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Tonart | Beitrag vom 22.02.2021

Shantel über "Kids of the Diaspora"Wild, hedonistisch und laut

Stefan Hantel im Gespräch mit Carsten Beyer

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Musiker Shantel spielt auf dem Local Heroes-Festival auf dem Dach des City Gate Bürohochhauses in Frankfurt am Main. (picture alliance / Bernd Kammerer )
"Jüdisches Leben in Deutschland muss sichtbar sein, muss fühlbar sein", sagt der Musiker Shantel. (picture alliance / Bernd Kammerer )

Tanzbar und energiegeladen: Der Titelsong zu den Feiern rund um 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland ist disco-tauglich. Mit "Kids of the Diaspora" möchte er die Vorstellung von Juden als kulturelle Minderheit "dekonstruieren", sagt der Musiker Shantel.

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland werden derzeit mit Veranstaltungen in ganz Deutschland gefeiert. 

Das Datum geht auf ein Dekret des römischen Kaisers Konstantin an den Kölner Stadtrat aus dem Jahr 321 zurück, das Juden die Berufung in die "curia" erlaubte.

Die Veranstaltungsreihe hat auch einen eigenen Titelsong, "Kids of the Diaspora". Geschrieben hat ihn der Frankfurter Sänger und DJ Shantel alias Stefan Hantel.

"Ich denke, es ist wichtig dieses Jubiläum gebührend zu feiern und vor allem auch laut und vehement zu werden", sagt Shantel. "Jüdisches Leben in Deutschland muss sichtbar sein, muss fühlbar sein, muss lebendig, wild und hedonistisch sein."

Mit den Mitteln der Musik wolle er ein emotionales Gefühl der Gemeinsamkeit erreichen. "Es geht ja auch um Solidarität." Und Musik sei ein wunderbares Mittel, um Menschen zusammenzubringen.

Positiver, energiegeladener Sound

Den Begriff der Juden als 'kulturelle Minderheit' wolle er "dekonstruieren".

Seine Botschaft sei ein positiver, energiegeladener Sound für alle.

Teile seiner Familie stammten aus Czernowitz, der Hauptstadt der Bukowina in der heutigen Westukraine, sagt Shantel. Die Stadt gehörte zum Habsburgerreich und war multikulturell geprägt. Der jüdische Bevölkerungsanteil war hoch und kulturell prägend. 

"Das ist ein großes magisches Fragezeichen in meiner eigenen Geschichte", sagt der Musiker. Er halte es für seine Lebensaufgabe, mit den Mitteln der Musik Diversität hörbar zu machen.

Deutschland sei ein Einwanderungsland, aber die verschiedenen Kulturen seien hier im Prinzip kaum spürbar oder sichtbar.

(huc)

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