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Echtzeit | Beitrag vom 12.09.2015

Serie: Mehr als ein Mord - Der Fall Khaled Idris Bahray (6)Endstation Dresden

Von Jenni Roth

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Ein Flüchtling wartet in einer Dresdner Wohngemeinschaft (Deutschlandradio / Angelika Grossmann)
Ein Flüchtling wartet in einer Dresdner Wohngemeinschaft (Deutschlandradio / Angelika Grossmann)

Gerade kommen unzählige Flüchtlinge - auch Eritreer - im "Zug der Hoffnung" über München in Dresden an. Am Bahnhof: Bilder von Menschen, die es geschafft haben. Kaputt sind, aber auch erleichtert. Auch Khaled kam auch im Zug an, im Juli 2014, in München. Er hatte geschafft, wovon viele seiner Landsleute träumen: endlich Deutschland, endlich Sicherheit. Und dann endete seine Reise hier.

Warum, das soll jetzt der Strafprozess in Dresden klären, den die Autorin Jenni Roth begleitet. Der Menschenrechtsaktivist Yonas Endrias hat mit der Vollmacht von Khaleds Mutter eine zweite Obduktion beantragt. Und eine Anwältin engagiert, die er durch den Fall Oury Jalloh kannte, den Mosambikaner, der an lebendigem Leib in einer Dessauer Polizeizelle verbrannte. Sie soll im Auftrag von Khaleds Familie herausfinden, was wirklich passiert ist.

Nur: Was heißt das, die Wahrheit? Selbst wenn es gelingen würde, den Tathergang lückenlos zu rekonstruieren und juristisch zu bewerten - was wissen wir dann? Dass ein Asylbewerber einen anderen getötet hat. Aber das ist ja eigentlich nur das traurige Ende dieser Geschichte. Die mit dem Polizeistaat in Eritrea angefangen hat. Mit der Flucht. Oder mit unserem Asylsystem. Oder mit der unheiligen Kombination all dieser Aspekte. Auch mit Blick auf die NPD-Vertreter in den Zuschauerreihen: Ist dieser Prozess also vielleicht mehr als nur die Aufklärung eines Tathergangs?

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Fazit

Spanischer BürgerkriegDie Transformation einer Gedenkstätte
Blick auf das Tal der Gefallenen (Valle de los Caidos) nahe Madrid, der Gedenkstätte zu Ehren der Gefallenen der faschistischen Truppen Francos im Spanischen Bürgerkrieg (undatiertes Archivfoto). Diktator Franco hatte die Anlage als Monument seines Sieges über die spanische Republik von politischen Gefangenen in Zwangsarbeit errichten lassen. Er selbst wurde nach seinem Tod am 20.11.1975 in den größtenteils unterirdisch in den Fels gehauenen Räumlichkeiten beigesetzt.  (picture alliance / epa / efe)

Das Valle de los Caidos ist als Gedenkstätte für die Gefallenen des Spanischen Bürgerkriegs umstritten: Lange Zeit diente es vor allem dem Selbstbild des Diktators Franco. Das Projekt "Deep Space" will Besuchern des Ortes auch die dunkle Seite vor Augen führen.Mehr

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