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Dienstag, 21.08.2018
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 2. Februar 2018

Temptations-Leadsänger Dennis Edwards gestorben

Edwards wurde 74 Jahre alt

US-Soulsänger Dennis Edwards, der mit den Temptations Hits wie "Papa Was A Rollin Stone" und "Cloud Nine" sang, ist im Alter von 74 Jahren gestorben. Das bestätigte seine Familie dem TV-Sender CBS. Die Temptations wurden nicht nur für ihren Motown-Sound nach dem gleichnamigen Label aus Detroit bekannt, sondern später auch für ihren Mix aus Funk und Disco. Die Gruppe trennte sich 1977 von Edwards, 1980 kehrte er aber zurück. 1984 startete er eine Solo-Karriere und schaffte es mit dem Album "Don't Look Any Further" in obere Chart-Platzierungen.

NS-Raubkunst: Lauder kritisiert Deutschland

Präsident des Jüdischen Weltkongresses fordert mehr Ergebnisse

Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald Lauder, hat Deutschland wegen seines Umgangs mit NS-Raubkunst scharf kritisiert. "Dass uns 73 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs das Thema immer noch beschäftigt, ist einfach nicht akzeptabel", sagte er bei einer Veranstaltung in Berlin. "Das schadet dem Ruf Deutschlands." Der bekannte US-Unternehmer und Kunstsammler versicherte, er wisse das Engagement von Kulturstaatsministerin Monika Grütters und ihren Vorgängern zu schätzen. "Aber können wir bitte mehr Ergebnisse sehen?", forderte er. "Mit der riesigen Kluft zwischen offiziellen Ankündigungen und wirklichen Taten muss endlich Schluss sein." Lauder sprach bei einer Veranstaltung zur Verabschiedung der Washingtoner Prinzipien vor 20 Jahren. Die unterzeichnenden Länder verpflichteten sich darin, faire und gerechte Regelungen mit den Erben von NS-Opfern zu suchen.

Erneuter Welterbe-Antrag für Naumburger Dom

Nach dem Rückzug von Hamburg, nimmt die Stadt an der Saale ihren dritten Anlauf für den begehrten Titel

Kurzfristig ist der Antrag des Naumburger Doms bei der Unesco-Kommission eingegangen. Dies teilte ein Sprecher der Kultusministerkonferenz mit. Ermöglicht wurde die erneute Bewerbung durch den Rückzug des Hamburger Antrags. Wegen der Kritik des Weltdenkmalrats Icomos hatte die Hansestadt den Jüdischen Friedhof in Altona aus dem Rennen genommen. Naumburg hat bereits zweimal versucht den begehrten Weltkulturerbe-Titel zu erhalten. Es gebe zwar keinen Automatismus auf Anerkennung, sagte der Landrat des Burgenlandkreises, Götz Ulrich. Trotzdem schätze er die Chancen als gut ein. Die Entscheidung wird zwischen dem 24. Juni und dem 4. Juli in Bahrain gefällt.

US-Schauspieler Louis Zorich gestorben

Zorich spielte u.a. in der US-Sitcom "Verrückt nach dir"

Der amerikanische Theater- und Fernsehschauspieler Louis Zorich ist tot. Zorich starb im Alter von 93 Jahren in New York, wie ein Sprecher seiner Agentur Buchwald erklärte. Wohl am bekanntesten war Zorich für die Rolle des Vertreters Burt Buchman in der US-Sitcom "Verrückt nach dir", die von 1992 bis 1999 gezeigt wurde. Der Schauspieler war auch am Broadway zu sehen, unter anderem in "Becket", "The Odd Couple" und "Follies". 1969 wurde er für seine
Rolle in "Hadrian VII." für einen Tony-Award nominiert. Er spielte
außerdem in mehreren Kinofilmen mit, wie "Die Muppets erobern Manhattan" und "Zwei hinreißend verdorbene Schurken".

Wissenschaftlicher Beirat für "Landshut"-Projekt berufen

Experten für Zeitgeschichte sollen ein fundiertes Präsentationskonzept erarbeiten

41 Jahre nach der Entführung der Passagiermaschine "Landshut" sollen sieben Forscher die Ereignisse rund um den 13. Oktober 1977 für eine Ausstellung aufarbeiten. Das teilte die Dornier-Stiftung in München mit. Neben Historikern gehören ihr auch Museumsexperten und namhafte Autoren an, die sich mit der Rote Armee Fraktion beschäftigen. Die Landshut war von Terroristen entführt worden, die mit der RAF verbündet waren. In Mogadischu gelang es der Anti-Terror-Einheit GSG 9 die Maschine zu stürmen und die Geiseln zu befreien. Die Landshut wurde letzten Mai von der Bundesregierung für 20.000 Euro von einer brasilianischen Fluggessellschaft gekauft. Das Flugzeug ist derzeit eingelagert. Mit Geldern des Bundes wird es restauriert, um "gerade auch jungen Menschen eine Auseinandersetzung mit dem RAF-Terrorismus zu ermöglichen", wie Kulturstaatsministerin Grütters mitteilte.

Künstler und Wissenschaftler gegen türkisches Militär in Afrin

Der offene Brief ist an Angela Merkel und Sigmar Gabriel adressiert

90 Unterschriften trägt das Protestschreiben, als es an die Bundeskanzlerin und den Außenminister versandt wird. Es fordert die Bundesregierung, aber auch die EU auf, "mit allen Mitteln dafür kämpfen, dass die türkische Regierung ihren Angriff in Syrien sofort einstellt". Seit dem 20. Januar attackiere die türkische Armee den Kanton Afrin, auch mit deutschen Leopard-2-Panzern, und mit Kämpfern aus dschihadistischen Kampfverbänden in der Vorhut. Der Kanton gehöre zur Demokratischen Föderation Nordsyrien, die versuche, eine demokratische Gesellschaft aufzubauen. Es sei der einzige Demokratieversuch in der Region; er müsse geschützt werden, auch im Interesse der Hunderttausende Flüchtlinge dort. Peter Ott, Professor an der Hochschule für Gestaltung, Kunst und Medien Stuttgart erläuterte, die Unterzeichner kritisierten die "Passivität, mit der die deutsche Politik auf den türkischen Überfall auf den Kanton Afrin reagiert". Unterstützt wird der Protest unter anderem vom Maler Daniel Richter, der Schauspielerin und Filmemacherin Maria Schrader, dem Schauspieler Peter Lohmeyer, dem Philosophen Jean-Luc Nancy und dem Kulturtheoretiker Klaus Theweleit.

"Bild"-Chefredakteurin Tanit Koch geht

Das gab der Axel Springer Verlag bekannt

Erst zwei Jahre im Amt, verlässt Tanit Koch die "Bild"-Zeitung auf eigenen Wunsch, teilte der Arbeitgeber der 40-jährigen mit. Ein knappes Jahr nachdem Julian Reichelt, der Chef der "Bild“-Onlineausgabe, zum Vorsitzenden der Chefredaktionen aller unter der Marke "Bild" erscheinenden Titel ernannt worden, gab Koch als Begründung für ihre Kündigung an: „Wenn zwei Menschen professionell nicht harmonieren, lässt sich das eine Zeitlang durch Kompromisse ausgleichen. 2017 war davon geprägt, bis meine Kompromissbereitschaft an ihre Grenzen gelangte. Es hat in der Konstellation schlicht nicht funktioniert.“ Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner bedauerte schriftlich den Abgang. Koch war eine enge Vertraute von Kai Diekmann, dessen Nachfolge sie 2016 angetreten hatte.

Task Force soll Gender-Schieflage bei Grammy-Vergabe prüfen

Das kündigt die Akademie in Los Angeles an

Nur 17 der 86 Gewinner eines Grammys waren am vergangenen Sonntag Frauen. Warum das so war, soll nun untersucht werden. Laut Neil Portnow, Präsident der National Academy of Recording Arts and Sciences, würde die Akademie sich selbst wie durch ein Mikroskop betrachten, um die Schieflage in der Musikindustrie zu klären. Man wolle die sichtbaren Hürden und die unbewusste Voreingenommenheit, die Frauen den Aufstieg in der Branche erschweren, identifizieren. Die Sängerin Lorde war die einzige Künstlerin, die für das Beste Album nominiert war - und die einzige, die in dieser Kategorie nicht gebeten wurde, bei der Gala live zu singen. Alessia Cara, die beste Newcomerin, war die einzige Frau, die in diesem Jahr in einer der Haupt-Kategorien gewonnen hat. Eine Studie der Universität of Southern California belegt, dass zwischen 2013 and 2018 weniger als 10% der Grammy-Nominierungen an Frauen gingen.

Sexismus-Debatte: Galerie in Manchester hängt Gemälde ab

Es handle sich nicht um Zensur, so die Kuratorin

Die Manchester Art Gallery hat das Gemälde "Hylas and the Nymphs" des englischen Malers John William Waterhouse wegen der Darstellung von Frauen aus ihrer Ausstellung entfernt. Das Bild aus dem Jahr 1896 zeigt eine Szene aus der antiken Mythologie, in der ein junger Mann auf sieben nackte Nymphen in einem Teich blickt. Kuratorin Clare Gannaway will die Abhängung als eigenständige Kunst-Performance verstanden wissen und eine Debatte anstoßen. Nämlich die, ob solche Bilder in der heutigen Zeit noch gezeigt werden sollten. Zensur-Vorwürfe wies sie zurück: "Die Galerie präsentiert den weiblichen Körper als entweder "passiv-dekorativ" oder "femme fatale". An der Stelle, an der das Gemälde hing, können Museumsbesucher jetzt ihre Diskussionsbeiträge auf kleinen Zetteln an die Wand pinnen. Auch im Internet kann man sich zu der Aktion äußern. Die überwiegende Mehrzahl der Kommentare auf der Museums-Webseite waren kritisch.

Offener Protest italienischer Filmschaffender gegen "Sittenstrolche"

Große Tageszeitungen veröffentlichen Brief zur #MeToo-Debatte

"Wir zeigen nicht mit dem Finger auf einen einzelnen. Wir protestieren gegen das gesamte System". Mehr als 120 Schauspielerinnen und Filmschaffende prangern sexuelle Belästigung in ihrer Branche an. "Jede arbeitende Frau werde vor die Wahl gestellt, sich daran zu gewöhnen oder aus dem System auszusteigen", heißt es in dem offenen Brief. Es sei nun an der Zeit, damit aufzuhören, Angst zu haben.

James Francos High School entfernt Wandgemälde

Dies sei "im besten Interesse unserer Schüler", erklärte die Schulleiterin Hendricks.

Nach Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens wird die kalifornische Schule, die der US-amerikanische Künstler James Franco besucht hat, nach und nach alles entfernen, was bis dato dort prominent ausgestellt wurde. In ihrer Erklärung ging die High School in Palo Alto nicht auf die Anschuldigungen gegen Franco ein. Fünf Frauen haben dem 39-jährigen sexuellen Missbrauch vorgeworfen. In der Fernsehsendung von Talkmaster Stephen Colbert hatte Franco dazu gesagt, Dinge, die via Twitter über ihn verbreitet würden, seien nicht richtig. Sollte er etwas falsch gemacht haben, werde er das wieder in Ordnung bringen.

3D-Digitalisierung unausgeschöpfte Möglichkeit für Museen

Das findet die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

"Deutsche Museen stecken in Sachen 3D noch in den Anfängen", findet Marion Ackermann. Kunstwerke würden zwar schon 3D-digitalisiert, aber die Möglichkeiten, die der Forschung innewohnen, die eine neue Konzeption von Museum und von Vermittlung der Inhalte bedeuten können, die sind überhaupt noch nicht richtig ausgeschöpft", erläuterte die Chefin der SKD. 3D sei eine kostengünstige Vermittlungsweise und eine große Chance für die Inklusion: Angesichts immer älter werdender Gesellschaften, "die nicht mehr zu jedem Objekt um die Welt reisen" können. Aber "das Original ist das Original, es geht nicht darum, es zu ersetzen." Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und die Technische Universität haben das Forum «Museum/3-D/Digital» initiiert. Es soll zwischen Wissenschaftler, Museumsmachern und Digitalwirtschaft eine Debatte über die Möglichkeiten der Arbeit mit digitalisierten Kulturgütern anstoßen.

Syrische Autorin erhält erstes Torschreiber-Stipendium

Rasha Habbal und ihre Familie flohen aus Hama

"Das Brandenburger Tor ist das Symbol für die Freiheit schlechthin". Dieser Satz leitete die Vorstellung der ersten "Torschreiberin" der Stiftung Brandenburger Tor ein, die das Stipendium für Schriftsteller im Exil zusammen mit dem Literarischen Colloquium Berlin und der Allianz Kulturstiftung ins Leben gerufen hat. Die 35-jährige Rasha Habbal hatte sich um das Stipendium mit einem Roman-Text beworben, der von ihrer Abreise aus Syrien vor drei Jahren erzählt. "Am frühen Morgen jenes Tages wusste ich noch nicht, dass mein Leben die Tür hinter sich geschlossen und den Schlüssel unwiederbringlich verschluckt hatte", schrieb sie. Mehr als drei Dutzend Exilautoren hatten sich um das halbjährige Stipendium beworben. "Heute soll Berlin ein Ort der Zuflucht und der Sicherheit für bedrohte und verfolgte Schriftsteller sein", so die Stiftung Brandenburger Tor.

Fanpost überfordert "Breaking-Bad"-Star

Bryan Cranston wird im Facebook-Zeitalter mit Briefen überhäuft

"Nach 18 Jahren, in denen ich alles für Fans unterschrieben habe, ziehe ich mich in den Ruhestand zurück. Ich hoffe, ihr versteht und akzeptiert meine Ansage." Das hat der Mann, der als Walter White Filmgeschichte schrieb, angekündigt. Bryan Cranston ist inzwischen 61 Jahre alt und fühlt sich mit der Beantwortung von Briefpost überfordert. "Sogar mit einem Assistenten ist es zu viel", erklärte der US-Schauspieler. Er werde aber bei persönlichen Treffen mit Fans weiterhin Autogramme geben und Bücher signieren.

Kunstarchiv von Roma und Sinti bald online

150 Akteure aus 15 Ländern sind an dem von der Kulturstiftung des Bundes geförderten Projekt beteiligt

"RomArchive" soll es heißen und sowohl einen Beitrag zur europäischen Kultur- als auch zur Geschichtsschreibung leisten, kündigten die Initiatorinnen Isabel Raabe und Franziska Sauerbrey an. Geplant sind exemplarische Beiträge aus den Bereichen Bildende Kunst, Film, Literatur, Musik, Tanz, Theater, Drama - und dem interdisziplinär archivierten Flamenco. Darüber hinaus werde es Material zur Bilderpolitik, Selbstzeugnisse im Zusammenhang mit der Verfolgung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus sowie wissenschaftliches Material zur Bürgerrechtsbewegung geben. Begleitet werde das "RomArchive" von Informations- und Kulturveranstaltungen.Zudem soll es der Vernetzung von Kulturschaffenden und Wissenschaftlern dienen. Im Oktober soll die Trägerschaft von «RomArchive» an eine europäische Sinti- und Roma-Organisation übergeben werde, über die der Beirat entscheide.

Norbert Lammert erhält Leo-Baeck-Preis

Zentralrat der Juden ehrt ehemaligen Bundestagspräsidenten

Der ehemalige Bundestagspräsident Lammert ist mit dem Leo-Baeck-Preis ausgezeichnet worden. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Schuster, lobte bei der Verleihung in Berlin Lammerts Engagement für Demokratie, seine Worte zum Holocaust-Gedenken sowie sein Eintreten für die deutsch-israelische Freundschaft. Die Laudatio hielt der Schriftsteller Navid Kermani. Das Eintreten für die Freiheit des Gewissens, das christliche Politikverständnis und das Engagement für die Ökumene, die Einsicht in die Gefahr des Nationalismus und die Leidenschaft für das vereinte Europa seien Kontinuitäten im Leben Lammerts, sagte Kermani. Der Preis erinnert an den Rabbiner Leo Baeck und ist mit 10.000 Euro dotiert.

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