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Im Gespräch | Beitrag vom 16.02.2019

Serielles ErzählenWarum wir Serien gucken

Moderation: Gisela Steinhauer

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Der Kopf einer Person ist vor dem Emblem der Serie "Babylon Berlin" zu sehen (ARD - Das Erste | X Filme)
Lief erstmals im Herbst 2017: die Serie "Babylon Berlin" (ARD - Das Erste | X Filme)

Ob "Game of Thrones", "Homeland" oder "Babylon Berlin": Streamingdienste und Mediatheken erlauben es uns, Serien wann und wie lange wir wollen zu schauen. Doch warum können wir Serien nur schwer abschalten? Beerdigt das neue Format das Fernsehen?

"Serien sind für viele Menschen eine willkommene Möglichkeit, sich eine alternative Realität zu ihrer Wirklichkeit reinzuziehen", sagt Torsten Zarges, Chefreporter beim Medienmagazin DWDL. "Und wenn sie gut gemacht sind, können sich mich als Zuschauer mitnehmen: Ich kann mich mit den Figuren identifizieren, mit ihnen leiden, so dass ich wissen will, wie es weitergeht – und das immer wieder."

So - wie immer mehr Zuschauer - weiß der Serien-Fan die Vorteile der Abo-Kanäle zu schätzen: "Natürlich ist nun die Verführung größer als früher, zu Hause zu bleiben und trotzdem einen schönen und fesselnden Abend zu erleben. Die Bildschirme werden immer größer, und die Vielfalt, die ich mir durch 'on demand' reinholen kann, ist enorm geworden." Dies reizt längst nicht mehr nur jüngere Nutzer. "Das hat sich altersmäßig verbreitert; die Nutzung ist sehr easy geworden und komfortabel." Streaming-Dienste laufen dem Fernsehen und dem Kino zunehmend den Rang ab – ein Wachstumsgeschäft.

Eine Serie gesehen auf der gesamten Welt

"Es gibt eine jüngere Generation, die auf der ganzen Welt die gleichen Fernsehserien guckt, egal, ob sie aus Indien, Frankreich, Deutschland oder den USA kommen", sagt Jörg Winger, Mitglied der Geschäftsführung bei UFA Fiction. Der Drehbuchautor schrieb unter anderem die Vorlagen für die Spionageserie "Deutschland 83" sowie die Fortsetzung "Deutschland 86". Winger produzierte zudem über 300 Folgen der ZDF-Serie "Soko Leipzig". Ihn reizt der Blick in die Geschichte: "Geschichte ist Metapher für das, was uns gerade beschäftigt. Ich suche Stoffe aus einem bestimmten Grund aus. Zum Beispiel die Überwachung durch die Stasi; man kann dadurch auf die heutige Situation anspielen."

Seine Beobachtung: Früher stand das Kino auf Platz eins, dann kam der Fernsehfilm – und dann erst die Serie. "Dieser Wert hat sich um 180 Grad gedreht." Heute entstehen Serien mit internationaler Besetzung – für ein internationales Publikum: "Es wird immer mehr wie im Fußball, wo man eine internationale Mannschaft aufstellt für ein Projekt." Für ihn als Produzent:" … ein Traum."

Fortsetzung folgt – Der Reiz der Serien
Darüber diskutiert Gisela Steinhauer heute von 9 bis 11 Uhr mit Jörg Winger und Torsten Zarges. Hörerinnen und Hörer können sich beteiligen unter der Telefonnummer 0800 2254 2254, per E-Mail unter gespraech@deutschlandfunkkultur.de – sowie auf Facebook und Twitter.

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