Transsilvanien. (Carmen-Francesca Banciu)

Siebenbürgen ist für Ungarn mit den Trianonverträgen verbunden. Sie sind das, was die Versailler Verträge für die Weimarer Republik waren: Die besiegten Magyaren verloren 1920 mit der Unterzeichnung mehr als zwei Drittel der Gebiete, die das Königreich in der ungarisch-österreichischen Doppelmonarchie regiert hatte.

Siebenbürgen fiel an Rumänien, nachdem sich die dort lebenden Rumänen, Sachsen und Deutschen, die Banater Schwaben, dafür ausgesprochen hatten. Ungarische Nationalisten und Heimatvertriebene wettern noch heute dagegen.

Aus Siebenbürgen stammende Schriftsteller wie György Dragomán, Bágyoni Szabó István oder Attila Vári haben ein anderes Verhältnis zu der Region. Für sie ist Siebenbürgen ein einzigartiger Landstrich, in dem Ungarn, Schwaben, Sachsen, Rumänen, Szekler, Zigeuner, Juden und Ukrainer gleichermaßen zu Hause waren. In dem neurotische Grafen, in Jungfrauenblut badende Königinnen und selbstherrliche Stadthalter lebten und in deren Fluren Malerkolonien mit Jagdgesellschaften für die Bärenjagd wechselten.

In Romanen und Erzählungen beschreiben sie eine absurde Welt, in der ganze Dörfer in Stauseen versenkt und gut erhaltene Barockstädte abgerissen wurden. Eine Region, die nach der Wende von Tausenden verlassen wurde.

Mehr zum Thema

Ungarische Literatur - Erst gehasst, dann ausgezeichnet
(Deutschlandfunk, Kultur heute, 11.12.2016)

Zeitfragen

Justizakte M.Die Geschichte eines Fälschers
Herr M. in der Justizvollzugsanstalt. (Lukas Heibges)

In den 70er-Jahren kommt Herr M. nach Berlin, auf dem Finanzamt lernt er die bürokratischen Tricks, von seinem Neuköllner Büro aus versorgt er die Menschen mit gefälschten Dokumenten. Sich selbst sieht er als guter Helfer, bis alles auffliegt.Mehr

Kampf gegen RechtsEin Antifa-Fotograf im Portrait
Ein Fotograf dokumentiert eine rechte Veranstaltung im Juni 2019 im sächsischen Ostritz. (imago images / lausitznews.de)

Er recherchiert und dokumentiert: Wenn in Deutschland eine neonazistische Demonstration oder Kundgebung stattfindet, macht er Fotos und gibt diese an Journalisten und Journalistinnen weiter. Dieser Job ist vor allem auch – gefährlich.Mehr

"Omas gegen Rechts"Omas kämpfen für Vielfalt
Die Initiative "Omas gegen Rechts" bei der Demonstration "Ein Europa für Alle – Deine Stimme gegen Nationalismus!" im Mai 2019 in Hamburg. Mehrere Menschen halten Plakate und Luftballons in die Höhe. (picture alliance / dpa / Christian Charisius)

Bei vielen Demonstrationen gegen Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung ist auch die Initiative "Omas gegen Rechts" dabei. Auch in Hamburg protestieren die älteren Menschen regelmäßig. Nicht überall treffen sie auf Wohlwollen.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur