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Echtzeit | Beitrag vom 23.06.2018

Serie "Klassik drastisch" – Folge elfLili Boulanger – "Soir sur la Plaine"

Von Devid Striesow und Axel Ranisch

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Devid Striesow und Axel Ranisch liegen auf dem Boden, die Köpfe nebeneinander (Deutschlandradio / Anja Schäfer)
Devid Striesow (li.) und Axel Ranisch (re.) (Deutschlandradio / Anja Schäfer)

Traurig und lichtdurchflutet, so beschreibt Axel Ranisch das Werk von Lili Boulanger. Der Klassik-Nerd liebt ihre Kompositionen. Lili Boulanger erhielt 1913 als erste Frau überhaupt den renommierten Grand Prix de Rome – und starb mit nur 24 Jahren.

"Ihr Werk ist einzigartig. So traurig und so lichtdurchflutet zugleich." – Axel Ranisch ist begeistert. "Sie", das ist Lili Boulanger. In unserer Serie geht es heute um das Werk der Komponistin. Die sonst so überschwänglichen Klassik-Nerds werden ganz still und andächtig: Lili Boulanger (1893-1918) wurde 1913 auf einen Schlag bekannt, als sie, als erste Frau überhaupt, den renommierten Grand Prix de Rome in der Sparte Musik für sich entschied. Mit damals 19 Jahren schlug sie alle männlichen Mitbewerber aus dem Rennen und zog mit einem Stipendium in die Villa Medici in Rom ein.

Sie stürzte sich Zeit ihres Lebens in die Musik

Leider war Lili Boulanger kein langes Leben beschieden. Was für ein Werk wäre da noch entstanden! Sie litt seit dem 3. Lebensjahr unter chronischen Krankheiten, durfte kaum unter Menschen sein und starb mit nur 24 Jahren. Umso mehr stürzte sie sich Zeit ihres Lebens in die Musik.

Axel Ranisch hat heute ein Chorwerk seiner Lieblingkomponistin mitgebracht, das im Zuge ihrer Bewerbung für den "Rom-Preis" entstanden ist. Ein Stück, das so schön und dabei so tieftraurig zugleich ist, dass man es kaum aushält. Boulanger war sich ihrer prekären gesundheitlichen Situation immer bewusst. "Sie war nie Kind – durfte es nie sein. Durfte aber auch nie erwachsen werden". Vielleicht ist es auch diese Spannung, die man in ihren Werken hört.

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