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Echtzeit | Beitrag vom 21.04.2018

Serie "Klassik drastisch" – Folge dreiSchuberts siebte, achte oder neunte "Unvollendete"

Von Devid Striesow und Axel Ranisch

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Devid Striesow und Axel Ranisch  (Deutschlandradio/ Sandra Ketterer)
Gut 14 Mal setzte Schubert an, eine Symphonie zu schreiben. Devid Striesow und Axel Ranisch sind begeistert. (Deutschlandradio/ Sandra Ketterer)

Verzaubert springen Axel und Devid heute zwischen Musikausschnitten und Portraits Franz Schuberts hin und her. Warum darf die Schönheit in dessen „Unvollendeter“ nicht sein? Muss es ständig Hiebe und Blitze regnen? Und wie überlebt man das als Zuhörer?

Ob es die siebte, die achte oder die neunte "Unvollendete" ist, die Axel Ranisch in dieser dritten Folge der Serie "Klassik drastisch" mitbringt, lässt sich schwer sagen. Gut 14 Mal setzte Schubert an, eine Symphonie zu schreiben, und in der Literatur ist man sich uneins, wie die Bezeichnung denn nun zu lauten habe. Macht aber nichts, der Schönheit der "Unvollendeten" aus dem Jahr 1822 tut das keinen Abbruch. In diesem Jahr war Schubert 25 Jahre alt – genauso wie Prokofjew, um den es in der letzten Folge ging. Ob er auch genauso verliebt gewesen ist?

Schubert ist für die beiden Klassik-Nerds Striesow und Ranisch der "Inbegriff des romantischen Künstlers", nicht zuletzt durch seine 600 Lieder starken Zyklen. Er sei arm, schmächtig und kränklich gewesen. Ein wildes Leben habe er geführt mit wilden Exzessen und das Geld zum Fenster hinausgeschmissen. Zum Glück hat Schubert aber nicht nur gefeiert, sondern auch viel gearbeitet. Sonst hätten Striesow und Ranisch weit weniger zu fachsimpeln.

Axel Ranisch und Devid Striesow (Axel Ranisch und Devid Striesow)Die "Klassik-Nerds" meinen es ernst! (Axel Ranisch und Devid Striesow)"Es ist Liebe!" Devid Striesow und Axel Ranisch verbindet eine gemeinsame Leidenschaft, die nur bedingt mit Film, Theater und Schauspielerei zu tun hat. Die beiden sind von klein auf Klassik-Nerds. Und stoßen in ihrem Umfeld nicht selten auf Unverständnis, wenn sie wieder heimlich dirigierend vor der Stereoanlage stehen.

In der "Echtzeit" dürfen sie ihre Passion in den nächsten Wochen einmal so richtig ausleben. Vorausgesetzt, sie kommen auf den Punkt. Denn für jedes Werk, das sie sich gegenseitig mitbringen und vorstellen, haben sie nur etwa fünf Minuten Zeit. Fünf Minuten für "elefantöse Momente", für "die Zärtlichkeit in Tönen" oder die Tragik eines ganzen Komponistenlebens. Die Betriebstemperatur ist entsprechend hoch. Der Tonfall persönlich. Und stillgesessen wird wenig. Dafür gesungen: "Devid trifft einfach jeden Ton! Dafür kommt Axel höher."

Fazit

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