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Lakonisch Elegant | Beitrag vom 24.09.2020

Serien und Podcasts zum Thema TodGestorben wird immer – aber wie geht Trauer?

Von Christine Watty und Emily Thomey

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Hier hören Sie die Lakonisch Elegant Folge "Gestorben wird immer - aber wie geht eigentlich Trauer?". (Getty Images / Laszlo Baranyai) (Getty Images / Laszlo Baranyai)
Gestorben wird immer - aber wie geht eigentlich Trauer? (Getty Images / Laszlo Baranyai)

Trauer und Tod stehen nicht nur in der neuen Serie mit Anke Engelke im Fokus der Erzählung. Gibt es einen Wandel im Umgang mit dem traurigen Teil des Lebens? Wir sprechen mit dem Bestatter Eric Wrede und dem Philosoph Krisha Kops.

Anke Engelke versteckt sich in der neuen Netflix-Serie "Das letzte Wort" als Karla Fazius vor der Trauer um ihren plötzlich verstorbenen Mann auch einmal unter dem Bett - das ist auch irgendwie ein schönes Bild: vor der Trauer auf der Flucht, schnell weg, lasst mich damit in Ruhe.

Die Überforderung ist nicht nur wegen des Familienchaos im Hintergrund verständlich, denn: Wie geht das eigentlich, Trauern? Und passt das, was man fühlen soll oder tatsächlich fühlt, zu den gesellschaftlichen Erwartungen und damit auch den Ritualen, die so vorgesehen sind? Ist "Pietät" noch ein zeitgemäßer Begriff für eine Trauersituation? Konkret für eine Beerdigung?

Das Schweigen zum Thema Tod

Und wieso überhaupt stellen wir all diese Fragen? Weil meist keiner gern ausführlich darüber spricht. Aktuelle Serien, wie die mit Anke Engelke oder "MaPa" - in der es um einen jungen Mann geht, der seine Freundin verliert und mit Baby alleine bleibt - und mehrere Podcast-Produktionen rücken aber aktuell den Fokus auf den eher düsteren Teil unseres Lebens.

Ist da abseits der popkulturellen Perspektiven ein Wandel zu erkennen? Könnten Tod und Trauer doch einen größeren Platz einnehmen und sich nicht nur in betroffenen und angsterfüllten privaten Wie-geht’s-Dir-Gesprächen erschöpfen? Und wofür wäre das gut? Außer für jeden Einzelnen?

Welche Funktion hat Trauer in der Gesellschaft?

Und noch größer gedacht: Wäre ein anderer Umgang oder ein besseres Verständnis von Trauer vielleicht sogar hilfreich für eine Gesellschaft, die eines Tages offener auch gemeinsam trauern kann, wenn Anschläge wie in Halle oder Hanau geschehen – und die dann besser versteht, warum etwas nicht stimmt? Welche Funktion hat also Trauer im Kleinen wie im Großen, und wie hat sich das verändert?

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