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Kulturnachrichten

Donnerstag, 12. April 2018

Sergio Pitol gestorben

Cervantes-Preisträger starb mit 85 Jahren

Der mexikanische Schriftsteller Sergio Pitol ist tot. Er starb nach langer Krankheit im Alter von 85 Jahren in seinem Haus in Xalapa im Osten des Landes, wie das mexikanische Kulturministerium am mitteilte. Pitol galt als einer der originellsten Erzähler Lateinamerikas. 2005 wurde der Autor von "Eheleben", "Defilee der Liebe" und "Die göttliche Schnepfe" mit dem Cervantes-Preis, der höchsten literarischen Auszeichnung in der spanischsprachigen Welt, ausgezeichnet. "Seit meiner Kindheit waren die Literatur und das Theater stets meine Zufluchtsorte", sagte Pitol einmal. Der spanische Autor Enrique Vila-Matas nannte ihn "den besten Schriftsteller der spanischen Sprache unserer Zeit". Pitol beherrschte sieben Sprachen und übersetzte Werke von Anton Tschechow, Henry James oder Joseph Conrad.

Grimme-Preise werden verliehen

Es ist der wichtigste deutsche Fernsehpreis

In Marl wird heute Abend der 54. Grimme-Preis für herausragende Fernsehproduktionen verliehen. Mit der Netflix-Serie "Dark" erhält zum ersten Mal ein Streamingdienst eine der begehrten Auszeichnungen. Unter den Preisträgern befindet sich erneut auch ZDF-Satiriker Jan Böhmermann. Insgesamt werden in diesem Jahr 13 Grimme-Preise, ein Spezialpreis sowie eine Auszeichnung für eine besondere journalistische Leistung in den vier Kategorien Fiktion, Unterhaltung, Information und Kultur sowie Kinder und Jugend vergeben. Der undotierte Grimme-Preis gilt als wichtigster deutscher Fernsehpreis.

Musikpreis Echo verliehen

Umstrittene Rapper ausgezeichnet

Die Rapper Kollegah und Farid Bang haben den Echo in der Kategorie Hip-Hop/Urban National gewonnen. Die Nominierung hatte schon vorab für eine heftige Diskussion gesorgt. Auch Campino, Sänger der Toten Hosen, hatte beide auf der Bühne kritisiert und gesagt, bei Antisemitismus und Frauenfeindlichkeit sei eine Grenze überschritten. Campino habe sich als moralische Instanz aufgespielt, das gebühre einem so großen Musiker wie Campino nicht, sagte Kollegah- und erntete laute Buh-Rufe und Pfiffe aus dem Publikum. Im Zentrum der Kritik steht die Textzeile "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen". Helene Fischer wurde in der Kategorie Schlager zum 17. Mal ausgezeichnet, Ed Sheeran bekam die wichtigen Preise für Hit des Jahres und bestes Album - war aber selbst nicht in Berlin dabei. Milky Chance räumte als beste deutsche Popband ab, Die Toten Hosen wurde in der Kategorie Rock national ausgezeichnet. Sänger Mark Forster hat seinen ersten Echo gewonnen. Der puerto-ricanische Popstar Luis Fonsi ("Despacito") ist als bester Newcomer international ausgezeichnet worden.

Literaturnobelpreis: Akademie-Vorsitzende tritt zurück

Von einst 18 Mitgliedern sind jetzt nur noch 11 aktiv

Die Schwedische Akademie, die Jury für den Literaturnobelpreis, zerbricht nach ihrem Korruptions- und Belästigungsskandal mehr und mehr: Jetzt trat die Ständige Sekretärin Sara Danius zurück. Sie gebe nicht nur den Vorsitz, sondern auch ihren Sitz in der Akademie auf, sagte Danius nach einer Sitzung des Gremiums schwedischen Journalisten. "Das war der Willen der Akademie, und nach diesem Willen richte ich mich." Die 56 Jahre alte Literaturwissenschaftlerin war 2015 zur Ständigen Sekretärin ernannt worden und damit die erste weibliche Vorsitzende des Gremiums, das den Literaturnobelpreisträger oder die Literaturnobelpreisträgerin auswählt. Zuletzt war sie wegen ihres Umgangs mit einem Belästigungs- und Korruptionsskandal in der Akademie stark kritisiert worden. Drei Mitglieder hatten ihre Arbeit niedergelegt, weil die Akademie keine ausreichenden, auch personellen Konsequenzen aus der Affäre habe ziehen wollen.

Cliff Richard zieht gegen BBC vor Gericht

Die BBC habe ihre Kameras genutzt, um das Haus des Sängers "auszuspionieren"

Die britische Rocklegende Cliff Richard ist gegen die BBC vor Gericht gezogen. Richard hatte den öffentlich-rechtlichen Sender verklagt, weil er Aufnahmen einer polizeilichen Durchsuchung seines Hauses ausgestrahlt hatte, jetzt begann im High Court in London der Prozess. Die umstrittenen Aufnahmen entstanden bereits im Jahr 2014, als die Polizei wegen eines mutmaßlichen sexuellen Übergriffs gegen den heute 77-jährigen Sänger ermittelte und sein Haus durchsuchte. Richard wurde nie eines Verbrechens angeklagt. Die Ausstrahlung der BBC-Aufnahmen von der Hausdurchsuchung hätten Richards Ruf geschädigt, hieß es in der Klage. Die BBC habe ihre Kameras genutzt, um das Haus des Sängers "auszuspionieren", sagte sein Anwalt Justin Rushbrooke. Die BBC kündigte eine "energische" Gegendarstellung an.

Neuer Intendat bei Niedersächsischen Musiktagen

Anselm Cybinski folgt auf Katrin Zagrosek

Die Niedersächsischen Musiktage bekommen mit Anselm Cybinski einen neuen künstlerischen Leiter. Der 50-Jährige werde im kommenden Herbst die Intendanz übernehmen und damit Katrin Zagrosek ablösen, teilte eine Sprecherin der Musiktage mit. Nach sieben Jahrgängen als geschäftsführende Intendantin wechselt Zagrosek zur Internationalen Bachakademie Stuttgart. Cybinski ist seit 2014 stellvertretender Geschäftsführer des Münchener Kammerorchesters. Der gebürtige Freiburger war laut Sprecherin nach dem Violinstudium sieben Jahre lang Mitglied des Osnabrücker Symphonieorchesters.

Fabrice Fries wird neuer AFP-Präsident

Verwaltungsrat wählt 58-Jährigen zum Nachfolger von Emmanuel Hoog

Fabrice Fries wird neuer Präsident der Nachrichtenagentur AFP. Der Verwaltungsrat der Agentur wählte den früheren Chef der Kommunikationsagentur Publicis Consultants am Donnerstag mit 13 von 18 Stimmen. Er folgt Emmanuel Hoog nach, der nach acht Jahren an der AFP-Spitze seinen Rückzug angekündigt hat. Fabrice Fries leitete bis 2016 die Kommunikations- und PR-Agentur Publicis Consultants. Zuvor arbeitete er bei den Gruppen Vivendi und Havas. Er studierte an den US-Universitäten Berkeley und Harvard sowie an den französischen Elitehochschulen Sciences Po und Ena. AFP ist neben Associated Press (AP) und Thomson Reuters eine der drei großen Weltagenturen. Das Unternehmen beschäftigt rund 2400 Mitarbeiter in gut 150 Ländern.

Walt Disney muss für ganz Sky bieten

Disney muss mindestens so viel bieten wie Fox

Der US-Medienkonzern Walt Disney muss im Zuge der milliardenschwere Übernahme von Anteilen an Twenty-First Century Fox ein Angebot für den gesamten britischen Bezahlsender Sky vorlegen. Der Konzern des Medienunternehmers Rupert Murdoch hält derzeit 39 Prozent an Sky. Vor 17 Monaten hatte er eine Offerte für den Rest des Bezahlsenders vorgelegt, wartet aber immer noch auf die Genehmigung. Disney hat in der Zwischenzeit mit Fox die Übernahme des Kino- und TV-Geschäfts für 52 Milliarden Dollar vereinbart. Dazu zählt auch der Sky-Anteil. Sollte Fox vor Abschluss des Geschäfts Sky gänzlich übernommen haben, oder sollte ein anderes Unternehmen wie der US-Kabelkonzern Comcast mehr als die Hälfte an Sky kaufen, gelte die Vorschrift nicht, teilte die Aufsicht weiter mit. Comcast hatte am 27. Februar eine Offerte für Sky vorgelegt.

Spike Lee und Wim Wenders beim Festival in Cannes

Festival gibt Programm bekannt

Der amerikanische Regisseur Spike Lee wird auf dem Filmfestival in Cannes seinen neuen Film "BlacKkKlansman" im Wettbewerb vorstellen. Das teilte die Festivalleitung in Paris mit. Um die Goldene Palme konkurriert auch der französische Altmeister Jean-Luc Godard mit "Le Livre d'image". Eröffnet wird das 71. Festival von Cannes am 8. Mai mit "Everbody Knows" (Todos Lo Saben) des iranischen Regisseurs und Oscarpreisträgers Asghar Farhadi. Der Film mit Penelope Cruz und Javier Bardem läuft ebenfalls im Hauptrennen. Außerhalb des Wettbewerbs stellt Wim Wenders seinen Dokumentarfilm "Pope Francis. A man of his word" über Papst Franziskus vor. Vorsitzende der Wettbewerbs-Jury ist die australische Schauspielerin Cate Blanchett. Das Festival dauert bis zum 19. Mai.

Künstlerhaus in Gedenken an Roger Willemsen

"Villa Willemsen" wird am 3. Mai eröffnet

In Erinnerung an den Publizisten und TV-Moderator Roger Willemsen soll ein Künstlerhaus seinen Namen tragen. Eröffnet werde es in seinem Wohnhaus in Wentorf bei Hamburg, teilten die Initiatoren mit. In der "Villa Willemsen" sollen "außergewöhnliche Talente" und "künstlerische Projekte" gefördert werden. Initiatoren sind der Mare Verlag und die neu gegründete Roger-Willemsen-Stiftung.
Willemsen war im Februar 2016 im Alter von 60 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung in Wentorf gestorben. Die Idee zu dem Künstlerhaus sei wenige Tage vor seinem Tod entstanden.

Fall Dieter Wedel: Abschlussbericht liegt vor

Betroffenen wurde kein nachhaltiger Schutz gewährt

Der vorläufige Abschlussbericht des Saarländischen Rundfunks zum Fall Dieter Wedel kritisiert Machtkonzentration und fehlendes Handeln der Verantwortlichen. "Insgesamt sind die damaligen Funktionsträger bei Telefilm Saar und SR an heutigen Maßstäben gemessen der besonderen Verantwortung, die nach der Erhebung der Vorwürfe angebracht gewesen wären, nicht gerecht geworden", erklärte der Leiter der Taskforce, Justiziar Bernd Radeck. Im Januar hatte die Wochenzeitung "Die Zeit" über Anschuldigungen mehrerer Darstellerinnen berichtet, die dem heute 75 Jahre alten Regisseur Wedel sexuelle Übergriffe am Rande von Dreharbeiten vorwerfen. Die mutmaßlichen Fälle liegen mehrere Jahrzehnte zurück. Der Regisseur bestreitet die Darstellungen. Die "Zeit" stützte ihre Berichterstattung unter anderem auf Akten aus dem Archiv des SR zur Serienproduktion "Bretter, die die Welt bedeuten" in den 1980er Jahren.

Bayreuths Opernhaus wird wiedereröffnet

Die Sanierung hat rund 30 Millionen Euro gekostet

Sechs Jahre dauerte die aufwendige Sanierung, nun öffnet das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth wieder. Dazu kommt die Oper auf die Bühne, die schon zur Eröffnung 1748 gegeben wurde: "Artaserse" von Johann Adolph Hasse.
Das Opernhaus gilt als einzigartiges Zeugnis barocker Theaterkultur und steht deshalb seit 2012 auf die Liste des Unesco-Weltkulturerbes. Errichten ließ es die Markgräfin Wilhelmine (1709-1758). Die preußische Prinzessin machte aus der Provinzstadt Bayreuth ein Zentrum für Kunst und Kultur. Das Markgräfliche Opernhaus war auch der Grund, warum der Komponist Richard Wagner im 19. Jahrhundert nach Bayreuth kam. Das barocke Haus erwies sich dann allerdings für seine Bühnen-Ideen als unbrauchbar, deshalb lies er das Festspielhaus bauen. So hat Bayreuth zwei weltweit bedeutsame Opernhäuser vorzuweisen.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Kevin Spacey

Offenbar weitere Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe gegen den Schauspieler

In Kalifornien beschäftigt sich die Staatsanwaltschaft mit Vorwürfen gegen den US-Schauspieler Kevin Spacey. Die Staatsanwaltschaft im US-Bundesstaat Kalifornien prüft einen Fall, der gut 25 Jahre zurückliegen soll. Die Angelegenheit "wird geprüft", teilte die Polizei im Bezirk Los Angeles mit. Nach Angaben der Polizei wirft ein Mann Spacey vor, im Herbst 1992 in West Hollywood einen sexuellen Übergriff auf ihn verübt zu haben. Dem seien die Ermittler seit Dezember nachgegangen und hätten den Fall am 5. April einer Arbeitsgruppe für Sexualverbrechen in der Unterhaltungsbranche bei der örtlichen Bezirksstaatsanwaltschaft übertragen. Nachdem die Vorwürfe gegen Spacey bekannt geworden waren, hat der Schauspieler neben seiner Hauptrolle in der Netflix-Serie "House of Cards" auch seine Künstleragentur verloren. Künftige Projekte des 58-Jährigen liegen auf Eis.

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