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Studio 9 | Beitrag vom 08.10.2018

Selbstversorgerin über gelebten Klimaschutz"Damit etwas für andere übrig bleibt"

Sarah Mönke im Gespräch mit Axel Rahmlow

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Die beiden Selbstversorger Sarah Mönke und Daniel Becker. (Sarah Mönke )
Heizen, Brotbacken, Gärtnern, Weinkeltern - Sarah Mönke und Daniel Becker machen alles selbst. (Sarah Mönke )

Der Weltklimarat warnt vor den Folgen der Erderwärmung und fordert ein rasches Umsteuern. Wie man nachhaltig leben kann, machen Sarah Mönke und Daniel Becker vor - sie versorgen sich seit Jahren selbst - mit Solarpanels, Bienenzucht und Gemüseanbau.

Der Weltklimarat warnt: Wir müssen uns alle grundlegend verändern, um die Erderwärmung auf anderthalb Grad zu minimieren. "Schnelle, weitreichende und beispiellose Änderungen in allen gesellschaftlichen Bereichen" seien erforderlich − nicht nur auf Seiten von Regierungen oder Unternehmen, sondern auch von jedem Einzelnen.

Worüber andere noch reden, das leben Sarah Mönke und Daniel Becker bereits. Die beiden Forstwissenschaftler leben in der Nähe von Dresden und versorgen sich seit mittlerweile neun Jahren selbst. Ihr Essen kochen sie auf einem Solarherd, den sich jeder selbst nach Anleitung aus dem Netz bauen kann. Ihr Haus heizen Mönke und Becker umweltfreundlich, mit Gas oder Holz, ihr Kühlschrank steht im Keller. Außerdem produzieren sie ihren eigenen Honig und ziehen ihr eigenes Obst und Gemüse.

So leben, dass für andere etwas übrig bleibt

Es sei ihr wichtig, mit dem Gedanken zu leben, dass es noch eine Welt nach ihr gebe, erzählt Sarah Mönke im Gespräch mit Deutschlandfunk Kultur. In ihren Entscheidungen versuche sie, dies allumfassend zu berücksichtigen. Sie sehe sich nicht als große Klimaretterin: "So würde ich mich niemals bezeichnen. Aber ich weiß auf jeden Fall, dass mit der Art und Weise, wie wir leben, es zumindest möglich ist, dass da noch etwas übrig bleibt für andere."

Selbst etwas verändern motiviert

Dass der Klimawandel ständig voranschreitet, sei sicher kein "Motivationsthema", sagt Mönke. Ihr persönlich helfe jedoch zu erkennen, dass jeder bei sich selbst anfangen kann: "Es ist meine persönliche Möglichkeit sogar, etwas zu machen. Das finde ich irgendwie auch motivierend, dass ich da nicht von jemandem abhängig bin, dass sich was direkt verändert."

Die globale Entwicklung sei frustrierend, aber: "Ich versuche in meinem Rahmen so zu bleiben, dass ich meine Motivation aufrecht erhalten kann."

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