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Dienstag, 12.11.2019
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 9. Juni 2017

Semperoper-Foyer: Restauration bei laufendem Betrieb

Kosten werden mit rund 180.000 Euro beziffert

Mehr als 30 Jahre nach Wiedereröffnung der Dresdner Semperoper sind nun auch Restaurierungsarbeiten in den Foyers notwendig. Vorgesehen seien bei laufendem Betrieb bis Ende des Jahres umfassende Maßnahmen im unteren Foyer an den Deckengewölben, Wänden und der Stuckverkleidung, sagte Ulf Nickol, Niederlassungsleiter des sächsischen Immobilien- und Baumanagements. Die Kosten werden mit rund 180.000 Euro beziffert. Voraussichtlich 2019 soll auch das obere Foyer restauriert werden. Wegen des täglichen Betriebes mit mehreren Tausend Besuchern komme es zu Abnutzungs- und Verschleißerscheinungen, zum Teil seien Kanten abgeschlagen, sagte der leitende Restaurator Hans-Christoph Walther. Die Wände und Deckenfassungen werden nun gereinigt, retuschiert und beschädigte Vergoldungen oder Goldgravuren restauriert.

Künstlersozialkasse senkt Firmenbeiträge

Mehr Unternehmen haben Abgaben angemeldet

Die Künstlersozialkasse (KSK) senkt erneut die Beiträge der beteiligten Unternehmen. Der Satz gehe von 4,8 Prozent in diesem auf 4,2 Prozent im kommenden Jahr zurück, teilte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) mit. Nach Angaben des Arbeitsministeriums ist es wegen der verstärkten Prüfung der Rentenversicherung gelungen, 2015 und 2016 weitere 50 000 Unternehmen, Vereine und andere Institutionen in die Pflicht zu nehmen. Zusätzlich hätten sich 17 000 Unternehmen selber bei der KSK gemeldet. In ihr sind 185 000 selbstständige Künstler und Publizisten pflichtversichert.

Deutscher Bühnenverein tagt in Dresden

Thematischer Schwerpunkt ist der Umgang mit Rechtspopulismus

In Dresden findet die diesjährige Tagung des Deutschen Bühnenvereins statt. Noch bis Samstag treffen sich im Kraftwerk Mitte rund 250 Intendanten, Verwaltungsdirektoren sowie Kulturpolitiker der deutschen Theater und Orchester. Aus Anlass der Tagung würdigte Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange das Theater als einen "Akteur in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung". Bühnen seien "aufklärerische, philosophische und widerständige" Orte, erklärte Stange. Thematischer Schwerpunkt ist dieses Jahr der Umgang mit rechtsnationalen Parteien und Rechtspopulisten und die Frage, wie sich Theater und Orchester nachhaltig für die Demokratie engagieren können. Am Samstag wird zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion unter dem Motto "Wir müssen reden! Das Fremde und das Eigene" eingeladen. Stange betonte, sächsische Theater nähmen "die schrillen Misstöne des Populismus auf und wüssten, ihnen etwas entgegen zu setzen". Zudem würdigte die Ministerin Bühnen als Orte, in denen Inklusion im besten Sinne stattfinde, "weil sie Raum schaffen für transkulturelle Begegnung, Hilfestellung und kulturelle Bildung für alle".

Schlichtung im Führungsstreit um Beuys-Museum

Mediationsverfahren zwischen Ex-Direktorin und Stiftung Moyland

Der Streit um die künstlerische Leitung des Beuys-Museums Schloss Moyland am Niederrhein soll am Verhandlungstisch beigelegt werden. Beide Seiten hätten einem Mediationsverfahren zugestimmt, teilte das Landesarbeitsgericht in Düsseldorf mit. Die langjährige künstlerische Direktorin Bettina Paust hatte in erster Instanz erfolgreich gegen ihre Rückversetzung auf den Posten der Vize-Direktorin geklagt. Im Revisionsverfahren hatte das Landesarbeitsgericht eine Mediation vorgeschlagen. Die Stiftung Moyland hatte Pausts Sieben-Jahres-Vertrag nicht verlängert, weil die Besucherzahlen zu niedrig seien. Für die grundlegende Modernisierung des Hauses war Paust bundesweit gelobt worden.

Wikimedia bringt Streit um Gemälde-Fotos vor BGH

OLG Stuttgart entschied zugunsten der Reiss-Engelhorn-Museen - ließ aber Revision zu

Der Streit um die Rechte an Fotos von Kunstwerken, die selbst keinen Urheberschutz mehr beanspruchen können, wird den Bundesgerichshof beschäftigen. In dem Fall geht es um Fotografien von Bildern in den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen, die ungefragt im Online-Lexikon Wikipedia veröffentlicht wurden. Das Oberlandesgericht Stuttgart bestätigte in einer Entscheidung ein Urteil des Landgerichtes Stuttgart. Danach darf allein das Museum darüber entscheiden, wer Fotos von Ausstellungsgegenständen ins Netz stellen darf - sofern das Museum auch das Eigentumsrecht an den Gegenständen besitzt. Das OLG ließ jedoch eine Revision zu. Wikimedia kündigte an, den Fall vor den Bundesgerichtshof zu bringen. "Die Entscheidung wird grundlegende Auswirkungen auf den Umgang mit dem kulturellen Erbe haben, nicht nur für die Wikipedia-Community in Deutschland", erklärte Abraham Taherivand, Geschäftsführender Vorstand von Wikimedia Deutschland. Ein Besucher hatte Gegenstände wie antike Vasen und Münzen abfotografiert und die Bilder auf die Mediendatenbank Wikimedia des Onlinelexikons Wikipedia hochgeladen. Zudem scannte er Fotografien von Kunstobjekten ein, die das Museum für eigene Publikationen in Auftrag gegeben hatte. Mit der Veröffentlichung bei Wikipedia und der dort verwendeten Creative-Commons-Lizenz war auch eine unentgeltliche kommerzielle Nutzung möglich. Hiergegen ging das Museum vor.

Diane Keaton erhält begehrten Preis für Lebenswerk

American Film Institute verlieh ihr den Life Achievement Award

Schauspielerin Diane Keaton ist vom American Film Institute (AFI) für ihr Lebenswerk geehrt worden. Die 71-Jährige erhielt in Los Angeles den begehrten Life Achievement Award des Instituts. "Es ist die Hochzeit, die ich nie hatte, und die Pensionierungsparty, die ich nie wollte", sagte Keaton dem Magazin «Hollywood Reporter» vor der Preisverleihung. Das Institut würdigte Keaton mit den Worten: "Schauspielerin, Künstlerin, Ikone - Diane Keaton ist sicherlich vieles, aber unbestreitbar gibt es nur eine Diane Keaton." Die Filmemacher würdigten insbesondere ihren Auftritt in der Komödie "Der Stadtneurotiker" von Woody Allen, mit der sie im Jahr 1977 zum ersten Mal große Bekanntheit erlangte. Der AFI Life Achievement Award ehrt jährlich eine Person, "deren Karriere in Film oder Fernsehen in großem Ausmaß die amerikanische Kultur bereichert" und "die Zeit überdauert hat". Zu den Preisträgern der Vergangenheit gehören u.a. Tom Hanks, Meryl Streep, Dustin Hoffman und Steven Spielberg.

Ulrich Tukur bekommt Emder Schauspielpreis 2017

Auszeichnung ist mit 5000 Euro dotiert

Der Schauspieler Ulrich Tukur wird am Sonntag mit dem Emder Schauspielpreis geehrt. Er erhält die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung für seine herausragenden schauspielerischen Leistungen, wie die Organisatoren des 28. Internationalen Filmfestes Emden-Norderney mitteilten. Tukur ist bekannt durch seine Rollen in Kinofilmen wie "John Rabe" und "Das Leben der anderen", aber auch als Wiesbadener "Tatort"-Kommissar Felix Murot. Tukur überzeuge seit langem durch außergewöhnliche Leistungen in Film und Fernsehen, sagte Filmfestleiter Rolf Eckard.

Journalismus-Konferenz des Netzwerks Recherche

Rund 700 Teilnehmer in Hamburg

In Hamburg befasst sich seit heute eine Konferenz des Netzwerks Recherche mit aktuellen Themen des Journalismus. Das Leitmotiv "Leiden schafft Recherche" bezieht sich neben der Inhaftierung und Verfolgung von Journalisten auch auf die zunehmende Hetze gegen die Medien. An der Tagung nehmen bis zum Samstag auch zahlreiche Teilnehmer aus der Türkei, den USA, Syrien und Russland teil. Ein zentrales Thema soll der journalistische Umgang mit Rechtspopulisten sein. Darüber werden der Chefredakteur der ARD-Tagesschau, Kai Gniffke und Melanie Amann vom Spiegel mit dem AfD-Politiker Alexander Gauland diskutieren. Journalist Hans Leyendecker wird mit einem Ehrenpreis für seine Verdienste um die Recherche und den Qualitätsjournalismus geehrt. Am Ende der Tagung verleiht das Netzwerk Recherche den Negativ-Preis Verschlossene Auster an eine Person oder Institution, die im vergangenen Jahr gegenüber Medien besonders wenig von sich preisgeben wollte und Auskünfte verweigerte.

Stella verteidigt Schloss-Entwurf mit Kuppelkreuz

Schriftzug "Zweifel" verunstalte seine Architektur

In der Debatte um das geplante Kuppelkreuz auf dem wiedererrichteten Berliner Stadtschloss hat sich erneut der Architekt Franco Stella eingeschaltet. Gegenüber dem "Tagesspiegel" kritisierte er den Vorschlag der Gründungsdirektoren des Humboldt-Forums, das Kreuz mit dem Wort "Zweifel" zu kombinieren. Er fühle sich fast gezwungen zu sagen, dass er das als eine erhebliche Verunstaltung seiner Architektur ansehe, schrieb Stella an die Zeitung. Der Italiener hatte bereits am Wochenende gesagt, dass er die Tilgung des Kuppelkreuzes für "inakzeptabel" hält. Unterstützt wird Stella von beiden christlichen Kirchen, Unionsfraktionschef Kauder und dem Zentralratschef der Muslime, Mazyek. Der rot-rot-grüne Berliner Senat sieht dagegen die weltanschauliche Neutralität des Humboldt-Forums in Gefahr, wenn das Kuppelkreuz realisiert wird.

Gratisbibliothek aus weggeworfenen Büchern

Müllmann rettete 25000 Bücher vor dem Verfall

Der kolumbianische Müllmann José Alberto Gutierrez hat seit 20 Jahren tausende Bücher vom Straßenrand aufgelesen, darunter Romane, Gedichtsammlungen, Erziehungsratgeber - und sein Haus in eine Gratis-Bibliothek mit 25.000 Werken verwandelt. Inzwischen ist Gutierrez in Kolumbien als "Herr der Bücher" bekannt, der Schulen im ganzen Land mit Literatur versorgt, darunter Klassiker von Tolstoi, "Der kleine Prinz", Jostein Gaarders "Sofies Welt", Homers "Ilias" oder Romane von Gabriel García Márquez. Im Jahr 2000 eröffnete er mit seiner Frau Luz Mery im Erdgeschoss seines Häuschens im Arbeiterviertel Nueva Gloria eine kostenlose Bibliothek. Da viele Bücher in einem schlechten Zustand waren, reparierte seine Frau, eine Näherin, die interessantesten Titel. Es meldeten sich freiwillige Helfer, und der Müllmann wurde zu Buchmessen in Santiago de Chile oder im mexikanischen Monterrey eingeladen. Anfangs holte er die Bücher von den Straßen, inzwischen erhält er zahlreiche Buch- und Geldspenden. Heute gleicht das Haus einem Labyrinth aus Papier und die Familie reist im Land umher, um Hunderte arme und entlegene Bezirke mit kostenlosen Büchern zu versorgen.

Kaspar König stellt Skulptur Projekte Münster vor

Performatives und Theatralisches stehen im Vordergrund

Es gibt sie nur alle zehn Jahre. Deshalb üben die Skulptur Projekte in Münster einen besonderen Reiz auf die weltweite Kulturszene aus. Morgen beginnt die fünfte Ausgabe der Schau. Heute stellt der künstlerische Leiter Kaspar König die Freiluft-Großausstellung vor. Im Deutschlandfunk Kultur sagte König vorab, derzeit seien bei den Kunstwerken das Performative, also der Bezug zum Körper, und das Theatralische wichtig. Dies wirke modisch, habe aber seine Gründe. Bis zum 1. Oktober sind verteil tüber das Stadtgebiet in Münster 35 Projekte zu bestaunen, darunter Installationen, Videokunst und Performances genauso wie Skulpturen mit Werken von Gregor Schneider, Thomas Schütte, Pierre Huyghe und Nicole Eisenman. Erwartet werden rund eine halbe Million Kunstinteressierte und Künstler aus 19 Ländern.

Aufbruch am Tanztheater Pina Bausch

Neue Intendantin will Repertoire erweitern

Die neue Intendantin am Tanztheater Wuppertal Pina Bausch stellt heute ihre Pläne für die neue Spielzeit vor. Die Kulturmanagerin Adolphe Binder (48) arbeitet seit Mai in Wuppertal. Den neuen Spielplan hat die vor gut einem Jahr berufene Intendantin und künstlerische Leiterin bereits mitgestaltet. Acht Jahre nach dem Tod der weltbekannten Choreographin Pina Bausch soll sich das Profil des Ensembles weiterentwickeln. Binder hat zuvor die Danskompanie im schwedischen Göteborg geleitet. Davor war sie unter anderem Tanzchefin an der Komischen Oper in Berlin. Das Tanztheater hat über 40 Stücke der Choreographin im Repertoire. Künftig sollen Stücke anderer Choreographen dazukommen.

Streit um "Nazi-Schlampe" beendet

AfD-Politikerin zieht Beschwerde zurück

In der NDR-Satiresendung "extra 3" war die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel "Nazi-Schlampe" genannt worden. Nun hat sie ihre Beschwerde gegen eine Entscheidung des Hamburger Landgerichts zurückgenommen. Die Medienkammer hatte am 17. Mai einen Unterlassungsantrag von Weidel gegen den Sender zurückgewiesen. "Die Entscheidung der Kammer im einstweiligen Verfügungverfahren ist damit rechtskräftig", sagte ein Sprecher. Das Gericht hatte in seinem Beschluss erklärt, dass es bei der Äußerung in klar erkennbarer Weise um Satire gehe, die von der Meinungsfreiheit gedeckt sei. Weidel teilte mit: "Wir haben unseren Punkt gemacht, solche Beleidigungen sind nicht akzeptabel. Dabei ist es letztendlich für uns politisch nicht entscheidend, was irgend ein Gericht dazu meint, deswegen werden wir uns dort auch nicht unnötig verkämpfen."

Taylor Swift kehrt zu Streaming-Dienst zurück

Streit um Künstlerrechte beendet

Nutzer des Musik-Streaming-Dienstes Spotify können ab heute wieder Songs der US-Popsängerin Taylor Swift hören. Auch auf anderen Plattformen wie Tidal und Amazon werden ihre fünf Alben abrufbar sein, bestätigte eine Repräsentantin der Musikerin. Die Sängerin hatte ihre Musik in einem Streit mit Spotify um Künstlerrechte im Jahr 2014 von der Plattform abgezogen. Etwa zeitgleich erschien ihr mit einem Grammy ausgezeichnetes Album "1989", das mehrere Hits hatte. Außer Apple Music durfte keine Plattform das Album für Nutzer streamen. Für ihren Schritt nun hieß es zur Begründung,die Künstlerin wolle ihren Fans für mehr als zehn Millionen verkaufte Alben danken.

Anja-Niedringhaus-Preis für Stephanie Sinclair

Mut im Fotojournalismus geehrt

Die US-Fotojournalistin Stephanie Sinclair (44) hat den Preis für Mut im Fotojournalismus erhalten. Die in New York lebende Sinclair dokumentiert in ihrer Arbeit Schicksale von Frauen, die unter grausamen Praktiken wie Genitalverstümmelung und Säureangriffen leiden. Zu ihren bekanntesten Arbeiten zählt die Serie "Zu jung zum Heiraten" über erzwungene Kinderehen weltweit. Der nach der in Afghanistan getöteten deutschen AP-Fotografin Anja Niedringhaus benannte Preis wurde erstmals 2015 verliehen. Er geht jeweils an eine Fotografin, deren Leben und Arbeit das Vermächtnis Niedringhaus' hochhält.

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