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Wortwechsel | Beitrag vom 29.11.2019

Sexueller Missbrauch von KindernWie die Opfer schützen, wie die Täter finden?

Moderation: Monika van Bebber

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Ein Junge steht weit entfernt in einer Gasse zwischen einem großen Schatten und einer Backsteinmauer. (imago images / YAY Images /p0temkin 1054480)
Rund eine Million Kinder in Deutschland sind oder waren von sexuellem Missbrauch betroffen. (imago images / YAY Images /p0temkin 1054480)

In jeder Schulklasse sitzt mindestens ein Kind, das sexuellen Missbrauch erleidet oder erlitten hat, sagt eine Statistik. Sexualisierte Gewalt gegen die Jüngsten ist furchtbarer Alltag, wie der aktuelle Missbrauchsfall in Bergisch Gladbach zeigt.

Die Ermittler im Missbrauchsfall von Bergisch Gladbach müssen sich durch riesige Mengen kinderpornografischen Materials arbeiten. Hinter jedem Bild, hinter jedem Video steht ein Verbrechen, stehen Opfer. Und Täter: Die Chatgruppen, in denen die Bilder getauscht wurden, hatten bis zu 1800 Mitglieder.

In Deutschland sind oder waren rund eine Million Mädchen und Jungen von sexueller Gewalt betroffen, schätzt die Weltgesundheitsorganisation WHO. Die Opfer leiden meist ein Leben lang unter den Folgen, die Täter bleiben häufig unerkannt.

Die Opfer leiden meist ein Leben lang

Wie können Kinder besser vor Missbrauch geschützt werden? Das Selbstvertrauen von Kindern stärken, lautet eine Antwort. Wir alle müssen genauer hinsehen und -hören, um Anzeichen von Missbrauch zu erkennen, lautet eine andere.

Auch werden mehr Befugnisse für die Polizei bei der Fahndung nach Kinderpornografie im Internet gefordert. Und längere Verjährungsfristen für Kindesmissbrauch, weil Opfer oft erst spät die Kraft finden, ihre Peiniger anzuzeigen. Mehr und besser geschultes Personal in den Jugendämtern. Eine bessere Vernetzung aller Stellen, die mit Kindern zu tun haben. Und vieles mehr.

Was tun gegen sexuellen Kindesmissbrauch? Darüber diskutieren:

Christine Bergmann, Mitglied der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs
Julia von Weiler, Vorstand des Vereins "Innocence in Danger"
Sebastian Fiedler, Vorsitzender des Bunds Deutscher Kriminalbeamter
Dirk Nüsken, Professor an der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe, Fachbereich Soziale Arbeit

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