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Fazit / Archiv | Beitrag vom 01.04.2017

"Show!" in BielefeldDie Akrobaten rebellieren

Von Elisabeth Nehring

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Blick auf das Theater am Alten Markt in Bielefeld (Nordrhein-Westfalen) am 07.03.2013. (picture alliance / dpa / Friso Gentsch)
Das Theater am Alten Markt in Bielefeld. (picture alliance / dpa / Friso Gentsch)

Eine Varieté-Show, die eigentlich keine ist: Intendant und Regisseur Michael Heicks und Choreograf Simone Sandroni haben Show! in Bielefeld auf die Bühne gebracht. Die Akrobaten, Messerwerfer und die schöne Tänzerin Gloria versagen und schließlich fällt alles in sich zusammen.

Akrobaten, Messerwerfer, Seiltänzer, Zauberer, eine wunderbare, großartige, atemberaubende Theaterfamilie – Conférencier Billie Banane verspricht viel für diesen Abend. Doch Intendant und Regisseur Michael Heicks und Choreograf Simone Sandroni – beide verantwortlich für Konzept und Inszenierung – machen aus "Show!" am Theater Bielefeld ein Anti-Varieté, in dem niemand der ist, der er zu sein scheint und immer alles haarscharf daneben liegt: Billie Banane (sehr präsent: Georg Böhm) ist zwar ein eleganter und selbstsicherer Gastgeber, betatscht aber ständig seine japanische Assistentin (wunderbar: Saori Ando), die wiederum sinnloser Weise alles Gesagte immerfort ins Japanische übersetzt.

Die zehn Muskelmänner sind gar nicht muskulös 

Die angekündigten zehn ukrainischen Muskelmänner sind weder aus der Ukraine noch haben sie übermäßig Muskeln noch heben sie je überhaupt etwas an. Die schöne Gloria kann weder steppen noch tanzen, die vermeintlichen Akrobaten rebellieren, der Humor ist politisch unkorrekt und irgendwann beginnt das Bühnenbild, langsam in sich zusammenzufallen. Der Prozess der Dekonstruktion dieser Show ist schleichend, aber unaufhaltsam, über weite Strecken unterhaltsam und läuft nur gelegentlich ins Leere. Auch wenn sich die Stärken des Tanz- und Schauspielensembles sich mehr andeuten als richtig entfalten und das Konzept von "Show!" nicht durchgehend überzeugt – gut aufgestellt ist das Theater Bielefeld mit diesen Künstlern zweifellos.

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