Seit 19:05 Uhr Konzert

Samstag, 18.01.2020
 
Seit 19:05 Uhr Konzert

Wortwechsel / Archiv | Beitrag vom 20.04.2018

Sieben Jahre Krieg in Syrien Wird Assad mit Russlands Hilfe der Sieger sein?

Moderation: Marcus Pindur

Podcast abonnieren
Syriens Präsident Bashar al-Assad und Russlands Präsident Vladimir Putin beim Handschlag, im November 2017 in Russland (picture alliance / Mikhail Klimentyev/TASS/dpa)
Syriens Präsident Bashar al-Assad und Russlands Präsident Vladimir Putin beim Handschlag, im November 2017 in Russland (picture alliance / Mikhail Klimentyev/TASS/dpa)

Es sieht so aus, als ob das von Russland gestützte Assad-Regime den Bürgerkrieg gewinnen könnte. Warum hat die Welt zugesehen, wie aus einer friedlichen arabischen Revolution ein Gemetzel werden konnte?

Mit dem Giftgaseinsatz in Douma und dem Militärschlag vonseiten der USA, Großbritannien und Frankreich ist der Syrienkonflikt weiter eskaliert. Noch immer konnten die Vertreter der Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) den Ort des Geschehens nicht untersuchen.

Der Außenpolitik-Experte Gernot Erler (SPD) nennt das Verhalten Russlands in diesem Zusammenhang einen "sehr ernsten Vorgang". "Das ist eine Strategie, die Dinge immer so zu vernebeln, dass niemand mehr sicher sein kann, was eigentlich Sache ist", sagt Erler im Deutschlandfunk Kultur. Dies könne man nicht weiter akzeptieren.

Die stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Agnieszka Brugger (MdB) teilt die Einschätzung, dass die Untersuchung durch die OPCW-Vertreter bewusst blockiert wird. Aus ihrer Sicht tobe "eine Art Informationskrieg". Dabei hätten "alle die Verantwortung" sich die Fakten anzuschauen, auch wenn man bei der Bewertung dann anderer Meinung sein könne.

Erinnerung an den 30-jährigen Krieg

Inzwischen sieht es so aus, als ob das von Russland gestützte Assad-Regime den Bürgerkrieg gewinnen könnte. Der Konflikt selbst mit seinen vielen Akteuren und der flächendeckenden Zerstörung im Land erinnert an den 30-jährigen Krieg in Europa.

Warum hat die ganze Welt zugesehen, wie aus einer anfangs friedlichen arabischen Revolution ein derartiges Gemetzel werden konnte? Ist die Politik der Zurückhaltung, die nach dem Irak-Krieg von der US-Regierung in Syrien umgesetzt wurde, gescheitert? Und was bedeutet es Syrien, aber auch für Deutschland und Europa, wenn sich nun Russland mit Assad an der Macht durchsetzt?

Diese und weitere Fragen diskutieren wir mit unseren Gästen:
Agnieszka Brugger, Bündnis 90/Grüne, MdB, stellvertretende Fraktionsvorsitzende
Gernot Erler, SPD, Staatsminister a.D.
Stefan Liebich, Die Linke, MdB, außenpolitischer Sprecher der Fraktion
Guido Steinberg, Islamwissenschaftler und Terrorismus-Experte, Stiftung Wissenschaft und Politik

Wortwechsel

OrganspendeLeben um jeden Preis?
Ein Mitarbeiter der Medizinischen Hochschule Hannover trägt eine Organtransportkiste durch eine Tür. (imago images / localpic)

Der Bundestag hat über die Reform der Organspende in Deutschland abgestimmt, die gesellschaftliche Debatte aber geht weiter. Denn 84 Prozent der Deutschen stehen einer Organspende zwar grundsätzlich positiv gegenüber, aber nur 36 Prozent haben einen Organspendeausweis.Mehr

Eskalation programmiert Droht ein neuer Krieg am Golf?
Iranische Frauen trauern um General Soleimani, der vom amerikanischen Militär getötet worden ist. (SOPA Images/ZUMA Wire/Babak Jeddi)

Seit einer Woche halten die USA und der Iran die Welt in Atem. Ist die gezielte Tötung des iranischen Generals Soleimani die befürchtete Lunte im Dauerkonflikt beider Staaten? Wie kann die Spirale von Gewalt und Vergeltung durchbrochen werden? Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur