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Kulturnachrichten

Dienstag, 25. Dezember 2018

Selbstverbrennung von Journalist: Proteste in Tunesien 

Abdel Razaq Zorgi zündete sich aus Protest gegen hohe Arbeitslosigkeit selbst an

Die Selbstverbrennung eines Journalisten in Tunesien hat in dem nordafrikanischen Land Ausschreitungen ausgelöst. Nach der Beerdigung des 32-Jährigen errichteten dutzende Demonstranten in Kasserine im Westen des Landes eine Barrikade aus brennenden Autoreifen und blockierten die Hauptverkehrsstraße. Die Polizei setzte Tränengas ein. Die Proteste hatten kurz nach der Beerdigung des 32-jährigen Abdel Razaq Zorgi begonnen. Der Journalist aus Kasserine war seinen Verletzungen erlegen, nachdem er sich aus Protest gegen die hohe Arbeitslosigkeit und die allgemeine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in der Region Kasserine selbst angezündet hatte.

"Moschee-Steuer" für Muslime gefordert

Seyran Ates schlägt Zahlung analog zur Kirchensteuer vor

Die Berliner Anwältin und Moschee-Gründerin Seyran Ates hat sich für eine "Moschee-Steuer" für Muslime ähnlich der Kirchensteuer ausgesprochen. "Alles, was die Gemeinden brauchen, kann in Zukunft von den Mitgliedern selbst aufgebracht werden", sagte Ates der "Welt". Ates ist Initiatorin der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee im Berliner Stadtteil Moabit, die für einen liberalen Islam steht und für eine geschlechtergerechte Auslegung des Koran eintritt. Viele muslimische Verbände und Gemeinden in Deutschland werden aus den arabischen Golfmonarchien oder aus der Türkei finanziert. Sie sehen sich deshalb zunehmend dem Vorwurf ausgesetzt, sie vermittelten politisch fragwürdige Werte und beförderten die Entstehung von Parallelgesellschaften.

"Sehr gute Resonanz" bei #MeToo-Anlaufstelle

Beratung und Hilfe für Betroffene aus Film, Fernsehen und Theater

Die erste zentrale Anlaufstelle für #MeToo-Fälle in Deutschland hat ihre Arbeit aufgenommen - und eine "sehr gute Resonanz" beobachtet. Bei "Themis" in Berlin können sich seit dem Herbst Betroffene aus Film, Fernsehen und Theater Rat holen. "Das Schöne ist, dass sich nicht nur Betroffene, sondern auch Unternehmen melden, die Rat suchen, die wissen wollen, wie gehe ich mit Fällen von Belästigung und sexueller Gewalt um", sagte der Jurist Bernhard Störkmann vom Bundesverband Schauspiel. Die zentrale Anlaufstelle wurde von 17 Brancheneinrichtungen ins Leben gerufen und wird von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) gefördert.

Irak macht Weihnachten zu offiziellem Feiertag

25. Dezember ist für alle Iraker frei, nicht mehr nur für Christen

Im Irak ist Weihnachten ab sofort auch ein nationaler Feiertag. Internationalen Medienberichten zufolge griff die Regierung in Bagdad eine entsprechende Bitte des chaldäischen Patriarchen Raphael Louis Sako I. von vor wenigen Tagen auf. So gilt der 25. Dezember nicht mehr nur für die Christen im Land als Feiertag, sondern auch für alle anderen Bürger. "Frohe Weihnachten unseren christlichen Mitbürgern, allen Irakern sowie jenen, die weltweit feiern", heißt es in einer Twitter-Mitteilung der Regierung. Diese habe das Feiertagsgesetz des Landes entsprechend geändert, berichtet der Sender CNN. Seinen Angaben zufolge lebten vor der US-Invasion in den Irak 2003 rund 1,4 Millionen Christen im Land. Seither sank ihre Zahl auf rund 300.000, nachdem Hunderttausende das Land wegen Instabilität, wirtschaftlicher Not sowie der Gewalt der IS-Milizen verlassen haben.

Kevin Spacey muss sich vor Gericht verantworten

US-Schauspieler werden sexuelle Übergriffe vorgeworfen

Der frühere "House of Cards"-Star Kevin Spacey muss sich vor Gericht verantworten. Wie die Staatsanwaltschaft im US-Bundesstaat Massachusetts mitteilte, soll Spacey am 7. Januar dem Haftrichter vorgeführt werden. Im Juli 2016 soll sich der 59-Jährige in einem Restaurant eines unsittlichen Übergriffes und der Körperverletzung schuldig gemacht haben, hieß es. Erst am Montag hatte Spacey ein dreiminütiges Video veröffentlicht. Darin stellt er seine TV-Figur, den skrupellosen Politiker Frank Underwood, dar, der auf Vorwürfe gegen sich reagiert. "Ihr würdet doch nicht ohne Beweise das Schlimmste glauben und ohne Fakten vorschnell urteilen, oder?", sagt Spacey in die Kamera. Im Herbst 2017 waren zahlreiche Vorwürfe gegen ihn vorgebracht worden. Unter anderem hatte der Schauspieler Anthony Rapp gesagt, in den 80er-Jahren als damals 14-Jähriger von Spacey belästigt worden zu sein. Der Streaming-Dienst Netflix hatte im Zuge der Enthüllungen die Zusammenarbeit mit dem Oscar-Preisträger beendet. Spaceys Karriere liegt seitdem brach.

Argentinischer Journalist Osvaldo Bayer gestorben

Der aus Österreich stammende Intellektuelle wurde 91 Jahre alt

Der argentinische Journalist, Historiker und Intellektuelle Osvaldo Bayer ist tot. Der 91-Jährige, der aus einer österreichischen Auswandererfamilie stammte, war international vor allem wegen seiner Recherchen und Werke über den Streik und den Aufstand der Landarbeiter in Patagonien im Jahr 1921 bekannt. Sein Buch "La Patagonia rebelde" ("Aufstand in Patagonien") wurde 1974 verfilmt. Zudem arbeitete Bayer für mehrere lateinamerikanische Medien. 1952 bis 1956 studierte er in Hamburg Philosophie und Geschichte, während der Militärdiktatur Argentiniens lebte er einige Jahre im Exil in Berlin. Wegen seiner Recherchen war er mehreren südamerikanischen Regierungen immer wieder ein Dorn im Auge und wurde bedroht. "Von allem, was ich in meinem Leben getan habe, ist der Job des Journalisten der, mit dem ich mich am meisten identifizieren kann. Ich bin geborener Journalist", sagte Bayer anlässlich seines 90. Geburtstags. Bayer wurde am 18. Februar 1927 in der Stadt Santa Fe geboren und lebte die letzten Jahre in Buenos Aires.

Hanna Schygulla wird 75 Jahre alt

Frühere Fassbinder-Darstellerin feiert Geburtstag in Berlin

Ihr Name verbindet sich vor allem mit dem Autorenkino von Rainer Werner Fassbinder, mit Filmen wie "Die Ehe der Maria Braun" oder "Lili Marleen". Später schaffte sie es bis Hollywood, von dort ging sie nach Paris und dann nach Berlin - am ersten Weihnachtsfeiertag wird Hanna Schygulla 75 Jahre alt. Dabei war der Weg zur Schauspielerei nicht unbedingt vorgezeichnet. Fassbinder sei es gewesen, der sie an sein Theater geholt habe, erinnerte sich Schygulla später. "Ich war ja schon von der Schauspielschule abgegangen. Da hat er sich an mich erinnert." Später arbeitete die aus Oberschlesien stammende Schygulla mit europäischen Regiegrößen wie Volker Schlöndorff, Jean-Luc Godard, Carlos Saura, Ettore Scola und Andrzej Wajda und Marco Ferreri, der ihr den Darstellerpreis in Cannes einbrachte. Seit einiger Zeit arbeitet Schygulla unter anderem mit jungen Flüchtlingen in Filmprojekten und will einen Nachwuchspreis etablieren - für grenzüberschreitende und kulturvereinenden Filmprojekte. Ihren 75. Geburtstag begeht Hanna Schygulla nicht in ihrer Wahlheimat Paris, sondern in Berlin, wo es sie zuletzt immer stärker hingezogen hat. Gefeiert werde "im kleinen Kreis", sagte sie, mit denen, "die ich jetzt zu meinen Berliner Freunden zähle".

Noch fehlen 18 Millionen Euro für das Berliner Schloss

Förderverein sammelt für historische Fassaden der einstigen Hohenzollern-Residenz

Für den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses fehlen ein Jahr vor der Eröffnung noch 18 Millionen Euro Spenden. Der Vorsitzende des Fördervereins, Wilhelm von Boddien, zeigte sich jedoch zuversichtlich, den Rest der insgesamt 105 Millionen Euro noch aufzubringen. "Ich bin ziemlich sicher, dass wir das schaffen", sagte er. Der Förderverein will deshalb auch nach dem Abbau des Baustellen-Infocenters, der sogenannten Humboldt-Box, weiter um Geldgeber werben. Der Förderverein hat 105 Millionen Euro an Spenden zugesagt, um die historischen Fassaden der einstigen Hohenzollern-Residenz rekonstruieren zu können. Den Löwenanteil der Baukosten von fast 600 Millionen Euro zahlt der Bund. Unter dem Namen Humboldt-Forum soll im Schloss von Ende 2019 an ein Kultur- und Museumszentrum öffnen.

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