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Kulturnachrichten

Dienstag, 9. Februar 2021

Seltene antike Münze in Nordisrael gefunden

In Nordisrael ist eine 1.800 Jahre alte Münze mit dem Abbild des römischen Kaisers Antoninus Pius gefunden worden. Der Soldat der israelischen Armee, der den Fund des seltenen Stücks bei Truppenübungen im südlichen Karmelgebirge an die israelische Antikenbehörde (IAA) meldete, erhielt eine Anerkennungsurkunde für gute Staatsbürgerschaft, teilte die IAA mit. Auf der Rückseite zeigt die Münze den syrischen Mondgott Men zusammen mit der Legende "des Volkes von Geva Philippi". Sie stammt demnach aus den Jahren 158-159 nach Christus und befindet sich in einem guten Zustand. Die IAA hält es für wahrscheinlich, dass der Besitzer die Münze auf einer der antiken Straßen in dem Gebiet verloren hat, an dem sie nun gefunden wurde. Bisher gebe es erst elf Münzen dieser Prägung, deren genauer Fundort bekannt sei.

Bonner Kunstpreis 2021 geht an Eva Berendes

Eva Berendes erhält den diesjährigen Bonner Kunstpreis. Die 1974 geborene Künstlerin konnte die Jury durch ihr vielfältiges und qualitätsvolles Gesamtwerk überzeugen, wie das Kunstmuseum der Stadt mitteilte. Punkten konnte Berendes auch mit einer Projektskizze, die die Entwicklung einer neuen Skulpturengruppe vorsieht, die sich mit Fragen von Illusion und Alltag, Malerei und Körperbezug beschäftigt. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert.

Berliner Theatertreffen: Das ist die 10er-Auswahl

Die Auswahl zum Berliner Theatertreffen steht. Doppelt vertreten ist das Deutsche Theater in Berlin mit Sebastian Hartmanns "Zauberberg" und Anne Lenks Inszenierung von "Maria Stuart". Auch das Schauspielhaus Zürich kommt zweimal vor, mit "Medea*" von Regisseurin Leonie Böhm und "Einfach das Ende der Welt" von Christopher Rüping. Erstmals sind auch zwei Produktionen eingeladen, deren Premiere wegen der Corona-Pandemie online als Livestream stattfand. Das Theatertreffen zählt zu den renommiertesten Bühnenfestvials. Es sucht jedes Jahr die zehn bemerkenswertesten Inszenierungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Schon die Einladung nach Berlin gilt als Auszeichnung in der Theaterszene. Geplant werde aktuell mit einer digitalen Variante im Mai. Details dazu sollen im März bekanntgegeben werden.

Lizensverlust für unabhängigen Radiosender in Ungarn

Der wichtigste unabhängige Radiosender Ungarns, Klubradio, muss seinen Sendebetrieb einstellen. Ein Gericht in Budapest habe einen Antrag gegen den von der Medienaufsicht angeordneten Lizenzentzug für den Sender abgelehnt, teilte Klubradio-Chef Andras Arato mit. Die Gerichtsentscheidung bezeichnete er als "beschämend und feige". Der Sender werde sein Programm ab kommender Woche online anbieten. Nach dem Urteil muss Klubradio die Ausstrahlung seines Programms am Sonntagabend einstellen - dann läuft seine siebenjährige Sendelizenz ab. Arato kündigte an, gegen die Entscheidung vor den Obersten Gerichtshof zu ziehen. Wegen rechtsstaatlicher Verfehlungen und umstrittener Mediengesetze wird Ungarn seit Jahren kritisiert.

Moskau verlängert Serebrennikow als Theaterchef nicht

Trotz zahlreicher Proteste aus der Kulturwelt hat Moskau den Vertrag von Starregisseur Kirill Serebrennikow als Theaterchef des bekannten Gogol-Zentrums in der Hauptstadt nicht verlängert. Alles in der Welt ende irgendwann einmal, schrieb Serebrennikow. "Aber es beginnt irgendetwas Neues", meinte der international gefeierte Film-, Theater- und Opernregisseur bei Instagram. Serebrennikow, der in der Vergangenheit unter anderem auch in Stuttgart, Berlin und Hamburg inszenierte, wurde im vergangenen Jahr wegen angeblicher Veruntreuung öffentlicher Gelder schuldig gesprochen. Der Richterspruch wurde international als harter Schlag gegen die liberale Kunstszene in Russland kritisiert. Serebrennikow hatte stets seine Unschuld betont. Das Vorgehen gegen den gesellschaftskritischen Künstler galt als politisch motiviert.

Soulsängerin Mary Wilson ist tot

Die Soulsängerin Mary Wilson, Gründungsmitglied des Trios The Supremes und eine der erfolgreichsten US-Musikerinnen der 60er Jahre, ist tot. Sie starb gestern im Alter von 76 Jahren in Las Vegas, wie mehrere US-Medien unter Berufung auf Wilsons langjährigen PR-Agenten berichteten. Zwischen 1964 und 1969 schafften The Supremes insgesamt zwölf Nummer-eins-Hits in den USA. Das Trio mit Wilson und der Leadsängerin Diana Ross gilt als wichtigste Girlgroup der Soulmusik und als weibliches Aushängeschild des afroamerikanisachen Musiklabels Motown. Dessen langjähriger Chef Berry Gordy teilte mit, er sei "extrem geschockt und traurig, vom Tod eines wichtigen Mitglieds der Motown-Familie zu hören".

Grimm-Poetikprofessur 2021 geht an Terézia Mora

Die Autorin Terézia Mora (50) erhält die diesjährige Grimm-Poetikprofessur der Universität Kassel. Damit werde die ungarndeutsche Schriftstellerin für ihr literarisches Schaffen geehrt, teilte die Universität mit. An der nordhessischen Hochschule wird sie voraussichtlich im Juni drei Veranstaltungen halten. Die in Berlin lebende Mora hat mittlerweile zwei Bände mit Erzählungen und vier Romane publiziert. Sie erhielt für ihr Werk bereits zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2013 den Deutschen Buchpreis und 2018 den Büchner-Preis. Die Organisatorin der Grimm-Poetikprofessur, Stefanie Kreuzer, verwies als besonderes Merkmal auf selbstreflexive Momente und spielerisch experimentelle Elemente in Moras Werk wie etwa durchgestrichene Wörter, grafisch strukturierte Textanordnungen oder textlich nebeneinander platzierte simultane Erzählstränge. Die Grimm-Poetikprofessur wird seit 1985 von der Universität Kassel vergeben.
Bisher wurden damit unter anderen Herta Müller, Volker Schlöndorff und Felicitas Hoppe geehrt.

Kinobetreiber: Öffnung zu Ostern wäre wichtig

Mehrere Kino- und Verleihverbände haben sich in einem Brief an Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten gewandt. Sie fordern Planungsparameter für die Filmhäuser und einen bundesweit einheitlichen Öffnungstermin, damit es sich für Verleiher auch eher lohnt, einen neuen Film anlaufen zu lassen. "Sofern sich die positive Entwicklung des Infektionsgeschehens fortsetzt und die Pandemie auch mit Mutationen beherrschbar bleibt, wäre für uns eine Öffnung zu Ostern sehr wichtig", heißt es in dem Schreiben. Sollten Handel und Gastronomie vor Kulturorten mit ihren bewährten Hygienekonzepten öffnen dürfen, sei das aus ihrer Sicht "nicht begreiflich und auch rechtlich äußerst fragwürdig", hieß es.

Stiftung Lesen prüft Apps zur Leseförderung

Die Stiftung Lesen prüft auf einer neuen Plattform Apps zur Sprach- und Leseförderung von Kindern. Ein unabhängiges Prüfgremium sichte und bewerte auf dem Portal www.lesenmit.app die Anwendungen und biete Eltern und Fachkräften in Kitas und Schulen Orientierung auf dem stetig wachsenden App-Markt, heißt es in einer Mitteilung der Stiftung. Das Angebot wird vom Bundesfamilienministerium gefördert. Besonders in der Corona-Pandemie zeige sich die Bedeutung digitaler Förder- und Lernangebote. "Die digitale Bildung in Kitas und Schulen ist in Deutschland noch immer nicht an dem Punkt, an dem sie sein sollte", sagte Sabine Uehlein, Geschäftsführerin Programme der Stiftung Lesen.

Kinderhilfswerk fordert bessere Medienausbildung

Das Deutsche Kinderhilfswerk appelliert an Schulen, Kitas und Eltern, Kinder stärker als bisher für den Umgang mit Risiken und Fake News im Internet zu befähigen. Dafür sollte es eine verbindliche Medienbildung in Kindertagesstätten, Schulen und in der Fachkräfteausbildung geben, forderte die Kinderrechtsorganisation anlässlich des Safer Internet Day's. Es sei wichtig, dass sich Kinder möglichst frühzeitig Wissen darüber aneignen, welche Quellen im Netz vertrauens- und glaubwürdig sind, und wo die Unterschiede zwischen Informationen und Meinungen liegen, sagte der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes, Thomas Krüger. Insbesondere die Eltern seien in der Pflicht, die Mediennutzung ihrer Kinder zu begleiten.

Badisches Museum plant "Tinder" mit Museumsobjekten

Das Badische Landesmuseum in Karlsruhe arbeitet an einer App, bei der Nutzer aus einer Reihe von Ausstellungsstücken auswählen und in Kontakt kommen können. Diese soll wie eine Dating-Plattform funktionieren, nach dem Motto "Wegwischen, was nicht gefällt. Anklicken, was interessant aussieht". Das sei wie "Tinder" für Museumsobjekte, sagte Direktor Eckart Köhne. Für rund 80 Werke gibt es vorgegebene Dialoge, durch die sich Interessierte klicken können. Dabei sollen sie mehr über das Exponat erfahren als über die Info-Tafeln im Museum. Die App mit dem Arbeitstitel "Mein Objekt" soll fertig sein, wenn das Badische Landesmuseum nach dem Corona-Lockdown wieder öffnen kann.

Französischer Autor Jean-Claude Carrière ist tot

Der französische Literat und Drehbuchautor Jean-Claude Carrière ist tot. Er starb am Montag im Alter von 89 Jahren in seiner Pariser Wohnung. Das meldet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Carrières Tochter. Carrière schrieb im Laufe seiner Karriere dutzende literarische Werke und Drehbücher sowie eine Vielzahl von Essays. Er verfasste etwa das Drehbuch für Volker Schlöndorffs "Die Blechtrommel". Auch mit den legendären Filmregisseuren Luis Buñuel, Jacques Deray und Milos Forman arbeitete der Franzose zusammen. 2014 wurde Carrière für sein Lebenswerk als Drehbuchautor mit einem Ehren-Oscar ausgezeichnet. Als Schauspieler stand er mit Stars wie Brigitte Bardot, Juliette Gréco und Jeanne Moreau vor der Kamera.

Safer Internet Day: Kinderhilfswerk mit neuem Angebot

In der ganzen EU gibt es heute viele Veranstaltungen zum Safer Internet Day. Der Aktionstag soll Menschen dazu bewegen, der Sicherheit im Internet mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Das Deutsche Kinderhilfswerk hat aus diesem Anlass eine neue Website vorgestellt. Sie soll die Medien- und Internetkompetenz von Kindern stärken. Über das Angebot wird entsprechendes Material für Eltern und Lehrkräfte bereitgestellt. Es gibt dort auch eine Methodenreihe für digitales Lernen und den Unterricht von Zuhause. Der Präsident des Hilfswerks, Thomas Krüger, betonte, Kinder sollten vor allem befähigt werden, besser mit Desinformation und Propaganda umzugehen. Aus seiner Sicht mangelt es auch an einer Verzahnung und dauerhaften Finanzierung der zahlreichen medienpädagogischen Projekte in Deutschland.

Noch eine Hollywood-Ehre für Helena Zengel

Die 12-jährige Berlinerin ist vom Kritikerverband Critics Choice Association (CCA) für einen Preis als bester Nachwuchsstar nominiert worden. Für ihre Rolle in dem Western "Neues aus der Welt" an der Seite von Tom Hanks hatte Zengel vorige Woche als "beste Nebendarstellerin" bereits eine Golden-Globe-Nominierung und eine Trophäen-Chance bei den Preisen des US-Schauspielerverbands SAG erhalten. Bei den Critics Choice Awards ist "Neues aus der Welt" siebenfach nominiert, darunter auch als bester Film, für Hauptdarsteller Hanks, adaptiertes Drehbuch und Kamera. Zengel tritt in der Sparte "Bester junger Darsteller" an. Die Critics Choice Awards sollen am 7. März im kalifornischen Santa Monica vergeben werden. Zu der 26. Verleihung sollen Nominierte von verschiedenen Orten virtuell dazugeschaltet werden. Ausgewählt werden die Trophäen von über 400 Mitgliedern des renommierten Kritikerverbandes aus den USA und Kanada.   

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