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Echtzeit | Beitrag vom 19.06.2021

Serie "Klassik drastisch"#34 Friedrich Gulda: Concerto for Ursula

Von Devid Striesow und Axel Ranisch

Luftaufnahme von Devid Striesow und Axel Ranisch mit einem bunten Regenschirm. (Deutschlandradio / Dennis Pauls)
Devid Striesow und Axel Ranisch sind Klassik Drastisch. (Deutschlandradio / Dennis Pauls)

Heute wird es wild und ekstatisch. Der Pianist und Komponist Friedrich Gulda steht im Fokus mit einem Werk von 1982, das seiner Lebensgefährtin, der Sopranistin Ursula Anders gewidmet ist.

So schillernd wie die Figur Gulda selbst ist auch dieses Konzert, in dem die beiden zwar nicht nackt auftraten wie noch kurz zuvor in "Opus Anders" und doch die Grenzen der Konvention sprengten. "Witzig" war das nicht, darauf legte Gulda großen Wert, stellen Devid und Axel gemeinsam fest. Aber mindestens humorvoll. Und ein Stück weit auch unberechenbar.

"Er hatte so diesen typischen Schmäh", erinnert Axel, "dieses leicht arrogante, so von oben herab". Kein Wunder, meint Devid: "Mit 20 stand er da, wo andere am Ende stehen, in der Carnegie Hall." Und war dabei im "Herzen eigentlich immer ein Jazzer". "Er war eben ein Anarchist", so Devid weiter, "er hat es weit getrieben, auf die Spitze getrieben, seine Kunst". So hatte er zum Beispiel "keine Lust mehr auf den Frack, kam in bunten Hemden auf die Bühne, dann hatte er keine Lust mehr auf festgelegte klassische Kompositionen und hat sich" in Richtung einer "Art Anima-Musik" bewegt. "Frei allerdings nicht nur in Melodie und Rhythmus, sondern auch frei von Klamotten." Auch in dem Konzert für Singstimme, Orgel und Orchester, um das es hier heute geht, kommt einiges zusammen. Es wird gejodelt und Höhepunkte werden erklommen, "Zwergl" treten auf und am Ende fahren die Englein in den Himmel. Ein großer Spaß!

Fazit

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