Seit 11:30 Uhr Musiktipps

Dienstag, 18.02.2020
 
Seit 11:30 Uhr Musiktipps

Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 12.05.2017

Siebenbürgen in der ungarischen LiteraturMehr als nur ein Traum

Von Anat Kalman

Podcast abonnieren
Katzendorf, auf Rumänisch Cata, in Siebenbürgen in Transsilvanien. (Carmen-Francesca Banciu)
Katzendorf, auf Rumänisch Cata, in Siebenbürgen in Transsilvanien. (Carmen-Francesca Banciu)

Siebenbürgen ist für Ungarn mit den Trianonverträgen verbunden. Sie sind das, was die Versailler Verträge für die Weimarer Republik waren: Die besiegten Magyaren verloren 1920 mit der Unterzeichnung mehr als zwei Drittel der Gebiete, die das Königreich in der ungarisch-österreichischen Doppelmonarchie regiert hatte.

Siebenbürgen fiel an Rumänien, nachdem sich die dort lebenden Rumänen, Sachsen und Deutschen, die Banater Schwaben, dafür ausgesprochen hatten. Ungarische Nationalisten und Heimatvertriebene wettern noch heute dagegen.

Aus Siebenbürgen stammende Schriftsteller wie György Dragomán, Bágyoni Szabó István oder Attila Vári haben ein anderes Verhältnis zu der Region. Für sie ist Siebenbürgen ein einzigartiger Landstrich, in dem Ungarn, Schwaben, Sachsen, Rumänen, Szekler, Zigeuner, Juden und Ukrainer gleichermaßen zu Hause waren. In dem neurotische Grafen, in Jungfrauenblut badende Königinnen und selbstherrliche Stadthalter lebten und in deren Fluren Malerkolonien mit Jagdgesellschaften für die Bärenjagd wechselten.

In Romanen und Erzählungen beschreiben sie eine absurde Welt, in der ganze Dörfer in Stauseen versenkt und gut erhaltene Barockstädte abgerissen wurden. Eine Region, die nach der Wende von Tausenden verlassen wurde.

Mehr zum Thema

Ungarische Literatur - Erst gehasst, dann ausgezeichnet
(Deutschlandfunk, Kultur heute, 11.12.2016)

Zeitfragen

CyborgsWie Mensch und Maschine immer mehr zusammenwachsen
Profil eines künstlichen Menschenkopfs, im Hintergrund ein Geflecht aus Punkten und Verdrahtungen. (imago / Panthermedia / kentoh)

Mit einem Chip unter der Haut in der Kantine bezahlen oder die Haustür öffnen: Das ist keine Zukunftsvision mehr, sondern mancherorts bereits Realität. Wie viel Cyborg steckt schon in uns - und wie weit kann die Verschmelzung von Körper und Technik gehen?Mehr

Eco City WünsdorfGeplante Stadt der Selbstversorger
Blick auf das Gelände des ehemaligen Militärstützpunktes Wünsdorf (Trisha Balster / Viola Blomberg)

Nachhaltig leben auf einem Ex-Militärgelände: Stadtplaner und Forscher wollen südlich von Berlin eine Öko-Modellstadt entstehen lassen. Die Initiatoren verstehen die Eco City Wünsdorf auch als eine Antwort auf die weltweite Klimakrise.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur