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Echtzeit | Beitrag vom 09.06.2018

Serie "Klassik drastisch"#9 Claudio Monteverdi und das "Magnificat" aus seiner "Marienvesper"

Von Devid Striesow und Axel Ranisch

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Axel Ranisch (li.) und Devid Striesow (re.) "Klassik drastisch". (Deutschlandradio / Anja Schäfer)
Axel Ranisch (li.) und Devid Striesow (re.) "Klassik drastisch". (Deutschlandradio / Anja Schäfer)

Wie schafft man musikalisch einen sakralen Raum? Diese Frage beschäftigt die Klassik-Nerds Devid Striesow und Axel Ranisch am Beispiel von Claudio Monteverdis "Magnificat", eingespielt von Christina Pluhar und dem Ensemble L'Arpeggiata.

Heute sind die Klassik-Nerds auf fremden Terrain unterwegs: Dass die "Alte Musik" ein Ding für sich ist, darüber sind sie sich schnell einig. Aber wie nähert man sich einem Werk, das aus einer Zeit kommt, in die man sich aus heutiger Sicht kaum mehr hineinversetzen kann? Ihr Vorschlag: Man nehme eine Leiter und ein bisschen Zeit - und renoviere dabei eine Wohnung.

"Jenseits des Wissens gibt es die Wirkung" - und die entfaltet sich ganz unweigerlich - gestern wie heute. Dieses "Magnificat" eröffnet einen sakralen Raum, den die Klassik-Nerds mit Respekt betreten. Diese Musik ist ihnen fremd aber zieht sie dennoch in ihren Bann. Als ob die Sänger und Instrumentalisten "ein Abbild des Himmelsgewölbes in Klängen schaffen", scheint es ihnen. Doch dann kommt es zur unbefleckten Empfängnis. Und da geht es in der ausgewählten Aufnahme von Christina Pluhar und dem Ensemble L'Arpeggiata doch etwas überschwänglicher zur Sache als in anderen Aufnahmen der Marienvesper. Auch das ist ja das Spannende an Monteverdi: Keine Aufnahme gleicht der anderen.

Die beiden Klassik-Nerds Devid Striesow und Axel Ranisch schauen auf witzige Weise ernst in die Kamera (Axel Ranisch und Devid Striesow)Devid Striesow und Axel Ranisch (Axel Ranisch und Devid Striesow)"Es ist Liebe!": Devid Striesow und Axel Ranisch verbindet eine gemeinsame Leidenschaft, die nur bedingt mit Film, Theater und Schauspielerei zu tun hat. Die beiden sind von klein auf Klassik-Nerds. Und stoßen in ihrem Umfeld nicht selten auf Unverständnis, wenn sie wieder heimlich dirigierend vor der Stereoanlage stehen.

In der "Echtzeit" dürfen sie ihre Passion einmal so richtig ausleben. Vorausgesetzt, sie kommen auf den Punkt. Denn für jedes Werk, das sie sich gegenseitig mitbringen und vorstellen, haben sie nur etwa fünf Minuten Zeit. Fünf Minuten für "elefantöse Momente", für "die Zärtlichkeit in Tönen" oder die Tragik eines ganzen Komponistenlebens. Die Betriebstemperatur ist entsprechend hoch. Der Tonfall persönlich. Und stillgesessen wird wenig. Dafür gesungen: "Devid trifft einfach jeden Ton! Dafür kommt Axel höher."


Die Spotify-Playlist zu "Klassik drastisch"

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