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Kompressor | Beitrag vom 29.01.2019

Serie "Gestalten!"Die Durchreiche

Von Nikolaus Bernau

Eine Durchreiche verbindet Küche und Speisezimmer. (imago/Bernd Friedel)
Teil der Inszenierung von Familienleben: Die Durchreiche in einer DDR-Plattenbauwohnung, hier zu sehen im DDR-Museum. (imago/Bernd Friedel)

Die Durchreiche - in vielen Gebäuden nicht wegzudenken. Ein Ort der Unterdrückung der Frau? Unter anderem dieser Frage geht unser Kritiker Nikolaus Bernau in unserer Reihe "Gestalten!" nach.

Die Durchreiche: Zwangsinstrument in Gefängnissen oder Klöstern, um die Abschließung der Menschen von der Außenwelt zu garantieren. In bürgerlichen Haushalten war sie ein Mittel, um die Arbeit, die in der Küche, beim Geschirrabspülen und Aufräumen geleistet wird, wie in den Meisterhäusern des Bauhauses in Dessau hinter Schiebetüren unsichtbar werden zu lassen.

In DDR-Plattenbauten wurden mit viel Glas und zart gehaltenem Holz gestaltete Durchreich-Wände genutzt, um Küchen und Essplätze miteinander zu verbinden, ohne sie voneinander abzuschließen. Die Arbeit in der Küche kann hier Teil der Inszenierung von Familienleben werden, ohne dass man mit Kohlgeruch und lautem Geklapper leben musste wie in aktuell modischen Wohnküchenräumen.

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